Review: Jem and the Holograms (DVD)

Das DVD-Cover von "Jem and the Holograms" (© Universal Pictures Germany)

Das DVD-Cover von „Jem and the Holograms“ (© Universal Pictures Germany)

Inhalt: Seit früher Kindheit wohnen Jerrica (Aubrey Peeples, „Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals“) und ihre Schwester Kimber (Stefanie Scott, „Insidious: Chapter 3“) mit ihrer Tante (Molly Ringwald) und deren Adoptiv-Töchtern Shana (Aurora Perrineau) und Aja (Hayley Kiyoko) zusammen. Alle vereint die Liebe zur Musik. Auch wenn alle äußerst talentiert sind, geraten sie in derart große finanzielle Probleme, dass sie beinahe ihr Haus verlieren. Die Situation ändert sich über Nacht, als Kimber ein Video hochlädt, in dem Jerrica unter ihrem Pseudonym Jem einen selbst geschriebenen Song singt. Der Clip wird zum absoluten Internet-Phänomen und die Musikproduzentin Erica Raymond (Juliette Lewis, „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“) möchte Jem unter Vertrag nehmen. In Los Angeles werden „Jem and the Holograms“ zu gefeierten Stars. Da Jerrica aber deutlich im Mittelpunkt des Interesses steht, kommt es bald zu Problemen mit ihren Band-Mitgliedern. Doch geheime Botschaften ihres verstorbenen Vaters bringen sie wieder auf den richtigen Weg.

Kritik: In der Zeit von 1985 bis 1988 lief die Zeichentrick-Serie „Jem and the Holograms“ und hat auch heute noch zahlreiche Fans. Die positive Mischung von Teenager-Problemen, Superhelden-Fantasy und Musik blieb vielen Kindern der Zeit auch deutlich später noch in Erinnerung. Im vergangenen Jahr entstand unter der Regie von Jon M. Chu dann diese Realversion des Stoffes, die zeitlich vor der Serie spielt, aber in die heutige Zeit verlegt wurde. An den amerikanischen Kinokassen mussten die Macher aus der eigentlich für Horrorfilme bekannten Schmiede von Blumhouse Productions dann schmerzlich feststellen, dass die Nachfrage nach diesem Film nicht wirklich groß war. So musste „Jem and the Holograms“ historisch schwache Zahlen für einen Release in mehr als 2000 US-Kinos hinnehmen. Wenn ein Film derartig schwach abschneidet, hat das in den seltensten Fällen wirklich nur etwas mit Pech zu tun. Das bekommen die Zuschauer dieser Produktion dann schon sehr bald unter Beweis gestellt. In einer Einleitungsphase, die ohne jedes Problem 70-80% Kürzung im Schnittraum vertragen hätte, definiert Chu sein Verständnis, wie nah eine Handlung und reines Füllmaterial aneinander sein können. Wie wenig Inhalt sich in (spürbar langen) 118 Minuten Film verbergen, ist anerkennenswert.

Die vier Schwestern gehen durch dick und dünn (© Universal Pictures Germany)

Die vier Schwestern gehen durch dick und dünn (© Universal Pictures Germany)

Daneben ist aber auch deutlich zu sehen, weshalb sich mittlerweile eine Art Internet-Kult um „Jem and the Holograms“ gebildet hat. Die Dialoge sind derart hölzern, der Plot derart löchrig und naiv, die Entscheidungen, die im Film getroffen werden, teilweise so daneben, dass sich ein „So Bad, It’s Good“-Charme einstellt, der nur selten zu finden ist. Wie sich eine solide gesungene Version einer wahrlich nicht denkwürdigen Ballade zur Sensation entwickelt, ist eine harmlose Albernheit, die man in der Kategorie des faulen Drehbuchschreibens einordnen kann. Die vollkommen zusammenhanglose Einbindung von YouTube-Videos (!) in den Film, wird nach einigen Wiederholungen schon ziemlich ärgerlich. Wer aber schon immer ein Wasserski fahrendes Eichhörnchen (!!) in einem Musikdrama-Fantasy-Mix sehen wollte, wird begeistert sein.

Die Darsteller haben natürlich gar keine Chance, gegen die bleiernen Dialoge und das chaotische Labyrinth einer Geschichte anzuspielen. So mag Hauptdarstellerin Aubrey Peeples durchaus talentiert sein. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass sie in „Sharknado“ mehr gefordert wurde, wie es hier der Fall ist. Ihre Bandmitglieder bleiben sogar noch unauffälliger. Der Film gibt zum ersten Mal seit lange die Möglichkeit, Molly Ringwald zu sehen, die aber etwas deplatziert wirkt. Nachdem Ryan Guzman schon mit „The Boy Next Door“ (Platz 3 der Leinwandreporter Flop 10 des Jahres 2015) einen herausragend schlechten Film in seinen Lebenslauf aufgenommen hat, scheint er diesbezüglich langsam zum Sammler zu werden. Warum Juliette Lewis bei dem Film mitgespielt hat, erschließt sich nicht wirklich. Zumindest sorgt sie als Over the Top-Hexe mit der Subtilität eines Holzhammers für Unterhaltungswert.

Am Ende bleibt „Jem and the Holograms“ eines dieser Werke, deren einzige Konstante das Fehlen identifizierbarer Qualitäten ist. Zum Finale spielen die Macher dann sogar noch Videos von Fans ein, die sichtbar von der Serie schwärmen, aber als Fürsprecher des Films verkauft werden. Dieses gewisse Maß an Schäbigkeit rundet eine filmische Katastrophe ab, die man gesehen haben muss, um ihre reine Existenz zu begreifen.

Erica hat einen schlechten Einfluss auf Jem (© Universal Pictures Germany)

Erica hat einen schlechten Einfluss auf Jem (© Universal Pictures Germany)

Der Film ist ab dem 08.09.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1 von 5 Punkten

 

Bild: Der Look ist weit besser als der Film. Schärfe und Detaildarstellung sind eigentlich immer gut. Die Farben sind satt und kräftig. Natürlich sehen die mit Spiegelreflex-Kamera u.ä. gedrehten Szenen etwas schlechter aus, hinterlassen aber immer noch einen ordentlichen Eindruck. Kontraste und Schwarzwert sind eigentlich durchgängig überzeugend. In den dunklen Szenen gibt es manchmal ein leichtes Bildrauschen. Ansonsten ist die Präsentation ruhig und sauber.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Dolby Digital 5.1-Ton bieten auch alles, was im Rahmen der technischen Einschränkungen hier möglich ist. Natürlich ist die Musik der zentrale Punkt der Abmischung. Diese wird schön räumlich und sauber auf die Boxen verteilt und von ein paar netten Bässen untermalt. Hintergrundgeräusche wie das feiernde Publikum sprechen ebenfalls fast immer die äußeren Boxen mit an. Die normalen Dialoge kommen gut verständlich über den Center. Viel mehr konnte von diesem Film nicht erwartet werden.

4 von 5 Punkten

Extras: Das Featurette „Glamour, Glitzer, Mode und Ruhm: Die Neuerschaffung von Jem“ (10 Minuten) ist ergänzend auf der DVD zu finden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Jem And The Holograms

Originaltitel:Jem And The Holograms
Regie:Jon M. Chu
Darsteller:Aubrey Peeples, Stefanie Scott, Aurora Perrineau, Juliette Lewis
Genre:Drama, Musikfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Universal Pictures Germany
Länge:118 Minuten
FSK:ab 0 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 08.09.2016
Review: Jem and the Holograms (DVD)

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