Review: Orange Is The New Black – Season 5

Das Teaser-Plakat zur fünften Staffel "Orange Is The New Black" (©Netflix)

Das Teaser-Plakat zur fünften Staffel „Orange Is The New Black“ (©Netflix)

Inhalt: Die ruhigen Zeiten in Litchfield sind längst vorbei, seitdem das Gefängnis privatisiert wurde. Doch im Speziellen die Einstellung des brutalen und rücksichtslosen Chefwärters Piscatella (Brad William Henke, „Justified“) sorgte dafür, dass das Verhältnis zwischen Personal und Insassen sehr schwierig war. Doch erst der unnötige Tod einer Inhaftierten sorgt für eine Eskalation. Mit einer Waffe in den eigenen Reihen nimmt ein zorniger Mob eine ganze Reihe an Geiseln. Gerade Maria (Jessica Pimentel) und Daya (Dascha Polanco, „Joy – Alles außer gewöhnlich“) sind sehr bemüht, die Kontrolle über die Situation zu bewahren. Taystee (Danielle Brooks) und ihre Clique wollen die Situation dafür nutzen, für eine Besserung der zuletzt unwürdigen Bedingungen im Gefängnis zu sorgen. Währenddessen müssen sie aber auch ein Auge darauf halten, die nervlich sehr angespannte Suzanne (Uzo Aduba) mit beiden Füßen in der Realität zu halten. Red (Kate Mulgrew) schmiedet einen finsteren Racheplan. Andere Häftlinge wie Piper (Taylor Schilling), Alex (Laura Prepon, „Girl on the Train“), Nicky (Natasha Lyonne, „Yoga Hosers“) und Lorna (Yael Stone) wollen die sich überschlagenden Ereignisse einfach aussitzen. Ein paar hoch brisante Tage in Litchfield nehmen ihren Verlauf.

Kritik: Als „Orange Is The New Black“ 2013 als eine der frühen Netflix-Eigenproduktionen auf Sendung ging, hätte wahrscheinlich niemand mit dem durchschlagenden Erfolg der Gefängnis-Comedy gerechnet. Nachdem die Serie seitdem bei nahezu jedem Serien-Preis vertreten war, nutzte Showrunnerin Jenji Kohan die gewonnene Popularität, schwerere politische Themen rund um die Privatisierung von Gefängnissen in die Handlung der Serie einzubinden. Diese Entscheidung entpuppte sich als derartig positiv, dass Netflix die Produktion nach der vierten Staffel gleich um drei Jahre verlängert hat. Die höchst emotionalen Ereignisse des Cliffhanger-Finales sind die Grundlage für diese 13 Episoden, wo die Handlung nahezu in Echtzeit erzählt wird. Neben einigen erwartet ernsten Elementen schrägt die Serie zu Beginn derart komödiantische Züge an, dass es stellenweise schon zu sehr in Richtung Klamotte geht.

Taystee und ihre Freundinnen kämpfen für Gerechtigkeit (© Netflix)

Taystee und ihre Freundinnen kämpfen für Gerechtigkeit (© Netflix)

Spätestens zum Mittelteil der Staffel findet die Serie dann aber komplett ihren Ton wieder und ist wieder das intelligente, tragikomische Szenario, das schon im Vorjahr so hervorragend funktioniert hat. Gerade die (weiterhin) exzellent geschriebenen und gespielten Charaktere sind in diesem Litchfield unter veränderten Vorzeichen die Hauptaspekte, die diese Serie so stark machen. Die Extremsituation, die durch den Aufstand im Gefängnis herrscht, sorgt dafür, dass gleich mehrere Darsteller die besten Leistungen in ihren Rollen abliefern. Uzo Aduba konnte bereits zwei Mal einen Emmy für ihre Darstellung von Suzanne „Crazy Eyes“ Warren mit nach Hause nehmen. Wie berührend und stellenweise verstörend sie in diesem Jahr – in dem Suzannes so wichtige Alltagsroutine auseinanderbricht – agiert, ist Schauspielkunst auf höchstem Niveau. Eine weitere herausragende Persönlichkeit dieser Staffel ist Danielle Brooks, die als Taystee darum kämpft, Gerechtigkeit für ihre Freundin zu erreichen. Die Waage zwischen Besonnenheit und Einsatz für ihre Mitmenschen, sowie dem berechtigten Zorn und der Trauer, mit der ihre Figur umzugehen hat, ist wirklich beeindruckend.

Natürlich sorgen auch Darstellerinnen wie Kate Mulgrew, Taylor Schilling, Dascha Polanco, Laura Prepon, Yael Stone und Natasha Lyonne für die gewohnt hohe Qualität. Weiterhin beeindruckend ist allein schon die physische Präsenz von Brad William Henke, der gerade in der späten Phase der Staffel für einige intensive Momente sorgt.

Gerade weil wohl kaum jemand damit gerechnet hätte, dass das Setting um ein Frauengefängnis mit niedriger Sicherheitsstufe so ergiebig ist, verdient dieses originelle fünfte Jahr großen Respekt. Nach einem etwas holprigen Beginn entwickelt sich die Staffel konstant weiter, ist ebenso witzig, wie emotional und spannend und macht es ziemlich realistisch, dass „Orange Is The New Black“ wirklich erst endet, wenn Jenji Kohan ihre Geschichte auserzählt hat.

Die Staffel ist ab dem 09.06.2017 bei Netflix zu sehen.

4 von 5 Punkten


Quelle: Netflix, YouTube

Orange Is The New Black - Staffel 5

Originaltitel:Orange Is The New Black - Season 5
Showrunner:Jenji Kohan
Darsteller:Taylor Schilling, Danielle Brooks, Taryn Manning, Laura Prepon
Genre:Dramedy-Serie
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Netflix
Länge:13 Episoden zu je 55 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Facebook-Seite: Orange Is The New Black

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 25.05.2017
Review: Orange Is The New Black – Season 5

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