Review: Express in die Hölle – Runaway Train (2-Disc Limited Collector’s Edition)

Die Covervariante B des Mediabooks von "Runaway Train" (© Capelight Pictures)

Die Covervariante B des Mediabooks von „Runaway Train“ (© Capelight Pictures)

Inhalt: Oscar „Manny“ Manheimer (Jon Voight, „Ray Donovan“) ist einer der härtesten Jungs in einem Hochsicherheitsgefängnis in Alaska. Nach drei Jahren Isolationshaft kommt er sehr zum Missfallen des Direktors Ranken (John P. Ranken) zurück in den normalen Vollzug und sorgt dort direkt wieder für Unruhe. Der jüngere Buck McGeehy (Eric Roberts, „Inherent Vice – Natürliche Mängel“) ist ein talentierter Boxer und ein freundlicher Kerl, der bei Mithäftlingen und Wärtern beliebt ist. Als sich eine Möglichkeit auftut, fliehen Buck und Manny gemeinsam. In einem naheliegenden Güterbahnhof schleichen sie sich an Bord eines Zuges. Kaum auf der Strecke, erleidet der Zugführer einen Herzinfarkt. Bis auf die überforderte Bahnangestellte Sara (Rebecca De Mornay, „Rage – Tage der Vergeltung“) und den beiden Häftlingen ist niemand mehr auf dem führerlosen Zug. Irgendwie muss es dem Trio gelingen, ins vordere Abteil zu kommen und die chaotische Fahrt zu beenden. Dazu müssen Manny und Buck ihre Flucht fortsetzen, da Ranken die Spur der beiden aufgenommen hat.

Kritik: Im Jahr 1985 drehte der russische Filmemacher Andrei Konchalovsky diesen gradlinigen Action-Thriller, der zu einem großen Erfolg wurde. Dabei trat der vielfach preisgekrönte (und für drei Oscars nominierte) Film den Beweis an, dass nicht immer eine (auf den ersten Blick) komplexe Geschichte für packendes Kino nötig ist. Schon in den ersten Momenten in dem heruntergekommenen Gefängnis etabliert sich die Atmosphäre, die sich quer durch die 111 Minuten Adrenalin-Unterhaltung zieht. Zwischen wunderschönen Landschaftsbildern und kammerspielartigen Sequenzen, die sich nur um die drei Hauptfiguren drehen, bleibt der Film eine absolute Vollgas-Veranstaltung. Eine große Stärke sind die erstklassigen Stunts und handgemachten Effekte, die dem einen oder anderen Action-Puristen wohl die Freudentränen in die Augen treiben dürften.

Mit Manny und Buck sollte sich niemand anlegen (© Capelight Pictures)

Mit Manny und Buck sollte sich niemand anlegen (© Capelight Pictures)

Nicht jeder dürfte auf Anhieb darauf kommen, dass ein solcher Film für erstklassiges Darsteller-Kino prädestiniert ist. Eine Ikone wie Jon Voight zeigte hier als Brutalo eine der besten Leistungen seiner so langen Karriere. Mit einer Mischung von Rücksichtslosigkeit und schierem Wahnsinn hat er ein paar brillante und unfassbar unterhaltsame Momente. Dabei gelingt es ihm aber, diese etwas überzeichnete Figur mit so viel Tiefe auszustatten, dass sein Part auf ein ganz anderes Level kommt. Eine Oscar-Nominierung und ein Golden Globe-Award waren absolut verdient. Heutzutage ist es kaum vorstellbar, dass Eric Roberts einmal deutlich bekannter als seine Schwester Julia war. Während er mittlerweile nur noch gelegentlich in A-Produktionen auftritt und sonst gefühlt in jeder Produktion mitspielt, die ihm einen Gehaltscheck anbietet, stand er in den 80er-Jahren vor einer Weltkarriere. Ein gewichtiger Grund war sicherlich sein Auftritt in „Runaway Train“. Wie er als redseliger, gutmütiger und nicht sonderlich intelligenter Buck ein Gegengewicht zu Manny bildet, ist erstklassig. So konnte auch Roberts eine folgerichtige Oscar-Nominierung verbuchen.

