Review: How to Sell Drugs Online (Fast) Staffel 1 (Netflix)

How to Sell Drugs Online - einfacher Plan, große Probleme (© Netflix)

How to Sell Drugs Online – einfacher Plan, große Probleme (© Netflix)

Inhalt: Moritz (Maximilian Mundt, „Tigermilch“) ist Technik-Nerd und eingefleischter Außenseiter. Gemeinsam mit Kumpel Lenny (Danilo Kamber) arbeitet er regelmäßig an Projekten, die den beiden großen Reichtum bescheren sollen. Die Beziehung zu der süßen und beliebten Lisa (Lena Klenke, „Fack Ju Göhte 3“) war bisher der ganze Stolz von Moritz. Als diese aus einem Auslandsjahr in den USA nach Hause kommt, folgt der Schock: Sie möchte eine Beziehungspause. Es kommt noch schlimmer, da sie kurz darauf mit Sportskanone und Kleindealer Daniel (Damian Hardung, „Das schönste Mädchen der Welt“) anbandelt. Für Moritz ist klar, dass er deutlich cooler und wohlhabender werden muss, wenn er Lisa wieder für sich gewinnen möchte. Deswegen wird kurzerhand der Ecstasy-Vorrat des selbsternannten Drogenbarons Buba (Bjarne Mädel, „25 km/h“) aufgekauft und die Online-Shop-Software, die Moritz mit Lenny entwickelt hatte, gewaltig zweckentfremdet. Es dauert nicht lange, bis das Geschäft wirklich boomt. Kundenzufriedenheit, Konkurrenz und die Polizei sorgen dafür, dass der Jung-Dealer seine Geschäftsidee überdenken muss.

Kritik: Kann jemand im eigenen Wohnzimmer zum gefürchteten Drogenhändler werden? Der Fall „Shiny Flakes“, bei dem ein junger Kellner zwischen 2013 und 2015 ein mehrere Millionen schweres Drogen-Geschäft im Internet aufbaute, war da ein ebenso kurioser wie eindrucksvoller Beweis. Die „Neo Magazin Royale“-Produzenten Matthias Murmann und Philipp Käßbohrer haben diese Geschichte als Ausgangslage für ihre Crime-Comedy genommen, deren erste Staffel jetzt frisch bei Netflix erschienen ist. Wer hierbei an eine Coming-of-Age-Variante von „Breaking Bad“ denkt, liegt sicherlich nicht ganz verkehrt. Selbst eine sehr eigene, oft etwas verspielte Optik haben beide Serien gemeinsam. Dabei ist „How to Sell Drugs Online (Fast)“ aber originell genug, um sich schnell ein eigenes Standbein zu erarbeiten.

Diese Verbindung muss Moritz verhindern (© Netflix)

Diese Verbindung muss Moritz verhindern (© Netflix)

Die Serie findet eine ordentliche Mischung zwischen typischen Teenie-Problemen wie Liebeskummer, Streitereien mit dem besten Kumpel sowie dem einfachen Wunsch, beliebt zu sein, und Sequenzen, in denen auf offenem Feld eine Drogenlieferung (wortwörtlich) geflogen kommt. Bei den Dialogen zeigen die Macher zwischen bissig und stumpf fast alle Stufen der Qualitäts-Skala. Das größte Problem der Serie ist aber der Aufbau der Hauptfigur. Moritz wirkt selbstmitleidig, egoistisch und auf seine Art herablassend. Selbst bei bewusstem Anti-Heldentum wird es dem Zuschauer schwer gemacht, dem Protagonisten auf seinem Weg zu folgen. Hier ist es hauptsächlich Darsteller Maximilan Mundt zu verdanken, der dem Charakter einen eigenwilligen Trauerkloß-Charme und ein gewisses Maß an Augenzwinkern spendiert, dass die Serie nicht an zentraler Stelle zusammenbricht. Dennoch bleibt auch die (drei Jahre andauernde) Beziehung zu Lisa – abgesehen von einer fantastischen Szene zwischen Mundt und Lena Klenke – ein ziemliches Rätsel, das für die Zuschauer mangels wirklichem Aufbau schwer greifbar sein dürfte.

Von diesen (Drehbuch-)Problemen abgesehen spielt Lena Klenke als Mädchen aus gutem Hause, das nach ihrem Auslandsjahr einmal verrückt spielen möchte, einen interessanten und nachvollziehbaren Part. Danilo Kamber, als schwer kranker bester Freund, der all die Eskapaden von Moritz ausbaden muss, und Shootingstar Damian Hardung, der den etwas naiven, dankenswerter Weise nicht zu sehr auf Fiesling getrimmten Daniel spielt, sind weitere überzeugende Bestandteile der jungen Hauptbesetzung. Wenig überraschend entpuppt sich die Besetzung von Bjarne Mädel als echtes Highlight, der mit dem prolligen, teils aber wirklich bedrohlichen Drogen-Lieferant Buba für einige Lacher sorgt.

Auch wenn die Figurenzeichnung sicher nicht problemlos und etwas zu knapp gefasst ist, was gerade rund um Moritz störend auffällt, ist „How to Sell Drugs Online (Fast) Staffel 1“ ein kurzweiliger und amüsanter Spaß, der mit kleinen Nachbesserungen durchaus das Potenzial für mehrere Nachfolge-Jahre hat.

3,5 von 5 Punkten

Die erste Staffel der Serie ist seit dem 31.05.2019 im Programm von Netflix zu sehen.


Quelle: Netflix, YouTube

How to Sell Drugs Online (Fast) - Staffel 1

Originaltitel:How to Sell Drugs Online (Fast) - Staffel 1
Showrunner:Philipp Kässbohrer, Matthias Murmann
Darsteller:Maximilian Mundt, Danilo Kamperidis, Lena Klenke
Genre:Serie, Krimi, Komödie
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2019
Verleih:Netflix
Länge:6 x 30 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Netflix

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 05.06.2019
Review: How to Sell Drugs Online (Fast) Staffel 1 (Netflix)

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