Review: The Hurricane Heist (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Hurricane Heist" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “The Hurricane Heist” (© Universum Film)

Inhalt: Während sich die ganze Region auf einen Hurrikan der Stufe 5 vorbereitet, sieht ein Truppe von Gangstern ihren großen Zahltag gekommen. Unter der Leitung des Routiniers Perkins (Ralph Ineson, „The Witch“) möchte die Gruppierung von Hackern und Söldner aus einer Einrichtung des Finanzministeriums 600 Millionen US-Dollar stehlen, die zur Vernichtung vorgesehen sind. Schnell bringen sie das Gebäude unter ihre Kontrolle. Nur die FBI-Agentin Casey (Maggie Grace, „Vendetta – Alles was ihm blieb war Rache“) kann die Situation noch retten. Mit der Unterstützung der Brüder Will (Toby Kebbell, „Warcraft – The Beginning“) – einem Meteorologen – und Breeze (Ryan Kwanten, „The Gunfighters – Blunt Force Trauma“) – einem Mechaniker – versucht sie, die zahlenmäßig weit überlegenen Verbrecher zu überlisten. Dabei wollen sie ihrerseits die Witterungsbedingungen ausnutzen.

Kritik: Bereits 1980 feierte Rob Cohen mit „ A Small Circle Of Friends“ seinen Einstand als Regisseur. Es sollte aber noch etwa 20 Jahre dauern, bis er mit „The Fast And The Furious“ 2001 den wohl bis heute größten Erfolg seiner Karriere erringen konnte. Zuletzt tat er sich eher schwer, überhaupt noch brauchbare Filme zu liefern, was in dem peinlichen Stalker-Thriller „The Boy Next Door“ einen unrühmlichen (aber ausgesprochen unterhaltsamen) Tiefpunkt hatte. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass er sich immer wieder selbst ins Gespräch bringt, wenn es um einen offenen Regie-Posten bei einem neuen Eintrag ins „Fast & Furious“-Franchise geht. Bis es soweit ist, hat er sich an einem – immerhin 35 Millionen US-Dollar teuren – Action-Projekt beteiligt, wo alle wichtigen Inhalte bereits im Titel zu finden sind: Es geht um einen Überfall während eines katastrophalen Sturms.

Kann dieses Duo die Gangster aufhalten? (© Universum Film)

Kann dieses Duo die Gangster aufhalten? (© Universum Film)

Wer hier überhaupt mit dem Gedanken spielt, Begriffe wie Substanz oder Anspruch in den Mund zu nehmen, sollte sich selbst zeitnah und ernsthaft hinterfragen. „The Hurricane Heist“ ist zum Himmel schreiender Blödsinn und hat auch keine großen, anderen Ambitionen. Ein derart alberner Film sollte eigentlich nur dazu dienen, die Leute zu unterhalten. Doch hier kommen wir schnell zum eigentlichen Problem des Action-Thrillers. Viel zu selten gibt sich der Film dem absoluten Irrsinn hin. Wenn Radkappen zu tödlichen Wurfgeschossen werden und der Sturm ein ziemlich zuverlässiger Gefährte bei einer Geiselbefreiung wird, macht der Film wirklich Spaß. Ansonsten bleibt das auf solide CGI-Effekte fußende Geschehen ziemlich zahnlos. Die immer wieder stattfindenden – und zu Gunsten einer 12er-Freigabe blutlosen – Schusswechsel sind repetitiv und frei von jeglicher Spannung. Der Sturm wird nur vereinzelt für wirklich unterhaltsame Momente genutzt. Hinzu kommt, dass keine der Figuren interessant genug ist, um für irgendeine Bindung zur Geschichte zu sorgen.

Die immer noch jugendlich anmutende Maggie Grace schien nach den Erfolgen mit „Lost“ und „96 Hours“ auf dem besten Weg zum Star zu sein. Inzwischen wird sie fast ausschließlich in B-Ware besetzt. Ihr hier eine weiblich John McClane-Variation abzunehmen, funktioniert nur sehr bedingt. Toby Kebbell spielt als Wettermann Will am ehesten eine Figur mit menschlichen Attributen und hat zumindest ein paar brauchbare Momente. Das kann nicht wirklich von Ryan Kwanten behauptet werden, dessen trinkfester Mechaniker Breeze kaum etwas zum Film beiträgt. Auch die Bösewichter um den unterforderten Ralph Ineson und die hölzerne Melissa Bolona („Acts of Violence“) bleiben skizzenhaft.

Die meisten Zuschauer dürften sich von „The Hurricane Heist“ nicht viel mehr als einen netten No Brainer erwartet haben, der möglichst absurd und kurzweilig seine bewusst lächerliche Prämisse umsetzt. Leider hat der Film nur sehr vereinzelte Momente, in denen er sein Versprechen umsetzt. Ansonsten bleibt ein erstaunlich uninspirierter und zäher Action-Thriller, der an seiner „Guilty Pleasure“-Vorgabe scheitert und dafür sorgt, dass ein weiterer unschöner Eintrag in Rob Cohens Filmografie landet.

Perkins hat schlechte Laune (© Universum Film)

Perkins hat schlechte Laune (© Universum Film)

Der Film ist ab dem 14.09.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Alles was der Film inhaltlich vermissen lässt, scheint er optisch auffangen zu wollen. Schärfe und Detaildarstellung sind konstant sehr gut. Abgesehen von den omnipräsenten Blau-Grau-Tönen ist die Farbpalette kräftig und natürlich. Die Einstellung von Kontrasten und Schwarzwert lässt ebenfalls keinen Grund zur Kritik zu. Da darüber hinaus keinen nennenswerten Unsauberkeiten gibt, bewegt sich der Bild am Rand zur Höchstwertung.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind auf exzellentem Niveau. Der Sturm sorgt fast durchgängig für knackige Action auf den äußeren Boxen. Auch Schusswechsel und der Score sorgen für räumliche Aktivität. Dazu sind die Dialoge – obwohl das sicher nicht immer wünschenswert ist – immer gut priorisiert und klar verständlich.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Stolze 18 Mini-Featurettes (insgesamt 51 Minuten) beantworten die meisten Fragen rund um den Film. Dazu ist noch eine handelsübliche Trailershow auf der Blu-ray zu finden.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, LeinwandreporterTV, YouTube

The Hurricane Heist

Originaltitel:The Hurricane Heist
Regie:Rob Cohen
Darsteller:Toby Kebbell, Maggie Grace, Ryan Kwanten, Ralph Ineson
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Universum Film
Länge:103 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.09.2018
Review: The Hurricane Heist (Blu-ray)

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