Review: Was gewesen wäre (Kino)

Das Hauptplakat von "Was gewesen wäre" (© Farbfilm Verleih)

Das Hauptplakat von “Was gewesen wäre” (© Farbfilm Verleih)

Inhalt: Erst seit kurzem sind Astrid (Christiane Paul, „Ostfriesenkiller“) und Paul (Ronald Zehrfeld, „Wir waren Könige“) ein Paar. Um die junge Liebe zu feiern, schenkt er ihr einen Luxusurlaub in Budapest, wo sie an ihre Jugend erinnert werden soll. Tatsächlich ist er bei seinem Vorhaben von etwas zu viel Erfolg gekrönt: Astrid sieht ihre erste große Liebe Julius (Sebastian Hülk, „Red Sparrow“) wieder, mit dem sie kurz vor der Wende viele leidenschaftliche Stunden bei Künstlerpartys, romantischen Ausflügen und Diskussionen über eine Flucht aus der DDR verbracht hatte. Schnell kommen Gefühle und Erinnerungen hoch, die die Beziehung von Astrid und Paul auf eine ernsthafte Probe stellen.

 

Kritik: Mit dem Drama „Was gewesen wäre“ gibt der als Produzent bekannte Florian Koerner von Gustorf („Gold“) sein Regiedebüt. Zuvorderst geht es um die erwachsen erzählte Beziehungsgeschichte, in der eine Frau, die mitten im Leben steht, plötzlich zwischen neuer Romanze und idealisierter Jugendliebe schwankt. Wenn der Film seinen Fokus auf dieser Gegenwart hat, ist er am menschlich packendsten und interessantesten. Dazu sind die Aufnahmen der Stadt Budapest toll eingefangen. Auch das Aufeinandertreffen der jungen Variationen Julius (Leonard Kunz) und Astrid (Mercedes Müller) bringt zu großen Teilen – dank guter Darsteller – das Potenzial für ein überzeugende Geschichte mit. Dennoch löst der Film dort sein Versprechen nicht ein, seine Titelfrage wirklich zu beantworten. Viel mehr wirkt „Was gewesen wäre“ in seinen zwischen Ostalgie und Regime-Kritik wechselnden und allgemein etwas sprunghaften Einzelszenen etwas ziellos und emotional distanziert.

Die junge Astrid muss sich den Gegebenheiten anpassen (© Flare Film, Reinhold Vorschneider)

Die junge Astrid muss sich den Gegebenheiten anpassen (© Flare Film, Reinhold Vorschneider)

Die Entscheidung, den Film außerdem für (nachvollziehbare) Kritik an der Orban-Regierung zu nutzen, ist sicherlich ehrbar. Es führt aber gerade in der Spätphase der Geschichte dazu, dass die zentrale(n) Beziehung(en) etwas aus den Augen verloren werden. So erscheint der Film trotz seiner handlichen 89 Minuten Spielzeit eher schwerfällig. Ähnlich wie die jüngeren Kollegen liefern auch die Kino-Routiniers Christiane Paul, Ronald Zehrfeld, Sebastian Hülk und Barnaby Metschurat („Zeit für Legenden“), ordentliche Auftritte. Während sich Hülk und Matschurat, der den Bruder von Julius spielt, auf Nebenrollen beschränken, tragen Paul und Zehrfeld das Geschehen in den besten Phasen.

Mit schönen Aufnahmen und guten Schauspielern bringt „Was gewesen wäre“ eine starke Ausgangslage für ein überzeugendes Drama mit. Der Plan, neue und alte Beziehung nebeneinanderzulegen, geht ebenso nur bedingt auf wie die etwas deplatziert anmutendes Politisierung der Handlung. Auf diese Art liefert Florian Koerner von Gustorf ein sicherlich reizvolles, aber nicht ganz ausgereiftes Regie-Debüt, bei dem die vorhandene Möglichkeit zu überdurchschnittlichem Kino nicht ganz genutzt werden kann.

3 von 5 Punkten


Quelle: Farbfilm Verleih, Leinwandreporter TV, YouTube

Was gewesen wäre

Originaltitel:Was gewesen wäre
Regie:Florian Koerner von Gustorf
Schauspieler:Christiane Paul, Mercedes Müller, Ronald Zehrfeld
Genre:Drama, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2019
Verleih:Farbfilm
Länge:89 Minuten
FSK:ab 6 Jahren
Kinostart:21.11.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Farbfilm Verleih

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 21.11.2019
Review: Was gewesen wäre (Kino)

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