Review: Kinder des Zorns (4-Disc Blu-ray-Steelbook)

Kinder des Zorns

Das Cover des "Kinder des Zorns"-Steelbooks (© Capelight Pictures)

Das Cover des “Kinder des Zorns”-Steelbooks (© Capelight Pictures)


Inhalt: Das frisch verheiratete Paar Burton (Peter Horton) und Vicky (Linda Hamilton, „Terminator“) ist auf einer langen Reise quer durch Nebraska unterwegs. Während sie sich über die Einöde rund um die endlosen Maisfelder und die religiösen Radioprogramme lustig machen, rennt ihnen ein Junge vor das Auto. Als sie die Leiche untersuchen, wird ihnen klar, dass der Junge schon tot war, bevor er auf ihrer Kühlerhaube aufgeschlagen ist. Sie nehmen den Leichnam mit, um im nächsten Ort die Polizei zu verständigen. Doch das nahe gelegene Gatlin ist vollkommen menschenleer. Nur vereinzelt sehen sie ein paar Kinder. Noch ahnen sie nicht, dass der selbsternannte Prophet Isaac (John Franklin) und sein gnadenloser Gehilfe Malachai (Courtney Gains) hier vor Jahren eine blutige Religion eingeführt haben, bei der die Lebensspanne von Erwachsenen eher kurz ausfällt.

Kritik: Basierend auf einer Kurzgeschichte von Stephen King aus dem Jahr 1977 inszenierte Regie-Neuling Fritz Kiersch 1984 mit kleinem Geld innerhalb von etwa vier Wochen den Sekten-Horrorfilm „Kinder des Zorns“, der zu einem überraschend großen Erfolg wurde. Auch wenn das Drehbuch eher löchrig ausgefallen ist, die Dialoge hier und da für unfreiwillige Lacher sorgen und die Effekte – gerade nach heutigem Standard – relativ albern wirken, hat es doch seine Gründe, warum der Film ein regelrechtes Kult-Werk geworden ist. Kiersch beweist ein gutes Gespür für Atmosphäre, die durch die überzeugende Kamera-Arbeit unterstrichen wird. Ein Sonderlob verdient sich die stimmungsvoll-gruselige Musik von Jonathan Elias, die zu den bekanntesten Bestandteilen des Filmes gehört.

Ein weiterer Hauptgrund für das Gelingen des Projekts sind die solide geschriebenen Hauptfiguren, für die passende Darsteller gefunden worden sind. Mit Peter Horton und Linda Hamilton wurden zwei Schauspieler besetzt, die wahrlich nicht auf kleine Genre-Produktionen angewiesen sind. Die beiden liefern sympathische Auftritte, haben eine angenehme Chemie und sorgen durch ihre Präsenz dafür, dass die manchmal etwas dünne Handlung nicht in sich zusammenbricht. John Franklin, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon 25 Jahre alt war, spielt als Isaac einen unterhaltsam-fiesen Sektenführer. Er ergänzt sich dabei gut mit Charakterkopf Courtney Gains, der als Malachai die Taten seines Propheten vollstreckt.

Isaac hat die junge Bevölkerung von Gatlin im Griff (© Capelight Pictures)

Isaac hat die junge Bevölkerung von Gatlin im Griff (© Capelight Pictures)

Es gibt sicherlich genügend Gründe, „Kinder des Zorns“ als billiges Produkt seiner Zeit abzustempeln. Dabei ist Kiersch hier mit geringen Mitteln ein ziemlich spannender, unterhaltsamer und gemeiner Horrorfilm gelungen, der in der Tradition von Klassikern wie „The Wicker Man“ mit religiösem Fanatismus abrechnet und so nach über 30 Jahren noch ordentlich funktioniert.

