Review: Big Eyes (Kino)

Das Kino-Plakat von "Big Eyes" (Quelle: StudioCanal)

Das Kino-Plakat von „Big Eyes“ (Quelle: StudioCanal)

Inhalt: In den späten 50er-Jahren war es noch sehr ungewöhnlich, wie Margaret (Amy Adams, „American Hustle“) den Ehemann einfach so zu verlassen und mit der gemeinsamen Tochter Jane (Delaney Raye, später Madeleine Arthur) in eine fremde Stadt zu ziehen. Ihr Versuch, mit ihren Gemälden von Kindern mit großen Augen ein Leben für sich und Jane aufzubauen, droht schon zu scheitern, als sie den charismatischen Walter (Christoph Waltz, „Django Unchained“) kennenlernt. Wie Margaret ist der redegewandte Mann Künstler und macht ihr nach Strich und Faden den Hof. Kurze Zeit später heiraten die beiden bereits. Überraschend kommen Margarets Bilder dann doch noch zu Erfolg, als Walter eine Geschäftsidee erfolgreich umsetzt. Doch statt seine Frau als Künstlerin vorzustellen, gibt er die Bilder als seine eigenen aus. Da Margaret ihn nicht enttäuschen will und den wachsenden Lebensstandard genießt, liefert sie ihm immer mehr Bilder mit großen Augen. Doch beim wachsenden Erfolg wird der Druck, der auf ihr lastet, immer stärker.

 

Kritik: Seit gut einem Vierteljahrhundert kennt man Tim Burton für seine fantasievoll-schrägen Filme in bunten und oft skurrilen Welten, in denen meistens auch Johnny Depp seinen Platz hatte. In „Big Eyes“ ist fast alles anders. Die Geschichte basiert auf einem wahren Fall, ist verhältnismäßig bodenständig und hat auch keine Rolle für Burtons Lieblingsdarsteller. Dafür spielen mit Amy Adams und Christoph Waltz zwei andere schauspielerische Schwergewichte (die aktuell auch deutlich vor Depp einzuordnen sind) im Film mit. Nach einem sympathischen Intro leistet sich der Ausflug von Burton in die reale Welt einige Durchhänger. Während der Weg in die Lüge noch seinen Charme hat, erfährt man im Mitteldrittel relativ wenig über die Menschen hinter dieser eigenwilligen Story. Eigentlich malt Margaret in dieser Phase des Filmes nur Bilder, die dann von Walter für immer mehr Geld verkauft werden.

Walter und Margaret Keane mit dem künstlerischen Zankapfel (Quelle: StudioCanal)

Walter und Margaret Keane mit dem künstlerischen Zankapfel (Quelle: StudioCanal)

Potenziell spannende Beziehungen wie zu der langjährigen Freundin Dee-Ann (Krysten Ritter, „Veronica Mars“), die Margaret lange vor Walter kannte, verlaufen ziemlich im Sand. Erst im Schlussdrittel nimmt der Film dann wieder Tempo auf und gewinnt deutlich an Unterhaltungswert. Schauspielerisch liefert Amy Adams auf gewohntem Top-Niveau ab. Ihre zurückhaltende, stets treffende Darstellung hätte ihr fast eine erneute Oscar-Nominierung eingebracht. Eher eigenwillig erscheint der Auftritt von Christoph Waltz, der in diesem Film noch komplett im Tarantino-Modus zu sein scheint. In manchen Szenen ist das gestenreiche, stark betonende Spiel von Waltz großartig. Meistens geht seine überdrehte Performance ziemlich deutlich an den eher bedächtigen Tönen des Filmes vorbei. Bekannte Gesichter wie Danny Huston, Krysten Ritter und Terrence Stamp arbeiten den beiden Hauptdarstellern zu.

Dieser Film, der für Burton schon fast experimentelle Züge hat, ist zu gut, um wirklich zu enttäuschen und zu schwankend, um zu überzeugen. So stehen ein netter Start und ein gelungenes Finale einem eher langweiligen Mittelteil gegenüber. Dazu kommt eine starke Amy Adams, neben der Christoph Waltz wie ein Comic-Bösewicht wirkt. Das ist wiederum so eigenwillig, dass „Big Eyes“ im Prinzip schon wieder sehenswert ist.

3 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, Leinwandreporter TV, YouTube

Big Eyes

Originaltitel:Big Eyes
Regie:Tim Burton
Darsteller:Amy Adams, Christoph Waltz, Danny Huston, Krysten Ritter
Genre:Drama, Biografie
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Kinostart:23.04.2015
Verleih:StudioCanal
Länge:107 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 23.04.2015
Review: Big Eyes (Kino)

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