Review: Zoe (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Zoe" (© Constantin Film)

Das Blu-ray-Cover von „Zoe“ (© Constantin Film)

Inhalt: In gar nicht so ferner Zukunft arbeiten Cole (Ewan McGregor, „T2 – Trainspotting“) und Zoe (Léa Seydoux, „SPECTRE“) bei einer Firma, die sich um moderne Partnersuche kümmert. Während Zoe direkt mit den Kunden arbeitet und über einen Algorithmus den idealen Lebensgefährten auswählt, entwirft Cole künstliche Intelligenzen. Gerade erst hat der sehr lebensnahe Ash (Theo James, „Dirty Cops – War on Everyone“) das Licht der Welt erblickt. Doch während sich beruflich alles um die Liebe dreht, ist Zoe privat eher einsam. Ihre Gefühle für Cole scheinen auch unerwidert zu bleiben. Als sie dann etwas über sich erfährt, das ihr ganzes Leben verändert, geraten sie und Cole in eine Abwärtsspirale, die sich kaum aufhalten lässt.

Kritik: Trotz seiner erst 35 Jahre hat Regisseur Drake Doremus („Breathe In – Eine unmögliche Liebe“) bereits einiges in der Branche erlebt. Der hoch ambitionierte Indie-Regisseur konnte unter anderem schon in Sundance und Venedig begehrte Preise mit nach Hause nehmen. Ein wiederkehrendes Thema ist dabei die Liebe und ihre vielfältigen Auswüchse. Auch sein mittlerweile achter Spielfilm „Zoe“ dreht sich um eine unglückliche Romanze und einen Ausblick auf das menschliche Beziehungsleben allgemein. Obwohl Doremus optisch und inhaltlich sichtlich bemüht ist, etwas zu entwickeln, das als originell bezeichnet werden kann, hat er sich hier etwas verhoben. So kommen schnell Vergleiche mit Werken wie „Her“, „Ex_Machina“ und auch dem thematisch ein wenig anders gelagerten (und ebenfalls mit Ewan McGregor in der Hauptrolle besetzten) „Perfect Sense“ auf, die „Zoe“ kaum gewinnen kann.

Haben Zoe und Cole eine gemeinsame Zukunft? (© Constantin Film)

Haben Zoe und Cole eine gemeinsame Zukunft? (© Constantin Film)

Viel mehr ist hier ein hübsch anzusehender, aber emotional erstaunlich distanzierter Film zu erleben, der zahlreiche Schwierigkeiten in modernen Beziehungen zwar anspricht und analysiert, den Zuschauer dabei aber nie wirklich an Bord holt. Ein Problem sind die pseudo-philosophisch anmutenden Dialoge, die gemeinsam mit dem verträumt-surrealen Look für zusätzliche Distanz in den intimen Momenten sorgen. Dazu baut „Zoe“ zu viele Nebenplots ein, die für sich vielleicht nicht einmal uninteressant erscheinen, dem Film aber mehr Fokus rauben. So bewegt sich die Science Fiction-Romanze durch ihre 104 Minuten, die sich lang und wenig aufschlussreich anfühlen.

Mit dem richtigen Material sind Léa Seydoux und Ewan McGregor sicherlich exzellente Schauspieler. Obwohl sie merklich um Tiefe in ihren Rollen bemüht sind, gelingt es beiden nicht, für ein wirkliches Zuschauer-Interesse am Schicksal ihrer Figuren zu sorgen. Der ohnehin bislang selten erinnerungswürdige Theo James ist hier als wissbegieriger Roboter recht gut aufgehoben. Pop-Superstar Christina Aguilera ist in einer kleinen Rolle als Prostituierte Jewels zu sehen. Weitere ansonsten ordentliche Darsteller wie Miranda Otto („Chilling Adventures Of Sabrina“) und Rashida Jones („Celeste & Jesse – Beziehungsstatus: Es ist kompliziert!“) bekommen auch keine Gelegenheit, hier zu glänzen.

„Zoe“ ist sicherlich ein handwerklich kompetent gemachter Film, der auch inhaltlich einige schöne Einfälle mitbringt. Es gelingt aber nicht, die Qualitäten zu einem wirklich funktionierenden Gesamtkunstwerk zusammenzufügen. Am Ende bleibt eine recht holprig anmutende SciFi-Romanze, die zu distanziert und überladen wirkt, um dem Zuschauer packende Unterhaltung liefern zu können.

Es wird künstlerisch (© Constantin Film)

Es wird künstlerisch (© Constantin Film)

Der Film ist ab dem 08.11.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film kommt in den meisten Szenen in einem bewusst etwas blassen, milchig anmutenden Look. Dafür sind Schärfe und Detaildarstellung noch recht ordentlich. Auch die Farben sind natürlich eher blass, wobei hier ein paar – bewusst – knackige Stellen (Cole und Zoe auf der Kunstausstellung) hervorstechen. Kontraste und Schwarzwert sind solide, ohne komplett problemlos zu sein. Bis auf ein relativ leichte Körnung ist das Bild sauber und ruhig.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton sind dem Genre entsprechend zufriedenstellend. So sorgt die omnipräsente Musik für regelmäßige Aktivität auf den äußeren Boxen. Bei ein paar Szenen (Nachtclub) verursachen auch ein paar Hintergrundgeräusche einen räumlichen Ton-Einsatz. Im Zentrum stehen aber deutlich die immer sauber klingenden Dialoge.

4 von 5 Punkten

Extras: Interviews mit Ewan McGregor (5 Minuten) sowie Christina Aguilera (8 Minuten) und ein paar Trailer bleiben der einzige Bonus auf der Blu-ray.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Rapid Trailer, YouTube

Zoe

Originaltitel:Zoe
Regie:Drake Doremus
Darsteller:Léa Seydoux, Ewan McGregor, Theo James
Genre:Liebesfilm, Science Fiction
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Constantin Film
Länge:104 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Constantin Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 10.11.2018
Review: Zoe (Blu-ray)

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