3,5 von 5 Punkten

Kinder des Zorns 2 – Tödliche Ernte

Inhalt: Kurz nach den grausamen Ereignissen in Gatlin versucht die Polizei von Hemmingford, Nebraska, die Tode der Erwachsenen aufzuklären. Journalisten aus allen Ecken des Landes kommen hinzu, um über die Gräueltaten zu berichten. Auch der erfolglose Reporter John Garrett (Terence Knox), der sich um seinen entfremdeten Sohn Danny (Paul Scherrer) kümmern muss, versucht, eine gute Geschichte zu schreiben. Doch während sich John in den Fall einarbeitet und Danny mit der süßen Haley (Christie Clark) anbandelt, versammelt der Einheimische Micah (Ryan Bollman) schon wieder die Dorfjugend von Gatlin, um neue Opfergaben für „Ihn, der hinter den Reihen geht“ zu finden.

"Der, der hinter den Reihen geht" bekommt bald neue Nahrung (© Capelight Pictures)

“Der, der hinter den Reihen geht” bekommt bald neue Nahrung (© Capelight Pictures)

Kritik: Acht Jahre nach dem Erfolg des ersten Teils war es 1992 an der Zeit, die Kinder aus dem Maisfeld wieder morden zu lassen. Kurzerhand schrieb „Geschichten aus der Gruft“-Produzent A L Katz ein Drehbuch, das von David Price verfilmt wurde. Entstanden ist ein zusammenhangloser, vollkommen alberner Horrorfilm, der dabei aber erstaunlich unterhaltsam ist. Das mag zum Teil an dem hohen Gore-Gehalt liegen, der dem Film bis zur Neuprüfung 2017 einen Index-Platz bescherte. Die Macher versuchen gar nicht, eine wirkliche Geschichte zu erzählen und beschränken sich darauf, ihre Charakter-Skizzen bis zur nächsten blutig-religiösen Erweckung möglichst viele Abkürzungen nehmen zu lassen. Dabei bleibt aber eine ziemlich bedingungslose Kurzweil bestehen, die durch – mal mehr, mal weniger freiwillig erzeugte – Lacher aufrecht erhalten wird.

Im Gegensatz zum Vorgänger können die Darsteller hier keinerlei Spuren hinterlassen. Am ehesten darf noch Ryan Bollman als hemmungslos-diabolischer Isaac-Nachfolger Micah hier wirklich Spaß haben. Grundsätzlich spricht alles dafür, dass „Kinder des Zorns 2 – Tödliche Ernte“ ein rundum schlechter Film ist. Dennoch gelingt es irgendwie, dem lachhaften, ziemlichbrutalen Treiben so viele unterhaltsame Momente zu geben, dass das Endergebnis deutlich vergnüglicher ist, als es sein dürfte.

2 von 5 Punkten

 

Kinder des Zorns 3 – Das Chicago-Massaker
Eli bringt den Sekten-Horror nach Chicago (© Capelight Pictures)

Eli bringt den Sekten-Horror nach Chicago (© Capelight Pictures)

Inhalt: Nachdem sein gewalttätiger Vater spurlos verschwunden ist, werden Joshua (Ron Melendez) und sein Stiefbruder Eli (Daniel Cerny) bei den Pflegeeltern William (Jim Metzler) und Amanda (Nancy Lee Grahn) in Chicago untergebracht. Während Joshua probiert, an der neuen Schule schnell Anschluss zu finden, bleibt Eli lieber für sich und kümmert sich darum, eine neue Aussaat an Mais für „Ihn, der hinter den Reihen geht“ zu verwirklichen. Während Amanda und der Schuldirektor Father Frank (Michael Ensign) bald merken, dass Eli kein gewöhnliches Kind ist, beschwichtigen Joshua und William die Situation immer wieder. Tatsächlich findet der altmodisch gekleidete Junge bald eine große Anhängerschaft die von seinen Predigten begeistert ist. Viel zu spät bemerkt Joshua, dass er etwas gegen seinen Stiefbruder unternehmen muss.

