Review: Tolkien (Kino)

Das Hauptplakat von “Tolkien” (©2019 20th Century Fox)

Inhalt: Schon in früher Jugend hatte J.R.R. Tolkien (Nicholas Hoult, „The Favourite – Irrsinn und Intrigen“) seine Eltern verloren. Dennoch gelang es ihm, eine gute Ausbildung zu genießen. Dabei sind seine ähnlich kreativen Schulfreunde Geoffrey (Anthony Boyle), Christopher (Tom Glynn-Carney, „Dunkirk“) und Roland (Patrick Gibson) immer an seiner Seite. Noch unter dem Dach seiner Pflegemutter Mrs. Faulkner (Pam Ferris, „The Raven“) lernt er die begabte Pianistin Edith (Lily Collins, „Spieglein, Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“) kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Doch dann beginnt der erste Weltkrieg und Tolkien muss herbe Verluste hinnehmen. Nach dem Krieg nutzt er seine eigenen Erlebnisse, um eine Fantasy-Geschichte rund um Freundschaft, Liebe und Verlust zu schreiben.

Kritik: Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nie etwas von J.R.R. Tolkiens Geschichten aus Mittelerde gehört hat. Gerade die „Herr der Ringe“-Verfilmungen von Peter Jackson sorgten da sicherlich für einen weiteren Popularitäts-Schub. Nachdem zuletzt auch die Vorgeschichte „Der Hobbit“ (etwas weniger spektakulär) ihre Kino-Auswertung erfahren hat, ist aktuell eine Serien-Adaption der Geschichten geplant. Doch bevor es soweit ist, guckt der finnische Regisseur Dome Karukoski für sein englischsprachiges Debüt auf den Mann, der diese epischen Fantasy-Abenteuer ersonnen hat. Herausgekommen ist ein ausgesprochen konventionelles, aber deswegen nicht weniger reizvolles Biopic, das einen Blick auf die jungen Jahre des Autors wirft. Selbst wenn der Fokus des Films nicht immer zielführend ist, entwickelt sich ein interessantes Werk rund um eine ungewöhnliche Persönlichkeit, das nicht nur für Fans des Autors durchaus sehenswert ist.

Tolkien und seine besten Freunde (©2019 20th Century Fox)

Tolkien und seine besten Freunde (©2019 20th Century Fox)

Die Entscheidung, die Inspirationen für die Romane nur anzudeuten, wird nicht nur auf Gegenliebe stoßen, funktioniert aber dennoch problemlos. In seinem Kern ist „Tolkien“ ein schick bebilderter und gut ausgestatteter Film, der in erster Linie mit den Motiven jongliert, die später den Weg nach Mittelerde finden. Dabei erlaubt sich das Biopic ein paar eher gemächliche Phasen, liefert aber auch immer wieder Highlights, die das Werk von vergleichbaren Produktionen abheben. Gerade die knisternden gemeinsamen Szenen von Tolkien und seiner großen Liebe Edith sind hier hervorzuheben. In den ausgesprochen charmanten Sequenzen, in denen der gewohnt großartige Derek Jacobi als Uni-Professor und Mentor dem Titelhelden Vorträge über die Kraft von Sprache hält, dürfte sich kaum ein Zuschauer das Grinsen verkneifen können.

Nicholas Hoult, der nach der Salinger-Biografie „Rebel in the Rye“ abermals einen berühmten Autor des 20.Jahrhunderts verkörpert, zeigt in der Hauptrolle, dass er absolut dazu in der Lage ist, größere Filme zu tragen. An seiner Seite darf die wieder einmal zuckersüße Lily Collins – deren Präsenz im Kino zuletzt eher rar gesät war – ihr durchaus vorhandenes Talent unter Beweis stellen. Anthony Boyle, Tom Glynn-Carney und Patrick Gibson geben die sympathischen Sidekicks, ohne dabei wirklich spannendes Material zu Verfügung zu haben. Colm Meaney („The Devil’s Hand“) als etwas schroffer Ziehvater und Craig Roberts („Just Jim“) als loyaler Kriegskamerad sind weitere namhafte Darsteller, die sich in kleineren Rollen die Ehre geben.

Selbst wenn der Film doch eine ganze Ecke zu unspektakulär ist, um seiner überlebensgroßen Hauptfigur wirklich gerecht werden zu können, ist „Tolkien“ ein gut inszeniertes und gespieltes Drama, das einen durchaus lohnenden Einblick in das Leben eines Mannes gibt, der die Fantasy-Welt nachhaltig verändert hat.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: 20th Century Fox, LeinwandreporterTV, YouTube

Tolkien

Originaltitel:Tolkien
Regie:Dome Karukoski
Darsteller:Nicholas Hoult, Lily Collins, Colm Meaney, Derek Jacobi
Genre:Biografie, Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:20th Century Fox
Länge:112 Minuten
FSK:tba
Kinostart:20.06.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von 20th Century Fox

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 18.06.2019
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