Review: Die Abenteuer des Huck Finn (Kino)

Die Abenteuer des Huck Finn Kinoplakat (Quelle: Majestic Filmverleih)

Die Abenteuer des Huck Finn Kinoplakat (Quelle: Majestic Filmverleih)

Inhalt: Seitdem Huck Finn ( Leon Seidel, Felix aus „Teufelskicker“) bei seinem letzten Abenteuer mit Tom Sawyer (Louis Hofmann) einen großen Schatz gefunden hat, sind beide sehr wohlhabend. Huck sitzt jeden Tag brav zurecht gemacht am Tisch der Witwe Douglas (Margit Bendokat, „Herr Lehmann“) und von Miss Watson (Rosa Enskat, Bea aus „Kriegerin“) und lässt sich von dem Sklaven Jim (Jacky Ido, Hock aus „Lockout“) bedienen. Huck findet das biedere, sorgenfreie Leben aber absolut langweilig und sehnt sich nach seiner Freiheit. Als dann eines Tages sein Vater (August Diehl, „Inglourious Basterds“), ein brutaler und gieriger Trinker, in St. Petersburg auftaucht, um Hucks Geld einzukassieren, ist die friedliche Zeit vorbei. Huck flüchtet gemeinsam mit Jim nach Ohio, wo Sklaverei verboten ist und die beiden ein neues Leben anfangen könnten. Dicht gefolgt vom alten Finn und drei Sklavenjägern (Henry Hübchen, Milan Peschel und Andreas Schmidt) erleben die beiden ihr bislang gefährlichstes Abenteuer.

Kritik: Nachdem Hermine Huntgeburth („Die weiße Massai“) 2011 mit „Tom Sawyer“ schon erfolgreich den ersten Teil des legendären Mark Twain– Abenteuers verfilmte, legte sie direkt den zweiten Teil „Die Abenteuer des Huck Finn“ nach. Bei dieser Fortsetzung wird gleich zu Beginn eine deutliche Western-Stimmung etabliert, als der verdreckte Fiesling Finn wortlos durch das staubige St. Petersburg humpelt. Danach konzentriert sich die Geschichte aber sofort auf ihren Star, den jungen Huckleberry Finn, der unter den neu auferlegten Regeln und Zwängen seiner Ziehmutter zu leiden hat. Außerdem wird Jim, der liebenswerte Sklave, der mit Huck den Traum von Freiheit teilt, in die Handlung mit eingearbeitet. So entwickelt sich schnell eine kindgerechte, aber aufwendig inszenierte Geschichte, die auf jeden Fall mit dem Vorgänger mithalten kann. Vor glaubwürdigen Kulissen eröffnet sich ein schöner Einblick in die Welt Mark Twains, in der nur der ein oder andere einfältige und dauernd pfurzende Bösewicht nach der Zeit nervt.

Huck und Jim auf dem Floß (Quelle: Majestic Filmverleih)

Huck und Jim auf dem Floß (Quelle: Majestic Filmverleih)

Sympathische Darsteller sorgen für liebenswerte Fortsetzung

Leon Seidel kann, wie auch schon im ersten Teil, als junger Wildfang Huckleberry Finn einen liebenswerten und gut aufgelegten Eindruck hinterlassen. Louis Hofmann kommt hingegen nur noch in wenigen Szenen als Tom Sawyer zum Einsatz. Der international erfahrene Jacky Ido, der in Huntgeburths „Der weiße Massai“ seinen großen Durchbruch feierte, kann hier als Freiheitssuchender Sklave Jim einen gewohnt guten Eindruck hinterlassen. Seit seiner Rolle in Tarantinos „Inglourious Basterds“ befindet sich die Karriere von August Diehl auf der Überholspur.

Der alte Finn ist kein netter Weggefährte (Quelle: Majestic Filmverleih)

Der alte Finn ist kein netter Weggefährte (Quelle: Majestic Filmverleih)

Hier kann er als versoffener Widerling Finn den einzig wirklich interessanten und charismatischen Bösewicht spielen. Henry Hübchen, Milan Peschel und Andreas Schmidt sind zweifelsohne gute Schauspieler. Leider wirken ihre Figuren viel zu dümmlich, um hier irgendeinen schauspielerischen Glanzpunkt setzen zu können. Als Gauner und Wegbegleiter von Jim und Huck können da eher Kurt Krömer („Eine Insel namens Udo“) und Michael Gwisdek („Good Bye Lenin!“) für den ein oder anderen Lacher sorgen. Das Ensemble wird von Heike Makatsch und Peter Lohmeyer ergänzt, die aber nur kleine Rollen spielen.

Nach „Tom Sawyer“ ist Hermine Huntgeburth auch die zweite Mark Twain-Verfilmung „Die Abenteuer des Huck Finn“ mit minimalen Abstrichen gelungen. Der Film bietet fast durchgehend gute Unterhaltung für Kinder und Erwachsene, was längst nicht alle Verfilmungen von diesem Stoff erreicht haben.

Ab dem 20.12.2012 ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: PUREonline, Majestic Filmverleih, YouTube

Die Abenteuer des Huck Finn

Originaltitel:Die Abenteuer des Huck Finn
Regie: Hermine Huntgeburth
Darsteller:Leon Seidel, Jacky Ido, August Diehl
Genre:Abenteuerkomödie
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2012
Verleih:Majestic Filmverleih
Länge:99 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen