Review: A Long Way Down (Kino)

Das Poster von "A Long Way Down" (Quelle: DCM)

Das Poster von „A Long Way Down“ (Quelle: DCM)

Inhalt: Der Ex-Fernseh-Moderator Martin Sharp (Pierce Brosnan, „Salvation Boulevard“) hat keine Lust mehr zu leben. Nachdem er ein Mädchen verführt hatte, was minderjährig war, kam er ins Gefängnis und verlor Job und Familie. Deswegen möchte er sich an Silvester vom Dach eines Hauses stürzen. Als er oben ankommt, staunt er nicht schlecht: Die alleinerziehende Mutter Maureen (Toni Colette, „About a Boy“), die Politiker-Tochter Jess (Imogen Poots, „Drecksau“) und der Pizzabote JJ (Aaron Paul, „Breaking Bad“) hatten genau die gleiche Idee wie er. Nachdem sie sich miteinander unterhalten haben, entschließen sich die Vier dazu, einen Pakt einzugehen. Sie vereinbaren, alle bis Valentinstag zu warten, ehe sie einen neuen Anlauf nehmen. Bis dahin wollen diese vollkommen unterschiedlichen Menschen aufeinander aufpassen und dem Leben noch eine Chance geben. Als die Medien von der Geschichte Wind bekommen, steht das zufällig zusammengewürfelte Team im Licht der Öffentlichkeit. Die Aufgabe, sich dort auf den Sinn des Lebens zu konzentrieren, ist nicht allzu leicht. Ein Urlaub soll Abhilfe schaffen.

 

Kritik: Im Jahr 2005 veröffentlichte der britische Erfolgs-Autor Nick Hornby („About A Boy“, „High Fidelity“) seinen tragikomischen Roman „A Long Way Down“. Nachdem in den USA die Option für eine Verfilmung nicht gezogen gingen die Rechte zurück nach England, wo man den französischen Regisseur Pascal Chaumeil („Der Auftrags-Lover“) mit der Regie betraute. Obwohl der Film schon 2012 gedreht wurde, folgte erst jetzt der Release. Herausgekommen ist eine sympathische, lebensbejahende Geschichte, die zwar nicht besonders viel Tiefgang hat, aber dennoch angemessen mit der schweren Thematik umgeht. Im Gegensatz zur Erzählstruktur im Buch wird der Film in vier Abschnitte aufgeteilt, in denen man jeweils eine der Figuren in den Mittelpunkt stellt. Dabei ist „A Long Way Down“ streckenweise tragisch, aber auch häufig richtig amüsant.

Liebenswerter Film mit toll aufgelegten Darstellern

In Talkshows werden die Vier ausgequetscht (Quelle: DCM)

In Talkshows werden die Vier ausgequetscht (Quelle: DCM)

Auch wenn Chaumeil etwas zu sehr auf reines Wohlfühl-Kino setzt, sorgen der exzellente britische Humor, die Dialoge und die (Hornby-typisch) lebendigen Charaktere für ein rundes Filmerlebnis, das mit 96 Minuten genau die richtige Länge hat. Der große Trumpf sind aber die schauspielerischen Schwergewichte, die hier verpflichtet wurden. Ex-007 Pierce Brosnan genießt es inzwischen, sich seine Rollen aussuchen zu dürfen. Hier darf er den mit Fehlern behafteten Lebemann Martin spielen und trifft genau die richtige Balance zwischen Comedy und Drama. Die Australierin Toni Colette zeigt hier als schüchterne Maureen, dass man nicht unbedingt viele Worte braucht, um zu überzeugen. Ähnliches gilt für Aaron Paul, der hier als gescheiterter Künstler zeigen darf, was alles in ihm steckt.

Der mehr als heimliche Star des Filmes ist aber Imogen Poots, die aktuell ebenfalls mit Aaron Paul in „Need for Speed“ zu sehen ist. Sie spielt das emotional instabile Energiebündel Jess mit so viel Herz und Charme, das man als Zuschauer einfach mit ihr mitfiebert. Dabei gelingt ihr das Kunststück laut, aufgedreht, witzig und glaubwürdig zur gleichen Zeit zu sein. Mit dieser Leistung spielt sie die wirklich überzeugenden Kollegen ohne Probleme an die Wand. Auch in den Nebenrollen hat der Film noch einiges zu bieten. Vor allem Sam Neill („Das Piano“) ist als Vater von Jess und Vollblut-Politiker („Ich bin Minister. Natürlich weiß ich, was es heißt, ein Idiot genannt zu werden.“) echt klasse. Aber auch die kurzen Rollen von Rosamund Pike („The World’s End“) als fiese Moderatorin und Tuppence Middleton („Wrong Identity“) als Urlaubs-Flirt von JJ machen einen mehr als zufriedenstellenden Job.

Auch wenn der Film etwas zu seicht ist, um als absoluter Volltreffer zu gelten, ist Pacal Chaumeil mit „A Long Way Down“ eine erneut sehenswerte Nick Hornby-Verfilmung gelungen. Es gelingt eine schöne Mischung aus Komödie und Drama, die schwarz-humorig mit der komplizierten Ausgangslage umgeht und so einen idealen Frühlingsfilm abgibt.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: DCM, YouTube

A Long Way Down

Originaltitel:A Long Way Down
Regie:Pascal Chaumeil
Darsteller:Pierce Brosnan, Toni Colette, Aaron Paul, Imogen Poots
Genre:Tragikomödie
Produktionsland/-jahr:UK, 2012
Verleih:DCM
Länge:96 Minuten
FSK:ab 6 Jahren
Kinostart:03.04.2014

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 01.04.2014
A Long Way Down (Kino)

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