Review: October Sky (Mediabook)

Das Mediabook-Artwork von "October Sky"(© Capelight Pictures)

Das Mediabook-Artwork von „October Sky“(© Capelight Pictures)

Inhalt: Eigentlich dachte der Schüler Homer (Jake Gyllenhaal, „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“), Football wäre die einzige Chance, sein Heimat-Städtchen zu verlassen und nicht die Nachfolge seines Vaters John (Chris Cooper, „Im August in Osage County“) in der örtlichen Kohlemine anzutreten. Der Start der Sputnik bringt ihn und seine Freunde auf eine neue Idee: Sie wollen eine eigene Rakete bauen. Mit der Hilfe der engagierten Lehrerin Miss Riley (Laura Dern, „Der große Trip – Wild“) möchten sie an einem großen Schülerwettbewerb teilnehmen. Doch John lässt sich nicht von dem Plan abbringen, den Nachwuchs in seine Fußstapfen zu zwängen. Als die Jungen dann auch noch verdächtigt werden, mit ihren Raketen-Tests einen Waldbrand verursacht zu haben, scheint der Traum für sie ein jähes Ende zu nehmen.

 

Kritik: Joe Johnston begann seine Karriere im Bereich der visuellen Effekte. Mit seiner Beteiligung an der originalen „Star Wars“-Trilogie und dem ersten „Indiana Jones“-Film legte er den Grundstein für eine Karriere, die sich hauptsächlich – und sehr erfolgreich – zwischen Popkultur und Familien-Unterhaltung. So gelten seine Regie-Debüt „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ und der sechs Jahre später erschienene „Jumanji“ längst als Kult-Klassiker. 2011 half er mit „Captain America: The First Avenger“ dem MCU aus den Kinderschuhen. Selbst wenn immer mal wieder eher missglückte Werke wie „Jurassic Park III“ und zuletzt „Der Nussknacker und die vier Reiche“ den Weg in seinen Lebenslauf fanden, hat Johnston in vier Jahrzehnten Hollywood sicherlich Spuren hinterlassen.

Die Jungs starten einen neuen Versuch (© Capelight Pictures)

Die Jungs starten einen neuen Versuch (© Capelight Pictures)

Dabei gehört „October Sky“, den er basierend auf dem Buch „Rocket Boys“ des echten Homer H. Hickam Jr. im Jahr 1999 veröffentlicht hat, zu seinen eher unbekannten Beiträgen. Das ist durchaus schade, da der Film als wunderbares Familien-Abenteuer im Stil von Spielberg funktioniert, dabei den Geist seiner Zeit atmet und sich auch nicht davor scheut, ein paar dunklere Töne anzuschlagen. Selbst wenn die Geschichte das dramaturgische Rad sicherlich nicht neu erfindet und bis zum Ende ziemlich vorhersehbar bleibt, liefert Johnston – wieder einmal – hoch unterhaltsames Kino mit dem Herz am richtigen Fleck.

Ein Trumpf des durchweg sympathischen Films ist sicherlich seine durchaus prominente Besetzung. Der blutjunge Jake Gyllenhaal, der zwei Jahr später mit „Donnie Darko“ seinen großen Durchbruch feiern sollte, zeigt hier als junger Homer, der gegen alle Widerstände seines Vaters und der allgemeinen Lebenssituation seinen Traum verwirklichen will, sein inzwischen weltweit bekanntes Talent. Eine absolute Schlüsselrolle im Film fällt Chris Cooper zu, der es schafft, den konservativ raubeinigen, aber gutherzigen John immer nachvollziehbar darzustellen. Laura Dern als kämpferische Lehrerin, die ihren Schülern aufrichtig bei der Erfüllung ihres Traums helfen möchte, spielt hier eine absolute Paraderolle.

Selbst wenn „October Sky“ auf den ersten Blick ein Film ist, der einfach die Checkboxen seines Genres abarbeitet, spielt sich hier ein wenig mehr ab. Mit gut geschriebenen und verkörperten Figuren, die ebenso glaubhaft sind wie die Probleme, die sie auf dem Weg zu ihrem Ziel erreichen müssen, wird hier die Grundlage für durchweg gelungene Unterhaltung gelegt, die einen höheren Bekanntheitsgrad verdient hätte.

Vater John möchte Homer zum Bergarbeiter machen (© Capelight Pictures)

Vater John möchte Homer zum Bergarbeiter machen (© Capelight Pictures)

Der Film ist seit dem 20.09.2019 auf DVD und im Mediabook erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch ist dieser Transfer eher mittelmäßig ausgefallen. So wirkt das Bild unnatürlich flach und blass. Filmische Texturen sind kaum noch zu erkennen. Hier wurde so sehr auf die Rauschreduzierung geachtet, dass Schärfe und Detaildarstellung bestenfalls solide ausfallen konnten. Dafür ist die Farbpalette abwechslungsreich und wirkt immer natürlich – wenn auch manchmal etwas blass. Auch der Schwarzwert ist absolut ordentlich. Das Bild ist natürlich recht ruhig und sauber – hier wäre aber weniger mehr gewesen.

3 von 5 Punkten

Ton: Die Blu-ray enthält eine deutsche und eine englische DTS-HD MA 5.1-Tonfassung. Auf der DVD sind beide Sprachfassungen in Dolby Digital 5.1 vorhanden. Selbst wenn der Sound manchmal noch etwas mehr Kraft und Detailverliebtheit vertragen hätte, ist die Präsentation absolut überzeugend. Wenn die Raketen starten oder die Charaktere in der Mine unterwegs sind, punktet der Film mit einer ziemlich satten Geräuschkulisse. Auch ansonsten sorgen Musik und Hintergrundgeräusche für Aktivität auf den äußeren Boxen. Die Dialoge sind – abgesehen von ein oder zwei kleineren Problemen – gut priorisiert und immer verständlich.

4 von 5 Punkten

Extras: Das angeraute, unspektakulär wirkende und dennoch absolut passende Artwork ist sicherlich ein Pluspunkt des Mediabooks. Im Inneren gibt es ein 24-Seiten-Booklet mit Film-Stills und Texten von Patrick Reinbott. Die Featurettes „Aiming High“ (32 Minuten) und „Spotlight on Location: October Sky“ (11 Minuten) sowie ein paar Trailer sind als Bonus auf den Discs vorhanden.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: NBC Universal Europe, YouTube

October Sky

Originaltitel:October Sky
Regie:Joe Johnston
Darsteller:Jake Gyllenhaal, Chris Cooper, Laura Dern
Genre:Familienfilm, Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 1999
Verleih:Capelight Pictures
Länge:108 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 21.10.2019
Review: October Sky (Mediabook)

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