Die bis heute ebenfalls sehr aktive Rebecca De Mornay ist erst in der zweiten Hälfte des Filmes vertreten. Auch wenn sie nicht ganz mit den Gala-Auftritten von Voight und Roberts mithalten kann, spielt sie als verängstigte Sara ebenfalls eine gute Rolle. John P. Ranken bekommt da als boshafter Gefängnisdirektor weniger Platz, um sich zu zeigen. Dazu ist der mittlerweile zum Kultstar aufgestiegene Danny Trejo („From Dusk Till Dawn“) in seiner ersten Filmrolle zu sehen.

Immerhin 32 Jahre nach seiner Veröffentlichung ist „Express in die Hölle – Runaway Train“ immer noch Action-Kino der oberen Klasse. Toll bebildert und inszeniert, voller fesselnder Spannung und mit zwei grandiosen Hauptdarstellern bringt der Film alles mit, um sich mittlerweile das Prädikat Klassiker zu verdienen.

Manny in einer misslichen Situation (© Capelight Pictures)

Manny in einer misslichen Situation (© Capelight Pictures)

Der Film ist ab dem 01.12.2017 auf DVD und in der 2-Disc Limited Collector’s Edition erhältlich.

4,5 von 5 Punkten

 

Bild: Natürlich merkt man dem Film sein Alter an. Dennoch hat „Runaway Train“ eine beachtliche Überarbeitung spendiert bekommen. Obwohl der Film mit einer knackigen Körnung versehen ist, sind Schärfe und Detaildarstellung meistens wirklich gut. Nur in ein paar Außenaufnahmen fällt das Bild ein wenig ab. Die Farbpalette ist sauber, ohne dabei zu sehr gesättigt zu wirken. Kontraste und Schwarzwert können ebenfalls überzeugen. Wirklich erwähnenswerte Fehler waren in diesem sehr ordentlichen Transfer nicht zu entdecken.

4 von 5 Punkten

Ton: Auf der Blu-ray ist der deutsche Ton in einer schick überarbeiteten DTS-HD MA 5.1-Spur zu finden. Das englische Original ist auf der Blu-ray in einer PCM 2.0-Fassung enthalten. Auf der DVD befindet sich eine deutsche Dolby Digital 5.1- und eine englische Dolby Digital 2.0-Tonspur. Während es in der Originalfassung eine schöne Stereo-Abmischung gibt, wurde beim HD-Transfer noch einmal merklich an der Räumlichkeit gearbeitet. Gerade der donnernde Zug und der pfeifende Schnee sorgen hier für Atmosphäre. Aber auch Hintergrundgeräusche (z.B. im Gefängnis) und der Score wurden überarbeitet. Dazu sind die Dialoge immer gut verständlich.

4 von 5 Punkten

Extras: Die raue und schicke Cover-Variante B passt sich dem Top-Niveau des Films an. Innen im Mediabook ist ein gelungenes Booklet, das auf 20 Seiten mit interessanten Texten und Bildern punktet. Auf der Blu-ray befinden sich als Bonusmaterial die äußerst ausführlichen Interviews „Ausgepowert“ mit Regisseur Andrei Konchalovsky (16 Minuten), „Vom Schauspieler zum Flüchtling“ mit Jon Voight (38 Minuten); „Süß und wild“ mit Eric Roberts (16 Minuten) und „Die Ruhe vor dem Chaos“ mit Kyle T. Heffner (17 Minuten) sowie der Originaltrailer und eine Trailershow.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: spannick, YouTube

Express in die Hölle – Runaway Train

Originaltitel:Runaway Train
Regie:Andrey Konchalovskiy
Darsteller:Jon Voight, Eric Roberts, Rebecca De Mornay
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 1985
Verleih:Capelight Pictures
Länge:111 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 01.12.2017
Review: Express in die Hölle – Runaway Train (2-Disc Limited Collector’s Edition)

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