Review: Doctor Strange (Kino)

Das Hauptplakat von "Doctor Strange" (© Disney/Marvel)

Das Hauptplakat von „Doctor Strange“ (© Disney/Marvel)

Inhalt: Stephen Strange (Benedict Cumberbatch, „Sherlock – Die Braut des Schreckens“) ist ein ebenso begabter wie arroganter Neurochirurg. Er nimmt nur noch Fälle an, die ihn persönlich interessieren und lässt Kollegen wie seine Ex-Freundin Christine (Rachel McAdams, „Spotlight“) oder den netten Dr. West (Michael Stuhlbarg, „Steve Jobs“) gerne seine Überlegenheit spüren. Sein Leben gerät aus den Fugen, als er einen schweren Autounfall hat und Nervenschäden in beiden Händen erleidet. In der krampfhaften Bemühung, seinen Job wieder ausüben zu können, ist ihm fast jedes Mittel recht. Als er schon aufgeben will, erfährt er von einer Heilerin in Nepal, die nur unter dem Namen „Ancient One“ (Tilda Swinton, „A Bigger Splash“) bekannt ist und sogar schon schwerere Fälle wie seinen gelöst hat. Vor Ort in einem geheimnisvollen Kloster werden seine Erwartungen zunächst nicht erfüllt, da die Dame nur von der Kraft des Geistes berichtet. Obwohl Strange nicht überzeugt ist, taucht er mangels Alternativen in die Welten der „Ancient One“ ein und entdeckt schon bald, dass er eine ungewöhnliche Begabung für diese fremden Geistestätigkeiten besitzt. Es dauert nicht lange, bis seine neu erlernten Fähigkeiten das erste Mal zum Einsatz kommen müssen: Kaecilius (Mads Mikkelsen, „Hannibal“), sein Vorgänger als Schüler bei „Ancient One“, möchte die Zeit manipulieren und so eine neue Welt aufbauen. Zusammen mit Mordo (Chiwetel Ejiofor) und Wong (Benedict Wong), zwei weiteren Gelehrten aus dem Kloster, muss Strange Millionen von Leben retten.

 

Benedict Cumberbatch als Doctor Strange (© Disney/Marvel)

Benedict Cumberbatch als Doctor Strange (© Disney/Marvel)

 

Kritik: Scott Derrickson, der den meisten Horrorfans von Filmen wie „Sinister“ bekannt sein dürfte, gibt hier gemeinsam mit dem Titelhelden seinen Einstand im Marvel-Universum. Wie vielleicht einige gehofft haben, ändert sich hier eine ganze Menge, vor allem was die Sehgewohnheiten betrifft. Mit fantastischen Effekten lässt Derrickson ganze Welten entstehen und in sich zusammen fallen, wie man es höchstens in „Inception“ schon einmal gesehen hat. In anderen Sequenzen schickt er seinen Protagonisten auf Gedankenreisen, die irgendwo zwischen schönem Traum und LSD-Trip einzuordnen sind. So kommt es auch, dass der längst überholte 3D-Effekt in diesem Film endlich mal wieder einen wirklichen Mehrwert bringt. Doch der Film hat noch mehr zu bieten als eine mehr als schicke Optik. Wie so oft bei den Marvel-Werken, läuft das Geschehen nach einem deutlich vordefinierten Schema ab. Hier ist der Weg zum Ziel das wirklich überzeugende Element. Obwohl „Doctor Strange“ eher düster und surreal wirkt, ist es insbesondere der trockene Humor, der richtig gut zündet. Insoweit wird mit diesem Film (wieder einmal) mehr als brauchbarer Anschauungsunterricht für die Kollegen aus dem DC-Universum geliefert.

Kein freundlicher Zeitgenosse (© Disney/Marvel)

Kein freundlicher Zeitgenosse (© Disney/Marvel)

Trotz all der Situationskomik verliert der Film seinen ernsten Kern nie aus den Augen. Die gradlinige Story wird natürlich auch von den tollen Darstellern mit Besonderheiten versehen. Vollblut-Charismatiker Benedict Cumberbatch hat scheinbar nur darauf gewartet, einen eigenen Superheld zu bekommen. Ob als schmieriger Schnösel, gequälte Seele, oder augenzwinkernd ironischer Kämpfer fürs Recht ist der Brite zu jeder Zeit in seinem Element. Das erste filmische Aufeinandertreffen von ihm mit Robert Downey Jr. Iron Man dürfte sehr vergnüglich werden. Die Besetzung von (der wahrlich nicht asiatischen) Tilda Swinton wurde im Vorfeld von vielen kritisiert. Tatsächlich entpuppt sie sich als gute Besetzung für die weise Lehrmeisterin von Doctor Strange. Mads Mikkelsen ist ein unglaublich wandelbarer Schauspieler, der aber allein wegen seiner Optik gerne als Fiesling herhalten darf. Obwohl seine Spielzeit gar nicht so groß ist, entwickelt er aus dem mysteriösen Kaecilius einen überlebensgroßen Antagonisten, lässt dabei aber auch noch Raum für ein paar humorige Einwürfe. Wenn dazu die Nebenrollen noch mit Schauspielern wie Benedict Wong („Marco Polo“), Rachel McAdams, Chiwetel Ejiofor („Vor ihren Augen“), Michael Stuhlbarg, Benjamin Bratt („The Infiltrator“) und Scott Adkins („Universal Soldier – Day of Reckoning“)besetzt sind, hat der Film schon fast ein Luxusproblem.

Der Einstieg von „Doctor Strange“ in die filmische Marvel-Welt ist mehr als geglückt. Mit einem einzigartigen Look, tollen Darstellern und punktgenauem Witz lässt der Film seine konventionelle Geschichte vergessen und liefert feinstes Popcorn-Kino, das sicherlich seine Fortsetzungen erleben wird.

4 von 5 Punkten


Quelle: Disney Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Doctor Strange

Originaltitel:Doctor Strange
Regie:Scott Derrickson
Darsteller:Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Mads Mikkelsen, Chiwetel Ejiofor
Genre:Fantasy, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
Länge: 115 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 27.10.2016
Homepage:Doctor Strange

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.10.2016
Review: Doctor Strange (Kino)

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