Review: Traumfabrik (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Traumfabrik" (© EuroVideo)

Das Blu-ray-Cover von “Traumfabrik” (© EuroVideo)

Inhalt: Im Sommer 1961 ist der 24-jährige Taugenichts Emil Hellwerk (Dennis Mojen, „Nirgendwo“) gerade frisch – und ohne Notfallplan – aus der Armee ausgeschieden. Mit Hilfe seines Bruders Alex (Ken Duken, „Das Löwenmädchen“) bekommt er einen Job als Komparse und Aushilfe bei den Filmstudios Babelsberg. Doch Emil kann nicht viel mit der bunten Glitzerwelt anfangen. Das ändert sich schlagartig, als er das französische Tanz-Double Milou (Emilia Schüle, „Jugend ohne Gott“) an einem Film-Set erblickt und sich unsterblich in sie verliebt. Nachdem sich die beiden tatsächlich näher kommen, folgt ein unerwartetes Problem, das sich nicht so leicht überwinden lässt: die Berliner Mauer. Doch Emil ist fest entschlossen, seine Angebetete wiederzusehen. So entschließt er sich – ohne die Spur einer handwerklichen Ahnung – Milou für einen eigenen Film, den er als Regisseur inszeniert, ins Land zu holen.

Kritik: Basierend auf einem Drehbuch von Arend Remmers, der zuletzt mit der Genre-Überraschung „Schneeflöckchen“ einen waschechten Hit landen konnte, inszenierte Martin Schreier (der zuletzt bereits mit Remmers an „CRO – Unsere Zeit ist jetzt“ gearbeitet hatte) diese Romanze, die sich zu Zeiten des Mauerbaus im Hollywood Ost-Berlins abspielt – den Filmstudios Babelsberg. Das Endergebnis funktioniert am besten, wenn der Film seine eigenen Stärken richtig einschätzt. Sobald „Traumfabrik“ die pompösen Schauwerte seines Settings nutzt und seine augenzwinkernd alberne und hemmungslos kitschige Liebesgeschichte erzählt, dürften die meisten Zuschauer ein Grinsen auf dem Gesicht haben. Dieser klare Blick für die Art des Films fehlt den Machern leider an anderen Stellen.

Emil möchte Milou beendrucken (© EuroVideo/Tobis Film)

Emil möchte Milou beendrucken (© EuroVideo/Tobis Film)

In schon fast absurd langen 127 Minuten bleiben dann doch einige Phasen, die einer gewissen Straffung bedurft hätten. Wenn der über die meiste Zeit kompromisslos seichte Film dann probiert, wirklich ernst zu wirken, geht der Schuss tüchtig nach hinten los. Die eingestreuten halbgaren Nebenplots um Polizeiarbeit in der DDR und Schattenseiten scheinbar glänzender Beziehungen im Showgeschäft wirken schlicht deplatziert und störend.

Die Schauspieler sind so gut, wie es das nicht sonderlich fordernde Material zulässt. Dennis Mojen funktioniert als sympathischer Hallodri, ohne jetzt nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Ähnliches gilt für seine Leinwand-Partnerin Emilia Schüle, die vor allem in ihren Tanzszenen punkten kann. Dabei harmonieren beide gut genug, um das Zentrum einer solchen Geschichte zu bilden. Die prominente Nebenbesetzung um Ken Duken, Heiner Lauterbach („Vatertage – Opa über Nacht“), Nikolai Kinski („Yves Saint Laurent“), Michael Gwisdek („Die Abenteuer des Huck Finn“), Anatole Taubmann („The Transporter Refueled“) und Svenja Jung („Fucking Berlin“) reiht sich nahtlos ein.

Schlussendlich ist dieser Film überzeugend, wenn er genau das liefert, was auf der Verpackung steht. „Traumfabrik“ überzeugt als altmodisch-leichtgewichtige, um keinerlei Realismus bemühte Romanze mit nicht zu übersehenden Produktionswerten. Leider schaltet der Film während seiner viel zu langen Laufzeit immer wieder in den Leerlauf und scheitert, wenn er sich selbst zu wichtig nimmt, was zu einem ziemlich durchwachsenen Gesamteindruck führt.

Die Hellwerk-Brüder sorgen für Chaos (© EuroVideo/Tobis Film)

Die Hellwerk-Brüder sorgen für Chaos (© EuroVideo/Tobis Film)

Der Film ist ab dem 12.12.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Fast der ganze Film ist in eine angemessen kitschige, kräftig-warme Farbpalette gehüllt. Vereinzelte schlecht beleuchtete Szenen bilden da die Ausnahmen. Ähnliche Kritik kann bei der zumeist guten Schärfe und Detaildarstellung angeführt werden. Kontraste und Schwarzwert sind sehr ausgewogen. Bis auf Kleinigkeiten ist das Bild ruhig und sauber.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche DTS-HD MA 7.1-Ton fährt vor allem auf, wenn die größeren Aufnahmen aus den legendären Studios aufgefahren werden. So gibt es gerade bei den Film-im-Film-Szenen ein paar schöne räumliche Effekte (Beispiel „Erdbeben“). Außerdem bindet auch der gefühlige Soundtrack die äußeren Boxen gut mit ein. Viele Phasen des Films spielen sich hauptsächlich im Zentrum ab. Dabei ist die Dialogwiedergabe problemlos.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein paar Interviews mit Cast und Crew (27 Minuten), zwei Mini-Featurettes (4 Minuten), eine Reihe an entfernten Szenen (28 Minuten), ein Premierenclip (3 Minuten) und der Kinotrailer komplettieren die Blu-ray.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Tobis Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Traumfabrik

Originaltitel:Traumfabrik
Regie:Martin Schreier
Darsteller:Emilia Schüle, Dennis Mojen, Ken Duken
Genre:Drama, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2019
Verleih:Tobis FIlm, EuroVideo
Länge:127 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von EuroVideo

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 12.12.2019
Review: Traumfabrik (Blu-ray)

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