Fazit: Erst vor kurzem wurde „Kinder des Zorns 3 – Das Chicago-Massaker“ ungeschnitten wieder für den Verkauf freigegeben. Tatsächlich entpuppt sich dieser Franchise-Beitrag von 1995, in dem Charlize Theron ihre erste Mini-Rolle spielen durfte, als überraschend gut gemachte und spaßige Fortsetzung. Mit netten Effekten, zumeist soliden Darstellern und dennoch genügend Raum für Albernheiten gehört der Teil zweifelsohne zu den besten der Reihe.

3 von 5 Punkten

Hier geht es zu unserer ausführlichen Kritik des Films

 

Kinder des Zorns (2009)
Diese Version von Vicky und Burton kann sich nicht leiden (© Capelight Pictures)

Diese Version von Vicky und Burton kann sich nicht leiden (© Capelight Pictures)

Inhalt: Kriegsveteran Burton (David Anders) ist mit seiner Frau Vicky (Kandyse McClure, „Hemlock Grove“) in der Einöde Nebraskas unterwegs. Während eines massiven Streits taucht auf einmal ein Kind vor ihrem Auto auf, dem Burton nicht mehr ausweichen kann. Schnell stellt sich heraus, dass der Junge schon vor dem Unfall so gut wie tot war. Das Paar nimmt die Leiche mit, um aktiv nach Hilfe zu suchen. Im nahegelegenen Gatlin treffen sie aber nur auf die Kindersekte des Propheten Isaac (Preston Bailey, „Dexter“), der gemeinsam mit seinem Vollstrecker Malachai (Daniel Newman) neue Opfer für seines Gottheit sucht.

Kritik: 1984 war Donald P. Borchers der Produzent des originalen „Kinder des Zorns“. Obwohl der Erfolg ihm recht gab, hat er sich nach eigener Aussage immer daran gestört, die sehr düstere Stephen King-Geschichte deutlich geglättet zu haben. 2009 wollte er mit einem TV-Remake, das von ihm geschrieben, produziert und inszeniert wurde, die andere Variante der Geschichte zeigen. Auch wenn seine Ansätze löblich sind, bricht das Endergebnis in sich zusammen. So stehen die Hauptfiguren schon zu Beginn vor den Scherben ihrer Ehe und müssen dann noch die albtraumhafte Situation überstehen. Wenn es gelingt, von diesem Startpunkt Interesse und Mitgefühl für beide Charaktere aufzubauen, kann ein absolut packender Film entstehen. Doch weder das schwache Skript noch die Darstellerleistungen von David Anders und Kandyse McClure sorgen nur im Ansatz dafür, dass dieses Konzept aufgehen kann.

Viel mehr muss sich das Publikum in den ersten 50 Minuten fast nur damit befassen, wie sich zwei langweilig-unsympathische Figuren dröge Vorwürfe an den Kopf werfen. Auch der (normalerweise) ordentliche Jungdarsteller Preston Bailey als Isaac und Daniel Newman als Malachai können nicht ansatzweise mit den effektiven Auftritten ihrer Vorgänger mithalten. Zumindest gelingt es in der blutigen und recht konsequenten Schlussphase, für die teils schwere erträgliche Kost in Teilen zu entschädigen. Das ändert aber bei weitem nichts daran, dass Borchers Neuauflage von „Kidner des Zorns“ trotz nachvollziehbarer Ausgangsidee überflüssig bleibt.

1,5 von 5 Punkten

Das Steelbook ist ab dem 27.12.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 

Peter Horton und Linda hamilton harmonierten prächtig im Original (© Capelight Pictures)

Peter Horton und Linda Hamilton harmonierten prächtig im Original (© Capelight Pictures)

