Review: Rage – Tage der Vergeltung (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Rage" (© Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von “Rage” (© Ascot Elite)

Inhalt: Nach einer längeren Geschäftsreise freut sich Stanley (John Travolta, „Criminal Activities“) auf ein paar entspannte Tage mit seiner Frau Vivian (Rebecca De Mornay, „Apartment 1303“), die ihn vom Flughafen abholt. Im Parkhaus werden sie von einem fiesen Typen (Luis Da Silva Jr.) nach Geld gefragt. Als sie ihre Hilfe verweigern, greift der Mann das Ehepaar brutal an. Stanley wird zusammengeschlagen und Vivian wird durch gezielte Messerstiche getötet. Obwohl Stanley den Mann zweifelsfrei überführen kann, lassen die ermittelnden Polizisten (Sam Trammell und Asante Jones) den Täter laufen. Bei Nachforschungen stößt der Witwer auf Hinweise, dass die Tat kein Zufallsakt, sondern ein gezielter Mord war. Nun wird es Zeit, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen. Nicht nur der Mörder soll zu Strecke gebracht werden. Gemeinsam mit seinem Kumpel Dennis (Christopher Meloni, „Oz – Hölle hinter Gittern“), mit dem er eine düstere Vergangenheit teilt, knüpft sich Stanley jeden vor, der mit der Tat in Verbindung steht. Erst nach und nach wird ersichtlich, wie hoch der Einfluss der Hintermänner des Überfalls geht.

Kritik: Lange Zeit war das Projekt mit anderen Namen geplant gewesen. So sollte Action-Ikone William Friedkin („French Connection“) Hauptdarsteller Nicolas Cage auf seinem Rachefeldzug inszenieren. Nachdem beide die Produktion verlassen hatten, übernahmen „Die Maske“-Regisseur Chuck Russell und John Travolta. Das Endergebnis ist leider eher ernüchternd. So zeigt „Rage“ relativ deutlich, warum ähnlich gelagerte Werke wie „Ein Mann sieht rot“ oder „96 Hours“ einen deutlich besseren Ruf genießen. Das Drehbuch nimmt im Prinzip jedes Klischee mit, was irgendwo auffindbar ist. Schmierige Politiker, charakterlose Polizisten und tätowierte Gangster bilden die Gegner für eine Geschichte, die so frei von Überraschungen ist, dass sogar simpler Unterhaltungswert oft auf der Strecke bleibt. Natürlich sind die Hintergründe von Stanley in einer Richtung zu suchen, die ihm bei seiner Tätigkeit hier im Film nicht gerade hinderlich ist. Neben den finsteren Beweggründen seiner Tat versuchen die Macher auch immer wieder mit markigen Einzeilern für einen leichteren Ton im Geschehen zu sorgen. Diesen Sprüchen geht aber der Charme ab, sodass sie eher wie unangebrachte Poserei erscheinen.

Den bösen Jungs geht es bald ans Leder (© Ascot Elite)

Den bösen Jungs geht es bald ans Leder (© Ascot Elite)

Bis zu einem Finale, dass noch einige lachhaft alberne Elemente für den Zuschauer bereit hält, verdient sich der Film das Prädikat „besonders Holzschnitt-artig“. Bei John Travolta ist zumindest zu erkennen, dass er schon einmal im Actionbereich unterwegs war. Dennoch lässt sein – auch sichtbares – Alter natürlich keine großen Nahkampf-Sequenzen zu. Seine Chemie mit Christopher Meloni gehört zu den wenigen positiven Aspekten des Films. Als Duo gealterter Raubeine funktionieren die beiden. Es wird aber auch wieder leidlich offensichtlich, dass ein toller Schauspieler wie Meloni viel zu selten in entsprechenden Rollen besetzt wird und von daher in nicht wirklich beeindruckenden Filmen wie diesem hier mitwirken muss. Die restlichen Figuren sind an Eindimensionalität schwer zu übertreffen. Amanda Schull wird als Tochter von Stanley natürlich unfreiwillig in die Rachepläne involviert. Sam Trammell („Imperium“) und Asante Jones begnügen sich mit dem mäßig motivierten Aufsagen von „korruptem Cop“-Jargon. Patrick St. Esprit („Narcos“) darf den zwielichtigen Politiker mimen, was ihn merklich zu langweilen scheint. Der Autor Paul Sloan ist auch noch als erstaunlich uncharismatischer Gangsterboss Lemi K zu sehen. Rebecca De Mornay kommt aus offensichtlichen Gründen nur auf eine sehr begrenzte Spielzeit.

Es dürfte wohl kaum einer visionäres Kino von einem Rache-Thriller wie „Rage – Tage der Vergeltung“ erwarten. Die Geschichte ist aber derart einfallslos und stellenweise hanebüchen, die Dialoge so uninspiriert und die uninteressanten Figuren eine so deutliche Vergeudung von dem durchaus vorhandenen Talent der Hauptdarsteller, dass der neue Film von Chuck Russell einfach nur ärgerlich ist.

Nicht gerade ein Freund und Helfer (© Ascot Elite)

Nicht gerade ein Freund und Helfer (© Ascot Elite)

Der Film ist ab dem 07.10.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Während die Close Ups noch ziemlich scharf und detailreich sind, wirken die anderen Bilder an manchen Stellen ein wenig zu weich. Die Farben hätten auch etwas kräftiger sein dürfen, sehen aber immer natürlich aus. Vereinzelt überstrahlen die Farben ein wenig. Die Einstellung von Kontrasten und Schwarzwert sind im Gegenzug gut gelungen. Darüber hinaus ist nur selten ein Rauschen in der insgesamt ziemlich ruhigen Wiedergabe zu erkennen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische DTS-HD MA 5.1-Abmischung sind verlustlos und wissen fast ausnahmslos zu gefallen. Die Dialoge sind auch in den Action-Szenen immer gut zu verstehen und klar priorisiert. Die Schusswechsel erfolgen sehr räumlich und mit kräftigen Bässen. Auch der elektronische Score wird sehr dynamisch wiedergegeben. Manchmal kommt die Hintergrundatmosphäre ein bisschen zu zentriert daher, was aber nichts daran ändert, dass die Ton-Präsentation gelungen ist.

4 von 5 Punkten

Extras: Bis auf einige Trailer gibt es kein Bonusmaterial.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite, Leinwandreporter TV, YouTube

Rage - Tage der Vergeltung

Originaltitel:I Am Wrath
Regie:Chuck Russell
Darsteller:John Travolta, Christopher Meloni, Sam Trammell, Rebecca De Mornay
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Ascot Elite
Länge:91 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.10.2016
Review: Rage – Tage der Vergeltung (Blu-ray)

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