Review: Noah (Kino)

Das Kinoplakat von "Noah" (Quelle: Paramount Pictures)

Das Kinoplakat von „Noah“ (Quelle: Paramount Pictures)

Inhalt: Noah (Russell Crowe, „Broken City“) ist äußerst gläubig und gottesfürchtig. Er führt mit seiner Frau Naameh (Jennifer Connelly, „Salvation Boulevard“), seinen Söhnen Ham (Logan Lerman, „Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“), Japeth (Leo McHugh Carroll) und Shem (Douglas Booth, „LOL“) sowie seinem Mündel Ila (Emma Watson, „The Bling Ring“) ein einfaches und bescheidenes Leben, bis er eines Nachts von Gott selbst einen Auftrag erhält: Dieser möchte wegen den ganzen Übeltaten der Menschen die Erde vernichten und Noah soll eine Arche bauen, um jeweils zwei Exemplare jeder Tierart zu retten. Rat holt er sich bei seinem Großvater Methusalem (Anthony Hopkins, „R.E.D. 2“), einem der weisesten Menschen des Landes. Doch während der Arbeiten fangen andere Menschen Interesse an seiner Arche zu entwickeln, was zur tödlichen Gefahr für die Familie wird. Noah setzt alles daran, um den Plan Gottes in die Tat umzusetzen.

 

Kritik: Schon lange vor der Veröffentlichung des Filmes kamen zahlreiche Zweifel: Eine Bibelverfilmung im Jahr 2014? Kann das überhaupt etwas werden? Doch Darren Aronofsky, der nach virtuosen Low Budget-Filmen wie „Requiem for a Dream“, „Der Wrestler“ und „Black Swan“ erstmals einen Blockbuster (mit 125 Millionen US-Dollar Budget) inszenieren durfte, ließ sich nicht von seiner Vision abbringen. Ein überzeugendes Ergebnis ist ihm am Ende zumindest in Teilen gelungen. Sicherlich wird das Werk einige bibelfeste Menschen mit merkwürdigen Monstern entsetzen und auf Fantasy-Fans etwas altbacken wirken. Dennoch hat „Noah“ so viele Stärken, dass man fast über die etwas unausgereifte Erzählung hinwegsehen kann. Von der reinen Optik ist der Film mit das beste, was in diesem Jahr bislang auf der großen Leinwand zu sehen gewesen ist. Wunderschöne Landschaftsbilder und eine teils sagenhafte Farbgebung sind dabei nur die Spitze des Eisberges. Auch wenn der Einsatz von CGI-Effekten etwas inflationär vorkommt, sind manche wie beispielsweise ein aus dem Nichts entstehender Wald (gerade auch dank dem gelungenen 3D-Effekt) ein wahrer Augenschmaus.

Starke Schauspieler stehen bei der nicht immer stimmigen Handlung im Vordergrund

Noah mit seiner Familie auf der Reise (Quelle: Paramount Pictures)

Noah mit seiner Familie auf der Reise (Quelle: Paramount Pictures)

Dramaturgisch möchte ich nicht besonders auf den Film eingehen. Dank einer gewollt wenig verratenden Kampagne erwarten den Zuschauer hier einige Überraschungen, wie man sie von Darren Aronofsky aus seinen anderen Werken kennt. Einige dieser Einfälle zünden, auf anderen wird zu lang herumgeritten. Schauspielerisch hält der Film alles, was der Cast verspricht. Russell Crowe ist als nahezu besessener Noah die Idealbesetzung und sorgt mit Ausstrahlung und kraftvollem Spiel dafür, dass er nicht nur namentlich der zentrale Punkt der Geschichte ist. Jennifer Connelly spielt schon zum zweiten Mal nach ihrem atemberaubenden Auftritt in „Requiem for a Dream“ in einem Aronofsky-Film mit und meistert ihre Rolle als loyale aber besorgte Ehefrau und Mutter hervorragend.

 

Emma Watson überzeugt als Ila (Quelle: Paramount Pictures)

Emma Watson überzeugt als Ila (Quelle: Paramount Pictures)

Der dritte Glanzauftritt in diesem Film gehört Emma Watson, die einen durchaus anspruchsvollen Charakter mit spielerischer Leichtigkeit und Ausdruckskraft spielt. Douglas Booth, Logan Lerman und der junge Leo McHugh Carroll bleiben da deutlich unauffälliger. Anthony Hopkins ist in seiner Rolle als Methusalem gewohnt souverän, ohne dabei seine ganze Klasse abrufen zu müssen. Der Antagonist wird vom britischen Charakterkopf Ray Winstone („The Crime“) verkörpert, der einige nette (bzw. böse) Momente hat, aber auch ganz klar hinter Crowe, Connelly und Watson zurückbleibt.

Bei seinem Debüt im Popcorn-Bereich hat Darren Aronofsky wie erwartet mit einigen thematischen Problemen zu kämpfen, da er sich weder klar für Historienabenteuer noch für Fantasy entscheidet. Dennoch trägt der optisch spektakuläre Film auf der Basis der Charakterstudie die ganz klare Handschrift des Regisseurs, der sich auch hier wieder mit dem Thema Obsession auseinandersetzt. So ist „Noah“ sicherlich nicht sein bester Film und dürfte bei einigen Zuschauer für Ärger sorgen, kann aber dennoch getrost als sehenswert bezeichnet werden.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures, YouTube

Noah

Originaltitel:Noah
Regie:Darren Aronofsky
Darsteller:Russell Crowe, Jennifer Connelly, Emma Watson, Anthony Hopkins
Genre:Fantasy-Abenteuer
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Paramount Pictures
Länge:138 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:03.04.2014
Homepage:Der Internet-Auftritt von "Noah"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 02.04.2014
Noah (Kino)

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