Review: Lommbock (Kino)

Das Hauptplakat von "Lommbock" (© Wild Bunch Germany)

Das Hauptplakat von “Lommbock” (© Wild Bunch Germany)

Inhalt: Als er vor 15 Jahren aus Würzburg geflüchtet ist, wollte Stefan (Lucas Gregorowicz, „Schrotten!“) sich seinen Traum von einer Strandbar in der Karibik verwirklichen. Inzwischen ist es ihm tatsächlich gelungen, in Dubai – wo er noch als Anwalt praktiziert – eine Bar aufzubauen, die kurz vor der Eröffnung steht. Dazu steht er auch noch kurz davor, die hübsche und erfolgreiche Yasemin (Melanie Winiger) zu heiraten. Da ihm noch wichtige Unterlagen fehlen, muss er kurzfristig in die alte Heimat reisen. Dort trifft er nach ewigen Zeiten seinen besten Kumpel Kai (Moritz Bleibtreu, „Stereo“) wieder, mit dem er eigentlich nur einen gemütlichen Abend verbringen möchte. Kai betreibt inzwischen den Asia-Imbiss „Lommbock“, mit dem er aber weiterhin sein Hasch unter die Leute bringt. Aus alter Verbundenheit dröhnen sich die beiden zu, was schon bald für Ärger mit dem Gesetz sorgt. So muss Stefan die schnelle Heimreise verschieben. Es gibt aber auch noch genug anderes zu tun. Kais Stiefsohn Jonathan (Louis Hofmann, „Die Mitte der Welt“) hat sich mit den falschen Leuten eingelassen und braucht dringend Hilfe. Stefans Ex Jenny (Alexandra Neldel, „Der Minister“) taucht wieder auf und weckt in ihm die Nostalgie. Daneben dürfen auch Frank (Wotan Wilke Möhring, „Winnetou – Der Mythos lebt“) und Schöngeist (Antoine Monot Jr., „WHO AM I – Kein System ist sicher“) nicht fehlen, die mit einer Zufallsentdeckung noch mehr Chaos stiften.

Kritik: Es ist inzwischen 16 Jahre her, dass die Kumpels Kai und Stefan mit ihrem Pizza-Bringdienst „Lammbock“ ihre „Gourmet-Mischungen“ Cannabis unters Volk gebracht haben. Eine ganze Generation wusste dank dem Film, warum Pamela Anderson wirklich zum Star in „Baywatch“ wurde und wie die Coolness im Subtext mitschwingt. Nach einer derartig langen Zeit ein Sequel auf den Markt zu bringen, kann gewaltig nach hinten los gehen (wie beispielsweise „Independence Day“ und „Zoolander“ schmerzhaft erfahren mussten). Doch Regisseur und Autor Christian Zübert („Ein Atem“) gelingt es, dem Fan des Vorgängers ein Wiedersehen zu bescheren, das sich wirklich wie ein Treffen unter alten Freunden anfühlt. Da hindert es auch sicherlich nicht, dass der Zuschauer zunächst mit Stefan an den Ort der alten Handlung reisen muss. Schnell wird offensichtlich, dass zwar alle ein gutes Stück älter geworden sind, sich aber ansonsten nur bedingt etwas geändert hat. Sicherlich muss sich Nostalgie-Kiffer Kai über die „hochgezüchtete Haze-Scheiße“ von heute aufregen. Einen Grund, den Konsum einzuschränken, gibt es aber auch mit Frau und (Stief-)Kind nicht.

Stefan und Kai zurück in der Lammbock (© Wild Bunch Germany)

Stefan und Kai zurück in der Lammbock (© Wild Bunch Germany)

Gerade im urkomischen ersten Drittel erreicht der Film schnell wieder das Niveau seines Vorgängers und punktet nicht nur mit den herrlich absurden – und von Moritz Bleibtreu wieder sensationell vorgetragenen – Lebensweisheiten Kais. Auch die schrägen Versuche, mit der Jugend anzubandeln und das erneute Aufeinandertreffen mit alten Gesellen wie Frank und Schöngeist dürften dem Fan alles bieten, worauf er gehofft hat und auch anderen Kinogängern eine sympathisch-witzige Zeit bescheren. In der zweiten Hälfte wird der Drogenkonsum etwas mehr eingeschränkt, was auch etwas auf Kosten der Gagdichte geht. Bis auf ein paar arg bemühte Gags in der Schlussphase bleibt der Film aber durchweg auf Kurs. Ein großes Plus ist es sicherlich, dass ein Großteil der Besetzung hier zurückgekehrt ist.

Limbo, ihr Fo**** (© Wild Bunch Germany)

Limbo, ihr Fo**** (© Wild Bunch Germany)

Das Duo Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz ist ebenso herrlich wie in „Lammbock“, weil beide Figuren nur das gerade so benötigte kleine Stück erwachsener geworden sind. Antoine Monot Jr. und der noch häufiger fluchende Wotan Wilke Möhring sind eben das schräge Kult-Duo, als das sie damals schon so viele Zuschauer begeistert haben. Darüber hinaus sind auch Alexandra Neldel und Elmar Wepper wieder dabei. Von den neuen Darstellern können vor allem Shootingstar Louis Hofmann, der den Stiefsohn auf Abwegen gibt und Dar Salim, der als Gangster-Rapper und Jugendfreund der Protagonisten die vielleicht beste Zeile im Film hat, auf sich aufmerksam machen.

Mit „Lommbock“ hat das deutsche Kino den amerikanischen Kollegen einmal gezeigt, wie eine Fortsetzung nach vielen Jahren funktioniert. Charmant, stellenweise urkomisch, menschlich nahbar und abwechslungsreich bieten Christian Zübert und sein Team einen Film, der bis auf minimale Schwächen in der zweiten Hälfte schlicht und einfach exzellente Komödien-Unterhaltung bietet.

4 von 5 Punkten


Qulle: Wild Bunch Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Lommbock

Originaltitel:Lommbock
Regie:Christian Zübert
Darsteller:Moritz Bleibtreu, Lucas Gregorowicz, Wotan Wilke Möhring, Alexandra Neldel
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2016
Verleih:Wild Bunch Germany
Länge: 103 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 23.03.2017

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 23.03.2017
Review: Lommbock (Kino)

{lang: 'de'}

1 comment on “Review: Lommbock (Kino)”

  1. Todd Antworten

    Hey, ausgezeichneter Blogbeitrag! Ich bin gerade ganz zufällig
    auf den Blog gestoßen. Mach weiter so!

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.