Review: From Dusk Till Dawn Staffel 1 (Blu-ray)

Das Blu-ray Cover von "From Dusk Till Dawn Staffel 1" (Quelle: WVG Medien)

Das Blu-ray Cover von “From Dusk Till Dawn Staffel 1” (Quelle: WVG Medien)

Inhalt: Gerade erst ist Seth Gecko (D.J. Cotrona, „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“) mit Hilfe seines kleinen Bruders Richie (Zane Holtz) aus dem Gefängnis getürmt, da haben die beiden schon eine Millionen-Beute aus einem Raub und einen ganzen Stapel an Leichen auf der Haben-Seite. Der Gangsterboss Carlos (Wilmer Valderrama, „Die wilden Siebziger“) bietet den beiden sicheren Unterschlupf, falls sie es nach Mexiko schaffen. Während der Flucht wird Richie durch Visionen von einer mysteriösen Frau (Eiza González) gequält und steht am Rande des Wahnsinns.

Der ehemalige Pastor Jacob Fuller (Robert Patrick, „Cop Land“) möchte eigentlich nur mit seinen Kindern Kate (Madison Davenport, „Noah“) und Scott (Brandon Soo Hoo) vor dem Alltag fliehen, als ihr Wohnmobil von den Gecko-Brüdern gekapert wird. Sie zwingen die Familie, sie über die Grenze zu bringen und in der Bar „Titty Twister“ bei ihnen zu bleiben, bis alle Deals mit Carlos abgeschlossen sind. Noch ahnt keiner, was in dieser Bar auf sie wartet.

Kritik: Im Jahr 1996 gelang Robert Rodriguez mit seinem Horror-Roadmovie „From Dusk Till Dawn“ ein Film, der in kürzester Zeit zum Klassiker wurde und nebenbei George Clooney zum absoluten Weltstar machte. In den vergangenen Jahren schien Rodriguez der Einfallsreichtum seiner alten Werke abhanden gekommen zu sein, wie seine simpel ausgefallenen, eher enttäuschenden Sequels „Machete Kills“ und „Sin City 2 – A Dame To Kill For“ zeigten. Die Idee, aus seinem vielleicht bekanntesten Film eine Serie zu machen und diese auf seinem Sender „El Rey Network“ auszustrahlen, sorgte im Vorfeld für (durchaus nachvollziehbare) Skepsis. In der Anfangsphase der Staffel werden die Befürchtungen bestätigt, da die Serie sehr nah am Film bringt und sogar einige bekannte Zitate 1:1 übernimmt („Alle bleiben cool. DU…bleib cool“). Trotz handwerklich erwartet ordentlicher Inszenierung wird in der ersten Hälfte der Staffel trotz deutlich verlängerter Spielzeit kaum inhaltlicher Mehrwert geboten.

Die Gecko-Brüder sind wieder da (Quelle: WVG Medien)

Die Gecko-Brüder sind wieder da (Quelle: WVG Medien)

Eine Nebengeschichte, in der sich Polizist Freddie (Jesse Garcia, „Jarhead 2: Zurück in die Hölle“) an die Fersen der Brüder heftet, um den Tod seines Vorgesetzten, Mentors und Freundes Earl (Don Johnson, „Cold in July“) zu rächen, bleibt die einzige auffällige Neuerung. Dazu wird hier noch etwas mehr auf Richies mentalen Probleme eingegangen, was aber erst im Laufe der Handlung sinnvoll wird. Nach der bekannten, großen Wendung der Geschichte distanziert sich die Staffel etwas mehr vom bekannten Geschehen und geht etwas mehr auf die Mythologie hinter der Story ein. Hier schaffen es Rodriguez und seine Kollegen dann doch, ein paar interessante Innovationen einzuführen, die das Ende der Staffel recht vergnüglich machen.

