Review: Little Women (Kino)

Das Hauptplakat von "Little Women" (© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Das Hauptplakat von „Little Women“ (© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Inhalt: In der Mitte des 19. Jahrhunderts wachsen die Schwestern Jo (Saoirse Ronan, „Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“), Meg (Emma Watson, „The Circle“), Amy (Florence Pugh, „Midsommar“) und Beth (Eliza Scanlen) unter der strengen, aber gütigen Erziehung ihrer Mutter Marmee (Laura Dern, „Der große Trip – Wild“) auf. Während die Mädchen in ihrer Jugend als Freigeister von der künstlerischen Erfüllung träumen, müssen sie mit steigendem Alter eingestehen, was die Gesellschaft von ihnen erwartet: möglichst reich heiraten und den Platz als Ehefrau und Mutter einnehmen. Dabei wählen sie aber deutlich unterschiedliche Herangehensweisen. Besonders Jo, eine talentierte und ambitionierte Schriftstellerin, möchte weiterhin ihren eigenen Weg gehen. Zu einer Zeit, in der die Individualität der Frau noch klein geschrieben wird, kämpfen die Schwestern um eine Zukunft nach ihren Vorstellungen.

 

Kritik: Im Jahr 1868 schuf Autorin Louisa May Alcott mit „Little Women“ rund um ihr Alter Ego „Jo March“ ein spannendes Zeitdokument, das längst ein absoluter Romanklassiker ist. Im Kino wurde das Buch immer wieder neu adaptiert, wobei der 1994er-Ansatz „Betty und ihre Schwestern“ noch bei vielen Zuschauern im Gedächtnis sein dürfte. Regisseurin Greta Gerwig, die mit ihrem Debüt „Lady Bird“ einen Überraschungs-Hit gelandet hatte, stellte sich der durchaus komplexen Aufgabe, dieser oft erzählten Geschichte neu Facetten abzugewinnen. Tatsächlich gelingt ihr ein kluger und überaus charmanter Film, der erstaunlich aktuell und in keinster Weise belehrend oder feindselig wirkt. Viel mehr ist die Variation von „Little Women“ erstaunlich verspielt und nutzt gern ein Augenzwinkern, um wirkliche Inhalte zu transportieren.

Amy träumt von einer Karriere als Malerin (© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Amy träumt von einer Karriere als Malerin (© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Selbst wenn die grundsätzliche Erzählung – natürlich – nicht vor Innovationsfaktor strotzt und eine leichte Straffung wohl möglich gewesen wäre, läuft das Werk während der 134 Minuten nie Gefahr, von seinem Weg abzukommen. Hierbei gehört ein Teil des Verdienstes dem hochbegabten Cast. Die immer noch blutjunge Saoirse Ronan fügt als lebenslustige, wilde, rebellische Jo einen weiteren tollen Auftritt zu ihrer beeindruckenden Biografie hinzu. Selbst sie muss aber der abermals fantastischen Florence Pugh den Vortritt lasse, die als Familienküken Amy vor Esprit sprüht und mit ihrem smarten, humorvollen und aufrichtig berührenden Part zur Seele des Films wird. Da fallen die vollkommen ordentlich agierenden Eliza Scanlen und Emma Watson fast schon ein wenig ab.

Laura Dern, die sich aktuell als bissige Scheidungsanwältin in (dem von Gerwigs Lebensgefährten Noah Baumbach inszenierten) „Marriage Story“ auf Oscar-Kurs befindet, spielt hier eine extrem warmherzige Marmee. Indiefilm-Allzweckwaffe Timothée Chalamet („Call Me By Your Name“) hat sichtlich Spaß, als Laurie den Hahn im Korb zu geben. Eine urkomische Meryl Streep („Mary Poppins’ Rückkehr“), Louis Garrel („Die Träumer“), Tracy Letts („The Sinner“), Chris Cooper („October Sky“) und Bob Odenkirk („Die Verlegerin“) ergänzen einen fast schon absurd prominenten Cast.

Mit einem Stoff, der aufgrund seiner zahlreichen und sehr präsenten Adaptionen genügend Potenzial für einen Fehlschlag gegeben hätte, etabliert sich Greta Gerwig als Regisseurin. Mit ihrer gehaltvollen, exzellent gespielten und dabei durchaus originellen und unterhaltsamen Variation von „Little Women“ präsentiert sie eine (nominell) betagte Geschichte in einem wirklich erfrischend neuen und aktuellen Gewand.

4 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Little Women

Originaltitel:Little Women
Regie:Greta Gerwig
Schauspieler:Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Sony Pictures
Länge:134 Minuten
FSK:ab 0 Jahren
Kinostart:30.01.2020

Mehr Informationen findet ihr auf der Facebook-Seite des Films

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 12.01.2020
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