Review: House of Cards – Ein Kartenhaus (Blu-ray)

Das Cover von "House of Cards" (Quelle: Pandastorm Pictures)

Das Cover von “House of Cards” (Quelle: Pandastorm Pictures)

Inhalt: Kurz nach dem Ende der Thatcher-Ära hofft der Fraktionsvorsitzende Francis Urquart (Ian Richardson, „From Hell“) unter dem neuen Premier Henry Collingridge (David Lyon) einen namhaften Ministerposten zu besetzen. Doch dann wird er komplett übergangen und bleibt in seinem alten Posten verhaftet. Das kann sich der charmante Mann mit seinen guten Kontakten natürlich nicht gefallen lassen: Er schmiedet einen Komplott, bei dem einige Konkurrenten auf der Strecke bleiben und ihm den Platz an die politische Spitze frei machen sollen. Dabei sucht er sich Unterstützung bei der ambitionierten Polit-Reporterin Mattie Storin (Susannah Harker), die sich aber nicht so leicht verbiegen lässt.

Kritik: Aktuell gehört die amerikanische Serie „House of Cards“ von David Fincher, bei der Kevin Spacey die Hauptrolle spielt zum beliebtesten, was das Fernsehen zu bieten hat. Viele wissen gar nicht, dass es sich dabei um ein Remake einer gleichnamigen BBC-Miniserie von Paul Seed handelt, die zwischen 1990 und 1995 in drei Vierteilern erschienen ist. Die Geschichte basiert auf einer Romanvorlage von Michael Dobbs. Damals konnte der erste Teil der Serie, der hier auf der Blu-ray zu finden ist, unter anderem einen Emmy-Award und einen BAFTA gewinnen. Da ich die US-Version bislang nicht gesehen habe, kann ich hier natürlich keine Vergleiche ziehen, aber die britische Fassung ist absolut großartig. Auch nach weit über 20 Jahren zündet der Mehrteiler mit Spannung, politischen Intrigen und grandios geschriebene Dialoge mit typisch britischem Humor. Obwohl in der letzten Episode etwas an Fahrt verloren geht, kommt hier praktisch jeder Zuschauer auf seine Kosten.

Sie mögen das so sehen. Ich kann das nicht kommentieren.“

Francis hat alles im Griff (Quelle: Pandastorm Pictures)

Francis hat alles im Griff (Quelle: Pandastorm Pictures)

Mit diesem süffisanten Ausspruch weist Francis seine Mattie immer wieder auf Interna hin, die er gerne veröffentlicht sehen möchte. Die Macher entwickeln hier einen Running Gag, indem sie diese Zeilen immer zum Abschluss einer Episode zeigen. Auch ansonsten gehört der von Ian Richardson verkörperte aalglatte Politiker in eine ganz eigene Kategorie von unvergesslichen TV-Charakteren. Indem er den Zuschauer direkt anspricht, wird dieser zum Mitverschwörer und genießt die Überlegenheit, mit der Francis seine Mitmenschen dominiert. Richardson spielt diese Figur mit Charisma und Teflon-Beschichtung und ist hier der unumstrittene Star der Mini-Serie. Dazu kommt die damals noch junge Susannah Harker, die sich als würdige Mitspielerin für Richardson erweist. In der Rolle der bissigen und talentierten Journalistin, die dem mit allen Wassern gewaschenen Politikern sehr nahe kommt, ist sie sympathisch und glaubwürdig.

Eine der großen Stärken von „House of Cards“ sind aber auch die durch die Bank weg starken Nebenfiguren, die von Francis zur Schlachtbank geführt werden. Diese wunderbare Mischung von Politthriller und schwarzer Komödie ist gespickt mit Charakterköpfen, die den herrlichen Dialogen ohne Probleme gerecht werden. Das die Serie schon etwas betagter ist, wird nur anhand der in den Episoden verwendeten Technik sichtbar.

Ansonsten ist der erste Vierteiler „House of Cards – Das Kartenhaus“ aktuell, spannend und praktisch ohne Durchhänger absolut sehenswert. Wenn etwas Hollywood-Superstars wie David Fincher und Kevin Spacey dazu bewegt, TV machen zu wollen, muss es außergewöhnlich sein. Wer nach wenigen Minuten der Serie merkt, wie viel Spaß es bringt, mit Francis Urquart unter einer Decke zu stecken, erkennt das an, was hier geboten wird: Ein Fernseh-Klassiker.

Mattie will mit Hilfe des politischen Haudegens Karriere machen (Quelle: Pandastorm Pictures)

Mattie will mit Hilfe des politischen Haudegens Karriere machen (Quelle: Pandastorm Pictures)

Die Miniserie ist ab dem 25.03.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4,5 von 5 Punkten

 

Bild: So viel Freude die Serie macht, so schlecht ist die Bildumsetzung. Im 4:3-Format (!) werden Aufnahmen geliefert, die so gut wie nichts mit HD zu tun haben. Die Bilder sind teils zu weich gezeichnet, teils zu dunkel, Kontraste und Schärfe sind auf DVD-Level, die Farben wirken ausgewaschen und teilweise ist das Bild sehr unsauber. Natürlich liegt das am älteren Ausgangsmaterial, hätte aber eine ordentlichere Bearbeitung verdient gehabt (falls diese überhaupt stattgefunden hat). Hier hätte eine Auswertung auf DVD absolut ausgereicht.

2 von 5 Punkten

Ton: Auch der Ton, der auf Deutsch und auf Englisch in einem DTS-HD MA 2.0 vorliegt, wird nicht gerade für Jubelströme sorgen. Räumlicher Klang ist da natürlich nicht zu erwarten. Leider ist der Ton in beiden Fassungen aber durchgängig etwas dumpf. Zumindest sind aber die tollen Dialoge jederzeit gut zu verstehen.

2 von 5 Punkten

Extras: Ein ausführlicher, durchaus spannender Audio-Kommentar zu ersten Episode bleibt der einzige Bonus zu den vier Episoden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle:Tony de la Torre,YouTube

House of Cards - Ein Kartenhaus

Originaltitel:House of Cards
Regie:Paul Seed
Darsteller:Ian Richardson, Susannah Harker, Miles Anderson
Genre:Miniserie
Produktionsland/-jahr:UK, 1990
Verleih:Pandastorm Pictures
Länge:4 Episoden zu je 55 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 31.03.2014
House of Cards – EIn Kartenhaus (Blu-ray)

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