Review: River – Season 1 (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover der ersten Staffel von "River" (© Polyband)

Das Blu-ray-Cover der ersten Staffel von “River” (© Polyband)

Inhalt: Kommissar John River (Stellan Skarsgård, „Verräter wie wir“) ist großartig in seinem Job, kann aber mit dem Leben unter Menschen nicht viel anfangen. Der scheue Eigenbrötler tendiert dazu, Selbstgespräche zu führen und wird schon deshalb von den meisten für einen Sonderling gehalten. Seine einzige Freundin und sein Anker zur Realität war immer seine Partnerin Jackie „Stevie“ Stevenson (Nicola Walker, „Babylon“), die vor ein paar Wochen ermordet wurde. Seitdem ist River noch merkwürdiger und hat regelmäßig Erscheinungen von ihr und den Opfern seiner ungeklärten Mordfälle. Während sein neuer Partner Ira King (Adeel Akthar, „Utopia“) und die Psychologin Rosa Fallows (Georgina Rich) versuchen, River funktionsfähig zu halten, macht er sich kompromisslos auf die Suche nach dem Mörder von Stevie.

Kritik: Seit einigen Jahren ist Abi Morgan als Autorin eine verlässliche Größe, wenn es um anspruchsvolles britisches Fernsehen und Kino geht. Nachdem zuletzt ihr Skript zu „Suffragette – Taten statt Worte“ auf die große Leinwand gebracht wurde, übernahm sie bei diesen sechs Episoden der Krimiserie die Position der Showrunnerin. Wenig erstaunlich, ist „River“ ziemlich unkonventionelles Fernsehen. Eine ungewöhnliche Einleitungsszene setzt den Ton für das folgende Programm. Der Zuschauer schaut in das Universum von jemandem, der die Welt mit ganz anderen Augen sieht. Leider ist das bei weitem nicht so spannend, wie es sich anhört. In langen Dialogen setzt sich der Protagonist mit seinen Dämonen auseinander, verliert sich aber auch gerne einmal im Smalltalk. Währenddessen schreitet die zentrale Mordermittlung nur schleichend voran. So gibt die Serie dem Zuschauer viel zu viel Zeit, darüber nachzudenken, weshalb River überhaupt noch im Dienst ist. Es ist verständlich, dass seine Vorgesetzten damit zögern, ihn für dienstuntauglich zu erklären. Seinen Zustand – wie es hier scheinbar gemacht wird – als Exzentrik abzutun, erscheint aber wie eine deutliche Untertreibung.

Für John ist Stevie noch sehr präsent (© Polyband)

Für John ist Stevie noch sehr präsent (© Polyband)

Wenn die Serie einmal Tempo aufnimmt, zeigt sich, wie viel Potenzial nicht nur in der originellen Prämisse steckt. Kurz darauf bremsen die Macher aber schon wieder ab und lassen das Geschehen stellenweise äußerst zäh werden. Das ist besonders ärgerlich, wenn man sieht, wie viel schauspielerische Qualität in „River“ steckt. Gerade der schwedische Charakterkopf Stellan Skarsgård ist abermals hervorragend. Mit wie viel Herz und Elan er den labilen, verbissenen Eigenbrötler spielt, ist absolut bewundernswert. Ansonsten ist Adeel Akthar eher der Typ für die schrägen Rollen. Hier spielt er den nüchternen, sympathischen Ira, der versucht, seinen neuen Partner am Boden zu halten. Auch in diesem ruhigeren Part kann er gefallen. Ausschließlich in der Fantasie der Hauptfigur kommt Nicola Walker zum Einsatz. Die ansonsten auf strenge, härtere Rollen abonnierte Darstellerin hat sichtlich Spaß an der lebenslustigen Stevie. Lesley Manville als Chefin und langjährige Freundin von River, sowie Georgina Rich als hilfsbereite Psychologin passen sich der hohen darstellerischen Qualität an. In kleineren Rollen reihen sich unter anderem Eddie Marsan („Ray Donovan“) und Josef Altin („Game of Thrones“) ein.

Grundsätzlich hat „River“ alles, um eine hervorragende Serie für ein anspruchsvolleres Publikum zu werden. Trotz guter Einfälle und überzeugender Darsteller fehlt es den Episoden aber öfters an Esprit und Unterhaltungswert, weswegen sich die Ermittlungen des mental wackeligen Kommissars für den Zuschauer unnötig in die Länge ziehen.

Gnadenlos sucht John nach dem Mörder seiner Partnerin (© Polyband)

Gnadenlos sucht John nach dem Mörder seiner Partnerin (© Polyband)

Die Box ist ab dem 18.11.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Für eine eher kleine Serie wird eine ziemlich hohe Bildqualität geboten. Schärfe und Detaildarstellung sind durchweg recht stark. Nur selten sind ein paar weichere Bilder zu erkennen. Die meiste Zeit sind die Farben eher kühl gehalten, bleiben aber satt und natürlich genug. Die Einstellung der Kontraste und der Schwarzwert können ebenfalls überzeugen. Unruhen und Fehler sind in dieser sauberen Präsentation nicht zu finden.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Ton liegen wahlweise in einer DTS-HD MA 5.1- und einer DTS-HD MA 2.0-Fassung vor. In beiden Versionen ist immer eine sehr gute Dialogverständlichkeit gewährleistet. Obwohl sich viel im Frontbereich abspielt, werden in der 5.1-Fassung auch die äußeren Boxen gut mit einbezogen. Sowohl der abwechslungsreiche Score, als auch die Hintergrundgeräusche von den Straßen werden schön im Raum verteilt. Dazu kommen ein paar ordentliche Bässe, die unaufdringlich eingearbeitet wurden.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Making of (10 Minuten), die Featurettes Creating Manifests“ (5 Minuten) und „Being River“ (5 Minuten), sowie einige Deleted Scenes (9 Minuten) und Trailer sind neben den Episoden in der Box zu finden.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, YouTube

River - Staffel 1

Originaltitel:River - Season 1
Showrunner:Abi Morgan
Darsteller:Stellan Skarsgård, Nicola Walker, Eddie Marsan
Genre:Krimi-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 2015
Verleih:Polyband
Länge:6 x 55 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.11.2016
Review: River – Season 1 (Blu-ray)

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