Santanico sucht Richie in Visionen heim (Quelle: WVG Medien)

Santanico sucht Richie in Visionen heim (Quelle: WVG Medien)

Schauspielerisch sind die Rollen natürlich ziemlich undankbar. Gerade ein D.J. Cotrona hat trotz einer gewissen Ähnlichkeit (auch wegen der Zitate) und deutlich anzumerkender Spielfreude wegen des Vergleichs mit Clooney nicht viel zu gewinnen. Zane Holtz wirkt trotz einer erhöhten Dosis Wahnsinn deutlich trockener und weniger unterhaltsam als Tarantino. Routinier Robert Patrick zeigt als desillusionierter Pastor, das er den Vergleich mit Harvey Keitel nicht scheuen muss. Madison Davenport und Brandon Soo Hoo bleiben als seine Kinder recht austauschbar.

Ein Besetzungs-Coup ist mit der betörenden Eiza González gelungen, die hier die Nachfolge von Salma Hayek als Santánico Pandemonium antritt. Auch wenn man über die Tanzeinlage streiten kann, spielt González geheimnisvoll und sprüht dabei vor Sex-Appeal. Eine weitere positive Überraschung ist Wilmer Valderrama, den die meisten noch als sonderbaren Austauschschüler aus „Die wilden Siebziger“ kennen dürften. Nach etwas Eingewöhnungszeit nimmt man Walderrama den bedrohlichen, charismatischen Gangsterboss absolut ab. Dazu kommt Don Johnson, der anfänglich einige charmante Monologe führen darf, aber eigentlich nur als Einleitung für die Geschichte rund um den soliden Jesse Garcia dient. Die Idee, den stets überdrehten Jake Busey („The Frighteners“) als „Sex Machine“ zu besetzen, hätte man sich besser verkniffen.

Dieser Familienausflug ist gründlich schief gegangen (Quelle: WVG Medien)

Dieser Familienausflug ist gründlich schief gegangen (Quelle: WVG Medien)

Die erste Staffel von „From Dusk Till Dawn“ lässt einen – abgesehen vom tadellosen handwerklichen Aspekt – etwas zwiespältig zurück. Nach einer ersten Hälfte, die einem wie eine langgezogene Version des Films mit unbekannteren Darstellern vorkommt, zeigt diese Auftakt-Season, dass doch durchaus Potenzial und eine Daseinsberechtigung für die Produktion vorhanden ist.

Die Box ist ab dem 27.03.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Die Serie wird in einem scharfen und detailreichen Digitallook präsentiert. Allerdings macht man sich hier und da mit einem recht extremen Color Grading in den gelb-braunen Bereich das Leben selbst ein wenig schwer. Die Farben sehen natürlich nicht immer natürlich aus, sind aber kräftig und passen gut zum sonstigen Ambiente der Serie. Kontraste und Schwarzwert sind auf hohem Niveau. In dem ruhigen, sauberen Bild existiert praktisch kein Rauschen.

4 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische DTS-HD MA 5.1-Tonspur sind ebenfalls überzeugend. Die Dialoge kommen sauber und natürlich aus den Frontsprechern. Vor allem in den Bar-Szenen ist die Abmischung von Hintergrundgeräuschen und Score wirklich exzellent. Dazu kommen einige nette Bässe bei Schusswechseln. Insgesamt holt der Transfer das Maximum aus dem Ausgangsmaterial raus.

4 von 5 Punkten

Extras: Es gibt insgesamt 6 Audio-Kommentare zu einzelnen Episoden, die Featurettes „Beste Kills“ (1 Minute), „Am Set: Episode 1, Tag 1“ (2 Minuten) und „Biographien der Charaktere“ (5 Minuten),ein gelungenes Making of (23 Minuten), ein paar kleine „Behind the Scenes“-Beiträge (3 Minuten), eine Frage und Antwortrunde mit Rodriguez und einigen Cast-Mitgliedern (34 Minuten) sowie ein paar Werbespots und Trailer ergänzen die Box wirklich überzeugend.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: WVG Medien, Leinwandreporter TV, YouTube

From Dusk Till Dawn – Season 1

Originaltitel:From Dusk Till Dawn – Season 1
Creator:Robert Rodriguez
Darsteller:D.J. Cotrona, Zane Holtz, Jesse Garcia |
Genre:Horror-Action-Serie
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:WVG Medien
Länge:10 Episoden zu je 45 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 30.03.2015
Review: From Dusk Till Dawn – Season 1 (Blu-ray)

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