Review: Jarhead 2 – Zurück in die Hölle (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Jarhead 2" (Quelle: Universal Pictures Germany)

Das Blu-ray-Cover von “Jarhead 2” (Quelle: Universal Pictures Germany)

Bei seinem dritten Einsatz in Afghanistan freut sich der erfahrene Soldat Chris Merrimettes (Josh Kelly) eigentlich nur noch auf seine Heimkehr. Zu Hause möchte er sich mit seiner schwangeren Frau ein neues Leben aufbauen. Als dann aber sein direkter Vorgesetzter in einem Feuergefecht getötet wird, muss er plötzlich Verantwortung übernehmen, da Major Gavins (Stephen Lang, „Manhunter – Roter Drache“) ihn unerwartet zum neuen Team Leader macht. Direkt als erste Mission soll er mit seinem Team eine Lieferung an einen Außenposten mitten im Taliban-kontrollierten Gebiet bringen. Zu Beginn dieses gefährlichen Einsatzes trifft Merrimettes Team auf den hochrangigen Soldaten Foy (Cole Hauser, „Stirb Langsam 5 – Ein guter Tag zum Sterben“), der die Widerstandskämpferin Anoosh (Cassie Layton) aus der Gefahrenzone bringen und ausfliegen lassen soll. Unfreiwillig wird die Truppe, die eigentlich nur ihre Vorräte ausliefern wollte, Teil einer Mission von nationaler Bedeutung. Unterstützung ihrer Kollegen ist dabei nicht in Sicht, da alle Kommunikationsmöglichkeiten zerstört wurden. So macht sich die kleine Truppe Marines auf, um diese wichtige Mission zu erfüllen.

Im Jahr 2005 zeigte Star-Regisseur Sam Mendes mit „Jarhead: Willkommen im Dreck“ eine böse Kriegs-Satire, die sich treffend mit Irr- und Stumpfsinn einiger militärischer Missionen auseinander setzte. Als dann im vergangenen Jahr die Nachricht kam, dass dieser Film tatsächlich eine Fortsetzung bekäme, kratzten sich viele Zuschauer verwundert am Kopf. Der Regisseur Don Michael Paul, der die Welt bislang mit filmischen Glanzstücken wie „Lake Placid 4“ und „Company of Heroes“ bereichern konnte, sollte die großen Fußstapfen von Mendes füllen. Um das positive vorneweg zu nehmen. „Jarhead 2: Zurück in die Hölle“ ist ein ansehnlich umgesetzter Kriegsfilm, der sich vom Unterhaltungswert keinen Durchhänger erlaubt. Dennoch muss man sich die Frage stellen, ob Don Michael Paul und die anderen Verantwortlichen den ersten Teil gesehen, geschweige denn verstanden haben. Dieser Film ist absolut humorfrei und ist eigentlich nur darauf konzentriert, die heroischen Leistungen der Marines zu zeigen. Dabei wird sich nicht lang mit charakterlichen Grautönen aufgehalten: Die Amerikaner sind die Guten, die Afghanen die abgrundtief Bösen.

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Während sich Sam Mendes durchaus kritisch mit der ganzen Thematik auseinander gesetzt hatte, scheint Pauls einziger Ziel zu sein, den Zuschauer von der menschlich perfekten Art der Marines zu überzeugen, die ihr Heldentum gern mit coolen Sprüchen aufwerten. Als Rekrutierungsvideo erfüllt dieser Film sicherlich seinen Zweck, was ja kaum weiter im moralischen Gegensatz zum Namensvetter von 2005 sein könnte. Dabei ist diese Direct to DVD-Produktion an sich noch nicht einmal ein wirklich schlechter Film. Die Kampfszenen wirken zumindest in der ersten Hälfte recht authentisch, bauen dann aber bis zum maßlos überzogenen Ende etwas ab. Die Schauspieler sind wohl alle in die solide B-Kategorie einzuordnen. Der deutlich bekannteste Darsteller ist natürlich „Avatar“-Star Stephen Lang, der hier in der auf ihn zugeschnittenen Rolle als Major aber nur gut zehn Minuten Screen Time hat. In der Hauptrolle darf sich Josh Kelly – vielleicht einigen aufmerksamen Beobachtern aus Transformers 3“ bekannt – zeigen. Sein bodenständiges, aber unauffälliges Spiel lässt weder besonderes Lob noch Kritik zu. Dazu kommt mit Cole Hauser noch ein recht erfahrener Schauspieler, der aber auch eher zu den Hinterbänklern Hollywoods zählt. Wie bei Lang ist die Rolle gut auf seine darstellerischen Kenntnisse abgestimmt.

In vielen Bereichen ist „Jarhead 2: Zurück in die Hölle“ zu ordentlich umgesetzt, um wirklich zu enttäuschen. Allerdings dürften die Fans des ersten Teils aufgrund der vollkommen fehlgeleiteten Anwendung des Titels entsetzt sein. Warum man diesen Film nur aus Marketing-technischen Gründen nicht als eigenständiges Werk herausgebracht hat, ist äußerst fraglich. Vielleicht wollte man zumindest irgendwelche Emotionen mit diesem einseitigen, recht glatt polierten Kriegsfilm hervorrufen? Dieses Ziel wurde erreicht.

Der Film ist ab dem 25.09.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Technisch kann dieser Blu-ray kaum etwas vorgeworfen werden. Es wird ein sauberer Transfer der digitalen Aufnahmen gezeigt. Trotz, dass die Aufnahmen manchmal ein wenig zu weich sind, sind Schärfe und Detailzeichnung die meiste Zeit im oberen Bereich einzuordnen. Es gibt aber leider einige Panorama-Aufnahmen, die etwas verwaschen wirken und so gar nicht in die HD-Präsentation passen wollen. Obwohl die Farben öfters in gelb-braunen Wüstentönen gehalten werden, gibt es auch einige Szenen mit einer weitaus größeren Palette. Dabei sind die Farben durchgängig klar und kräftig. Schwarzwert und Kontraste sind sehr gut. Es gibt nur ein paar dunkle Szenen, in denen es zu einem leichten Bildrauschen kommt. Ansonsten gibt es keinerlei Fehler zu bemängeln.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der englische und der deutsche DTS-HD MA 5.1-Ton erreichen eine vergleichbar hohe Qualität. Die Dialoge lassen sich immer gut verstehen und wirken recht natürlich, auch wenn das hier nicht wirklich der Hauptfokus gewesen ist. Während der Kampfszenen dreht der Sound auf, auch wenn er stellenweise in der Abmischung etwas zu laut wird. Die satten Effekte und Bässe sorgen definitiv für eine gute Action-Kulisse. Auch wenn der Transfer nicht perfekt ist, wird hier für ein derartiges B-Movie eine überraschend hohe Qualität erreicht.

4 von 5 Punkten

Extras: Zwei entfernte Szenen (4 Minuten) sind die einzigen Bonus-Materialien zum Film.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

Jarhead 2 - Zurück in die Hölle

Originaltitel:Jarhead 2: Field of Fire
Regie:Don Michael Paul
Darsteller:Cole Hauser, Steven Lang, Justin Li
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Universal Pictures
Länge:103 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

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