Review: Pacific Rim (Kino)

Das Kinoplakat von "Pacific Rim" (Quelle: Warner Bros.)

Das Kinoplakat von „Pacific Rim“ (Quelle: Warner Bros.)

Die Außerirdischen kommen! Aber nicht wie jeder erwartet hat aus dem All sondern durch ein Portal im Meer fallen die gigantischen Kaiju über die Erde her und machen ganze Städte dem Erdboden gleich. Um die Kaiju bekämpfen zu können, wurden die Jaeger gebaut, riesige Roboter, die im Duell gegen die Aliens bestehen können. Unter der Leitung von Marshall Stacker (Idris Elba) bedient unter anderem auch Raleigh Becket (Charlie Hunnam, „Cold Blood“) gemeinsam mit seinem Bruder Yancy (Diego Klattenhoff, „Homeland“) einen solchen Jaeger. Als es durch einen verweigerten Befehl der beiden zu einem tragischen Zwischenfall kommt, zieht sich Raleigh zurück und arbeitet fortan als Bauarbeiter an Schutzwällen.

Sieben Jahre später ist der Kampf gegen die Kaiju fast verloren und das Jaeger-Projekt in weiten Teilen gescheitert. Stacker soll von Hongkong aus die wenigen verbliebenen Maschinen einsetzen und überredet Raleigh zu einer Rückkehr. Gemeinsam mit der unerfahrenen Mako Muri (Rinko Kikuchi, Oscar-Nominierung für „Babel“)steuert er ein betagtes Modell und wird zur letzten großen Hoffnung der Menschheit.

Mako, Stacker und Raleigh wirken bedrückt (Quelle: Warner Bros.)

Mako, Stacker und Raleigh wirken bedrückt (Quelle: Warner Bros.)

 

Bei Guillermo del Toro halten sich ruhig-brillante Streifen wie „Pans Labyrinth“ mit intelligenterem Popcorn-Kino wie „Hellboy“ und „Blade II“ die Wage. So auf Optik angelegt wie dieser Film war es allerdings noch nie. Del Toro erfüllt sich den lange gehegten Traum, einen Asia-Monsterfilm im Stil eines „Godzilla“ zu verwirklichen. Dabei können anhand der Story Vergleiche mit Michael Bays „Transformer“-Materialschlachten nicht ausfallen. Gewisse Ähnlichkeiten sind während der ganzen Spielzeit unvermeidbar, jedoch wirken hier die Krabben-artigen Riesenwesen wesentlich bedrohlicher und beeindruckender als die umformierten Autos. Es entsteht ein düsterer Blockbuster, der allein schon mit den Bildern zu unterhalten weiß. Der 3D-Effekt ist aber dabei vollkommen nutzlos und bringt eigentlich keinen direkten Mehrwert für die Produktion.

Keine Botschaft aber starke B-Besetzung

Die Kaiju kommen nicht in Frieden (Quelle: Warner Bros.)

Die Kaiju kommen nicht in Frieden (Quelle: Warner Bros.)

Asiatische Monsterfilme sind dafür bekannt, ihren Zuschauer etwas (zumeist zum Thema Umwelt) mit auf den Weg zu geben. Auch von del Toro kennt man ein gewisses Maß an Tiefgang aus seinen Werken. Nach einer wirklichen Aussage sucht der Zuschauer in „Pacific Rim“ aber vergebens. Hier wird gekämpft, gehofft und zerstört, als ob es kein morgen gibt. Das ist zwar nicht anspruchsvoll aber sehr unterhaltsam. Eine wirklich gute Entscheidung war es, auf die bekannte Hollywood A-Liste zu verzichten und Schauspielern eine Chance zu geben, die teilweise im TV ihre größten Erfolge gefeiert hatten. So ist es mit Hauptdarsteller Charlie Hunnam, den wohl die meisten als charismatischen Biker aus „Sons of Anarchy“ kennen. Hier darf er wie so oft den etwas abgebrannten Rebellen spielen. Er beweist wieder einmal, dass er diese Rolle in Perfektion beherrscht.

Ron Perlman ist wie fast immer bei Guillermo del Toro dabei (Quelle: Warner Bros.)

Ron Perlman ist wie fast immer bei Guillermo del Toro dabei (Quelle: Warner Bros.)

Die Darstellung von Drogenbaron Stringer Bell in der HBO-Serie „The Wire“ machte Idris Elba zum Star. Die BBC-Produktion „Luther“, in der er als zynischer Ermittler in London unterwegs ist, brachte ihm einen Golden Globe ein. Hier bringt er all seine Präsenz auf die Leinwand und spielt eine von allen respektierte Militär-Koryphäe. Allein durch seine natürliche Ausstrahlung möchte der Zuschauer schon vom Kinosessel aus salutieren. Rinko Kikuchi löst ihre Aufgabe als ambitionierte, tapfere Minko mit schrecklicher Vergangenheit ebenfalls ausgesprochen gut. Für die komischen Momente sorgen Comedian Charlie Day („Kill the boss“) als überdrehter Arzt, der eine ungewöhnliche Spionagemöglichkeit entdeckt und del Toro-Dauerschauspieler Ron Perlman („Drive“) in einer gewohnt schrägen Rolle als Untergrundkämpfer.

Die Abwesenheit von Tiefgang und nachdenklichen Inhalten in „Pacific Rim“ dürfte wohl einige Fans des Regisseurs etwas enttäuschen. Dafür ist der Film waschechtes Überwältigungskino, das die große Kinoleinwand benötigt, um seine volle Wirkung zu entfalten. Da die Schauspieler die für sie ungewohnte Möglichkeit, bei einer derart großen Produktion in der ersten Reihe zu stehen, voll ausnutzen, überwiegen bei Gullermo del Toros Ausflug ins Monsterkino die positiven Aspekte.

3,5 von 5 Punkten

Quelle: Warner Bros Ent., YouTube

Pacific Rim

Originaltitel:Pacific Rim
Regie:Guillermo del Toro
Darsteller:Charlie Hunnam, Idris Elba, Charlie Day, Ron Perlman
Genre:Fantasy-Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Warner Bros.
Länge:131 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:18.07.2013
Homepage:Der Internetauftritt-Auftritt von "Pacific Rim"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 13.07.2013
Review: Pacific Rim (Kino)

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