Bild: Vor allem der erste Teil, der immerhin ein 33 Jahre alter Low Budget-Horrorfilm ist, wurde in seiner 2K-Restauration hübsch aufpoliert. Schärfe und Detaildarstellung sind besonders in den gut beleuchteten Szenen wirklich gelungen. Auch die Farben wurden ordentlich überarbeitet und sehen vergleichsweise kräftig und natürlich aus. Die altersbedingten Fehler und Probleme wurden deutlich reduziert. Die Einstellung von Kontrasten und Schwarzwert wurde ebenfalls auf ein gefälliges Niveau gebracht. Auch wenn der Look weit von einem Optimum entfernt ist, gibt es hier wenige Gründe, sich zu beschweren. Bei Teil 2 und Teil 3 wurde etwas weniger Mühe in einen wirklich beeindruckenden Transfer gesteckt. Gerade in Anbetracht, dass die Filme doch eher Hinterbänkler der 90er-Jahre-Unterhaltung waren, wird hier doch immer und in allen Bereichen optisch brauchbare Kost geliefert. Das Remake stammt dann schon aus dem HD-Zeitalter. Hier gibt es ein sehr viel saubereres Bild, das vollkommen solide Schärfe- und Detaildarstellungen mitbringt. Auch die Farbpalette, die zwischen tristen und schwülwarmen Farben variiert, sieht sehr ordentlich aus. Das merklich vorhandene Rauschen hat sicherlich auch teilweise mit technischen Schwierigkeiten zu tun. Ein wirklich glattes HD-Bild wäre in diesem Horror-Universum aber auch deplatziert gewesen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die drei Originalteile liegen jeweils in einer englischen DTS-HD MA 5.1-Abtastung und einer (natürlich) etwas zurückhaltenderen deutschen PCM 2.0-Spur vor. Wirklicher Einsatz der äußeren Boxen ist in der englischen Fassung hauptsächlich bei dem berühmten Score und dem unheilvollen Gesang und Geschrei der Kinder zu vernehmen gewesen. Ansonsten wird in beiden Fassungen eine solide Abmischung geboten. Es gelingt, eine gewisse räumliche Atmosphäre zu kreieren, auch wenn die Dialoge stellenweise etwas dumpf klingen. Das Remake hat in der deutschen und in der englischen Fassung eine solide DTS-HD MA 5.1-Spur. Diese konzentriert sich auch hauptsächlich auf eine gute Dialogverständlichkeit. Gelegentlich beziehen auch hier Musik und Hintergrundgeräusche die äußeren Boxen mit ein. Auch wenn die Vertonung sicherlich nicht besonders spektakulär ausgefallen ist, werden die Erwartungen erfüllt.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Das Steelbook selbst gefällt mit einem passenden Design und guter Verarbeitung. Die Sichel und der Titel auf der Vorderseite sind geprägt vom Rest abgehoben. Gerade zu Teil 1 ist die Box sehr großzügig mit Bonusmaterial bestückt. Zwei Audio-Kommentare, ein Making of (36 Minuten), fünf Interview-Featurettes (insgesamt 64 Minuten), eine Bilder- und Postergalerie, Storyboard- und Titelsequenzskizzen und der Original Kinotrailer sind hier enthalten. Bei Teil 2 und Teil 3 liegt nur jeweils der Kinotrailer bei. Das Remake wird durch vier ordentliche Featurettes (insgesamt 45 Minuten) ergänzt. Insgesamt wird hier ein deutlicher Mehrwert und interessante Hintergrundinformationen geboten.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: horrornymphs, YouTube

Kinder des Zorns I-III +Remake

Originaltitel:Children Of The Corn I-III + Remake
Regie:TEIL 1: Fritz Kiersch TEIL 2: David Price TEIL 3: James D.R. Hickox
REMAKE: Donald P. Borchers
Darsteller:Teil 1: Peter Horton, Linda Hamilton, R.G. Armstrong
Teil 2: Terence Knox, Paul Scherrer, Ryan Bollman
Teil 3: Daniel Cerny, Ron Melendez, Jim Metzler
Remake: David Anders, Kandyse McClure, Daniel Newman
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 1984/1992/1995/2009
Verleih:Capelight Pictures
Länge:92/93/91/92 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 26.12.2017
Review: Kinder des Zorns (4-Disc Blu-ray-Steelbook)

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