Review: Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Tokarev" (Quelle: Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von “Tokarev” (Quelle: Ascot Elite)

In einem alten Leben war Paul Maguire (Nicholas Cage, „Frozen Ground“) ein berüchtigter Schläger der irischen Mafia. Vor vielen Jahren ist es ihm auch dank der Unterstützung seines Chefs O’Connell (Peter Stormare, „Hänsel und Gretel – Hexenjäger“) gelungen, auszusteigen. Inzwischen hat er sich als legitimier Geschäftsmann etabliert und lebt mit seiner zweiten Frau Vanessa (Rachel Nichols, „Continuum“) und seiner Tochter Caitlin (Aubrey Peebles, „Sharknado“) ein perfektes Leben. Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein: Caitlin wird entführt und alles deutet auf die russische Mafia hin. Wenige Tage später wird sie gefunden: Hingerichtet mit einer Tokarev-Pistole. Paul ist außer sich vor Wut und Trauer und wendet sich in seiner Verzweiflung, trotz warnenden Worten von Freunden wie Detective St. John (Danny Glover, „Shooter“) an seine alten Kontakte. Jeder, der mit dem Tod seiner Tochter zu tun hat, soll sein Leben lassen.

Der spanische Regisseur Paco Cabezas, den die Horrorfans vielleicht durch seine Überraschungs-Hit „Aparecidos“ kennen, drehte mit diesem knallharten Rache-Thriller sein US-Debüt. Die immerhin 25 Millionen US-Dollar, die er als Budget bekam, dürften zu großen Teilen in die ausgesprochen prominente Besetzung geflossen sein. Ansonsten ist „Tokarev“ eher in die Kategorie ordentliches B-Movie einzuordnen. Es ist von der ersten Minute lang hier ziemlich unterhaltsam, es wird nicht mit Action gespart und die Handlung leistet sich fast keine Durchhänger. Natürlich ist das Drehbuch mit der heißen Nadel gestrickt und fällt in sich zusammen, wenn man etwas hinter die Kulissen guckt. Das soll und will Cabezas aber auch überhaupt nicht erreichen. Dabei ist der Film nichts für sanfte Gemüter. Hier wird geprügelt, geschossen und geschlitzt, so weit es eine 18er-Freigabe gerade noch hergibt. So entwickeln sich 98 Minuten knackige Action der rabiateren Art. Auch die recht eindimensionalen und klischeebeladenen Figuren tun da kaum einen Abbruch.

Wenn Overacting zum Sport wird

Paul muss den Tod seiner Tochter verkraften (Quelle: Ascot Elite)

Paul muss den Tod seiner Tochter verkraften (Quelle: Ascot Elite)

Irgendwo ist „Tokarev“ betreffend des fehlenden Anspruchs ein typischer Nicholas Cage-Film der vergangenen Jahre. Allerdings gehört der Film sicherlich zu seinen besseren Werken. Cage tobt sich hier nach allen Regeln der Kunst aus. Wie er grimmig dreinblickend russische Mafiosis fertig macht, ist noch recht launig. Seine emotionalen Ausbrüche sind unglaublich amüsant, da er dort stellenweise in ein Overacting rutscht, was sogar für seine Verhältnisse extrem ist. Rachel Nichols gibt als Ehefrau den gelungenen Sympathie-Part des Filmes. Danny Glover als Polizist und Peter Stormare als Mafiaboss zu besetzen, ist schon auf dem Papier äußerst unoriginell. Beide spielen ihre Parts aber wie erwartet ohne jede Schwierigkeit, bleiben aber eher Beiwerk zur Handlung. Pasha D. Lychnikoff („Deadwood“) bekommt als russischer Mafiosi noch ein paar bessere Momente, um sich in Szene zu setzen.

Wenn man es sachlich betrachtet, ist „Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals“ sicherlich kein wirklich guter Film. Logische Lücken und holzschnittartige Charaktere sind nicht eben die Merkmale, um einen Film weit über den Durchschnitt hinaus zu heben. Es liegt an der stringenten, kompromisslosen Erzählweise, dass dieser raubeinige Rache-Thriller genug bietet, um für einen ordentlichen Heimkino-Abend zu sorgen.

Sein alter Weggefährte O'Connell steht Paul bei (Quelle: Ascot Elite)

Sein alter Weggefährte O’Connell steht Paul bei (Quelle: Ascot Elite)

Der Film ist ab dem 13.05.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Im Großen und Ganzen wird hier ein sehr ordentlicher Bildtransfer gezeigt. Die Aufnahmen sind meistens sehr scharf und besonders bei den Close Ups ist die Detaildarstellung wirklich stark. Bei den Panoramabildern kommt hier und da eine kleine Unschärfe zum Vorschein. Außerdem verwischt das Bild leicht bei schnellen Kameraschwenks. Die Farbwahl ist dafür exzellent und der Schwarzwert könnte kaum satter sein. Daneben sind die Kontraste fast optimal und es gibt praktisch kein Bildrauschen oder vergleichbare Unsauberkeiten.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der englische und der deutsche Ton in DTS-HD MA 5.1 überzeugen ebenfalls. Die Dialoge kommen gut verständlich aus dem Center. Die Hintergrundgeräusche und der kräftige Score kommen sauber verteilt über die Boxen. Bei Schusswechseln und ähnlichem wird auch der Subwoofer sehr ordentlich beansprucht.

4 von 5 Punkten

Extras: Es gibt eine Reihe von ordentlichen Standard-Bonusmaterialien. Neben einem soliden Audio-Kommentar gibt es einige Interviews (36 Minuten), Deleted Scenes mitsamt alternativem Ende (22 Minuten) eine B-Roll (31 Minuten) sowie einige Trailer. Insgesamt ein passabler Mehrwert zum Film.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite, YouTube

Tokarev

Originaltitel:Tokarev
Regie:Paco Cabezas
Darsteller:Nicolas Cage, Rachel Nichols, Peter Stormare
Genre:Action-Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Ascot Elite
Länge:94 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 13.05.2014
Review: Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals (Blu-ray)

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