Review: Loving (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Loving" (© Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “Loving” (© Universal Pictures)

Inhalt: In den frühen 1960er-Jahren leben Richard Loving (Joel Edgerton, „It Comes At Night“) und seine Freundin Mildred (Ruth Negga, „Warcraft – The Beginning“) gemeinsam in Virginia. Obwohl gemischtrassige Ehen in dem Staat verboten sind, macht ihr Richard einen Antrag, nachdem sie schwanger wird. So reisen die beiden nach Washington, wo sie sich legal trauen lassen können. Nach ihrer Rückkehr werden beide von Sheriff Brooks (Marton Csokas, „Voice From the Stone – Ruf aus dem Jenseits“) verhaftet. Der Richter verurteilt beide zu einer Bewährungsstrafe und zwingt sie, den Staat zu verlassen, wenn sie ihre Ehe aufrecht erhalten wollen. Trotz schwerem Heimweh bauen sich die beiden eine neue Existenz auf. Als sie dann die Bürgerrechtsanwälte Cohen (Nick Kroll, „Knight of Cups“) und Hirschkop (Jon Bass, „Baywatch“) kennen lernen, entschließen sich die Lovings, gegen den Staat Virginia vor Gericht zu ziehen, um legal in ihrer Heimat leben zu dürfen.

Kritik: Auch wenn Jeff Nichols im Mainstream-Kino ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt ist, horchen Indie-Fans und Festival-Jurys gerne auf, wenn der Regisseur einen neuen Film veröffentlicht. So hatten mit dem Thriller „Take Shelter – Ein Sturm zieht auf“, dem Abenteuerfilm „Mud – Kein Ausweg“ und dem Mystery-Science Fiction-Beitrag „Midnight Special“ alle seine bisherigen Filme eine unverkennbare Handschrift und klaren Wiedererkennungswert. Als angekündigt wurde, dass er die Geschichte des realen Ehepaars Loving, das eine ganz entscheidende Rolle in der Bürgerrechtsbewegung eingenommen hat, verfilmen würde, machten nicht wenige Kenner diesen Film ungesehen zum Oscar-Favoriten. Auch wenn diese Voraussage mit Ausnahme einer Darsteller-Nominierung für Ruth Negga nicht umgesetzt werden konnte, ist „Loving“ natürlich trotzdem ein reizvoller Film.

Richard und Mildred müssen sich gegen alle Widerstände durchsetzen (© Universal Pictures)

Richard und Mildred müssen sich gegen alle Widerstände durchsetzen (© Universal Pictures)

Wie von Nichols gewohnt, kommen gar keine reißerischen oder manipulativen Tendenzen auf. Er erzählt ziemlich sachlich eine Geschichte, bei der sich die meisten an den Kopf fassen dürften, dass so etwas vor gerade einmal 50 Jahren noch Normalität war. Seine eher zurückhaltende Erzählweise wird aber auch zum größten Problem von „Loving“. Bei all seiner inhaltlichen Bedeutsamkeit wirkt der Film derart unspektakulär und fast alltäglich, dass die 123 Minuten Spielzeit zu einer ziemlichen Geduldsprobe werden.

Darstellerisch wird natürlich exzellente Kost geboten. Ruth Negga und Joel Edgerton zeigen nahbare, menschlich zutiefst glaubwürdige Auftritte, die ohne groß hervorstechende Momente nachhaltig beeindrucken können. Marton Csokas spielt als zorniger Gemeinde-Sheriff, der sein Messer auf das Ehepaar Loving gewetzt hat, eine Paraderolle. Zunächst Bill Camp, später Nick Kroll und Jon Bass liefern als Anwälte der Familie solide Parts. Christopher Mann ist in einer kleinen Rolle als Vater von Mildred vertreten. Wie in jedem Film von Jeff Nichols ist auch hier Michael Shannon („Nocturnal Animals“) mit von der Partie. Allerdings beschränkt er sich auf einen Kurzauftritt.

Auch in seinem vierten Langfilm gelingt es Jeff Nichols zu überzeugen. Ohne große Gesten nimmt er sich einem wahren Fall an, den er mit gewohnt kompetenter Inszenierung und starken Darstellern auf die Leinwand bringt. Leider wäre ein wenig mehr Wucht und emotionale Momente nötig gewesen, um den Zuschauer wirklich mit dem Protagonisten-Ehepaar auf eine Reise zu schicken. So bleibt „Loving“ an vielen Stellen etwas zäh, was schlussendlich verhindert, dass dem hochbegabten Autorenfilmer Nichols hier ein deutlich größerer Wurf gelingt.

Sheriff Brooks ist kein Fan der Lovings (© Universal Pictures)

Sheriff Brooks ist kein Fan der Lovings (© Universal Pictures)

Der Film ist ab dem 26.10.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film wurde auf 35mm gedreht, was sich aber nicht wirklich auszahlt. Schärfe und Detaildarstellung sind deutlich abhängig von der Beleuchtung. Allgemein wirkt das Bild durch die Materialwahl etwas dunklerer und weniger kräftig. Dennoch kommt der klassische Filmlook nur bedingt zur Geltung. Bei den Außenaufnahmen sind satte Grüntöne zu sehen, während die Bilder innerhalb der Gebäude häufig in Braun- und Gelbtönen bleiben. Kontraste und Schwarzwert sind passabel. Natürlich gibt es eine gewisse Körnung. Dennoch ist das Bild allgemein recht ruhig.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Während die englische Tonspur in einer schicken DTS-HD MA 5.1-Fassung vorliegt, müssen sich die Zuschauer der deutschen Version mit einer DTS 5.1-Vertonung begnügen. Die Originalfassung ist erstaunlich stark. Neben einer makellosen Dialogwiedergabe wird jedes kleine Geräusch und jeder Aspekt des Scores fast perfekt auf die Boxen verteilt. Die weniger wuchtige deutsche Fassung baut dagegen merklich ab, liefert aber immer noch deutlich überdurchschnittliche Qualität.

4 von 5 Punkten

Extras: Vier kleine Featurettes (16 Minuten) und ein Audiokommentar von Regisseur Jeff Nichols ergänzen die Blu-ray.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Loving

Originaltitel:Loving
Regie:Jeff Nichols
Darsteller:Ruth Negga, Joel Edgerton, Michael Shannon, Marton Csokas
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:UK/USA, 2016
Verleih:Universal Pictures
Länge:123 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 26.10.2017
Review: Loving (Blu-ray)

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