Review: Vendetta – Alles was ihm blieb war Rache (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Vendetta - Alles was ihm blieb war Rache" (© KSM Film)

Das Blu-ray-Cover von “Vendetta – Alles was ihm blieb war Rache” (© KSM Film)

Inhalt: Roman Melnick (Arnold Schwarzenegger, „Terminator Genisys“) ist mit allen Wassern gewaschen. In seinem Leben hat der Bau-Vorarbeiter schon fast alles mitgemacht und steht kurz vor der Rente. Doch dann wirft ihn ein Schock komplett aus der Bahn. Als er seine Frau und seine schwangere Tochter vom Flughafen abholen möchte, bekommt er die Nachricht, dass der Flieger kurz vor der Landung verunglückt und alle Insassen tot sind. Fluglotse Jake (Scoot McNairy, „Killing them softly“) hat eigentlich einen ganz normalen Arbeitstag. Als es zu ein wenig Chaos kommt, überhört er einen Funkspruch, der fatale Folgen hat. Auch er bleibt vollkommen traumatisiert zurück. Während Roman nach einem Schuldigen sucht und nur auf verächtliche Ablehnung stößt, versucht Jake, in einer anderen Stadt neu anzufangen. Während sich die Fluggesellschaft komplett aus der Situation heraushält, ist für beide Männer ein fatales Ende vorbestimmt.

Kritik: Lose basierend auf einem wahren Fall inszenierte Elliott Lester dieses Drama, das sich hauptsächlich um die Themen Schuld und Verlust auseinandersetzt. In jedem Fall ist der Originaltitel „Aftermath“ (deutsch: Nachwirkungen) sehr viel akkurater gewählt als „Vendetta – Alles was ihm blieb war Rache“. Statt den suggerierten Rache-Thriller bietet der Film zu großen Teilen eine düstere Charakterstudie von zwei gebrochenen Männern. Wenn sich die Geschichte auf ihre Figuren verlässt, funktioniert das Geschehen auch am besten. Ansonsten zeigt „Vendetta“ schon ein paar Klischees und melodramatische Momente, die dem kühl-realistischen Grundton entgegen stehen. So wirkt eine Szene, in der sich Roman mit zwei diabolisch-herablassenden Anwälten der Fluggesellschaft unterhalten muss, schon ziemlich lachhaft.

Für Roman bricht eine Welt zusammen (© KSM Film)

Für Roman bricht eine Welt zusammen (© KSM Film)

Ansonsten bleibt Lester bei einem manchmal schon zu ruhigen Erzähltempo, in dem er ebenso unspektakulär wie ordentlich die Folgen eines solchen Desasters schildert. Dabei ist es angenehm, dass sich der Film mit Schuldzuweisungen zurückhält. Hier hätten die beiden Hauptdarsteller trotzdem eine etwas knackigere Inszenierung und ein noch treffsichereres Skript verdient gehabt. Wenn die Frage nach den größten Action-Stars aller Zeiten gestellt wird, ist Arnold Schwarzenegger wohl in jeder Topliste zu finden. Deswegen dürften sich wohl einige Zuschauer wundern, die hier eine klassische „Arnie nimmt Rache“-Geschichte erwarten. Der mittlerweile 70-Jährige hat aber schon zuletzt mit Filmen wie „Maggie“ gezeigt, dass er auch ruhige Charakterrollen ausfüllen kann. In diesem emotional anspruchsvollen Part zeigt Schwarzenegger rein darstellerisch ein hohes Pensum.

Scoot McNairy kann mit dem richtigen Material starke Leistungen abliefern, was er hier locker nachweist. Seine Darstellung des von Schuld zerfressenen Jake ist ebenso tragisch wie berührend und steht Schwarzenegger in Nichts nach. Ergänzend liefert Maggie Grace („Californication“) als Ehefrau von Jake ebenfalls einen guten Auftritt.

Am Ende kommt dann mit ein paar verzichtbaren Wendungen doch noch Tempo auf, was zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr benötigt wurde. So ist „Vendetta – Alles was ihm blieb war Rache“ ein erstaunlich ruhiges Drama, das wegen ein paar falschen Entscheidungen viel Potenzial verschenkt, aber allein wegen der starken Leistungen von Schwarzenegger und McNairy sehenswert bleibt.

Jake hat Angst um seine Sicherheit (© KSM Film)

Jake hat Angst um seine Sicherheit (© KSM Film)

Der Film ist ab dem 13.11.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Passend zur Thematik ist der Film in sehr kühlen Tönen gehalten und hat durchgängig eine Art weißen Schleier über dem Geschehen. Dadurch wirkt das Bild immer ein wenig weich, weswegen der Zuschauer auch Abstriche bei Schärfe und Detaildarstellung machen muss. Nur bei Close Up-Aufnahmen ist die Schärfe wirklich gut. Die wahrlich nicht gesättigten Farben sehen aber immer noch natürlich genug aus. Kontraste und Schwarzwert sind gemessen an den stilistischen Entscheidungen solide. Manchmal ist eine leichte Körnung zu erkennen. Ansonsten ist das Bild stabil und ziemlich sauber.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton haben keine erkennbaren Probleme, kommen aber auch – durch die Natur des Filmes – ohne große Highlights aus. Die Dialoge sind das sauber priorisierte Zentrum des Films. Da die Ereignisse beim Flugzeugabsturz nur angedeutet werden, gibt es aus dieser Richtung keine nennenswerten Effekte. So gibt es nur etwas räumlich Aktivität durch die Hintergrundgeräusche und den Score.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kurzes Featurette (7 Minuten), ein paar Trailer und eine Bildergalerie sind als Bonus auf der Blu-ray vorhanden.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: KSM Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Vendetta - Alles was ihm blieb war Rache

Originaltitel:Aftermath
Regie:Elliott Lester
Darsteller:Arnold Schwarzenegger, Scoot McNairy, Maggie Grace, Martin Donovan
Genre:Drama, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:KSM Film
Länge:94 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von KSM Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 13.11.2017
Review: Vendetta – Alles was ihm blieb war Rache (Blu-ray)

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