Review: Nina Forever

Das Artwork von "Nina Forever" (© Epic Pictures)

Das Artwork von “Nina Forever” (© Epic Pictures)

Inhalt: Nach dem Unfalltod seiner Freundin Nina (Fiona O’Shaughnessy, „Utopia“) hatte Rob (Cian Barry) jeglichen Lebensmut verloren und einen Selbstmordversuch unternommen. Als die deutlich jüngere Holly (Abigail Hardingham, „The Missing“), die mit ihm im Supermarkt arbeitet, Interesse an ihm zeigt, fühlt er sich etwas besser. Tatsächlich landen die beiden relativ schnell im Bett, müssen dann aber einer Überraschung verkraften: Auf einmal liegt die blutüberströmte, nörgelnde Nina neben ihnen. Doch statt die Flucht zu ergreifen, möchte Holly ihrem neuen Liebhaber in der schweren Situation helfen. So entwickelt sich eine skurrile Dreiecksbeziehung, an deren Ende Rob hoffentlich mit der verblichenen Ex-Freundin abschließen kann.

 

Kritik: Schon im Jahr 2015 drehte das Regie-Duo Ben und Chris Blaine diese Horrorkomödie, die eine Liebesgeschichte der ganz anderen Art erzählt. Um diese schräge Prämisse umsetzen zu können, hatten sich die Brüder für eine Kickstarter-Finanzierung entschieden. Herausgekommen ist ein zutiefst sonderbares Werk, das sich mit überraschend geerdeten Themen auseinandersetzt. So sind der Kampf, in einer Beziehung mit der idealisierten Ex-Partnerin verglichen zu werden, und die reine Verarbeitung von Trauer durchaus ernsthafte Motive hinter der grotesken Prämisse. Selbst wenn der Erzählton (gezwungenermaßen) manchmal ein wenig unrund wirkt, entwickelt sich „Nina Forever“ zu einem erstaunlich unterhaltsamen und amüsanten Film, der eine recht kohärente Geschichte erzählt.

 

Liebe kann so schwer sein (© Epic Pictures)

Liebe kann so schwer sein (© Epic Pictures)

Es gelingt das Kunststück, die Attribute freizügig, morbide und einfühlsam unter einen Hut zu bringen. Eine große Stärke bei der Umsetzung des Szenarios sind die drei Hauptdarsteller, die dem Geschehen einen eigenen Charakter geben. Fiona O’Shaughnessy, die 2013 mit der kurzlebigen Kult-Serie „Utopia“ ihren Durchbruch gefeiert hatte, darf hier unbekleidet und blutverschmiert die eifersüchtige Wiedergängerin Nina geben. Mit augenzwinkerndem Humor, Biss und sonderbarer Präsenz gelingt ihr Auftritt als Titelheldin. Cian Barry ist als trauernder, stiller Rob, der durch die Situation zwischen die Stühle rutscht, eine gute, passende Wahl gewesen. Daneben harmoniert er hervorragend mit Abigail Hardingham, was dieses bizarre Arrangement fast glaubwürdig macht. Auch Hardingham hinterlässt bei ihrem Auftritt als verführerische, aber schräge Holly einen guten Eindruck.

Weit abseits des Mainstream gelingt den Blaine-Brüdern mit „Nina Forever“ ein ausgesprochen originelles Debüt. Zwischen witzigen Kuriositäten, einer tragischen Romanze und einer Menge nackter Haut und Kunstblut, begnügen sich die Macher nicht damit, die Prämisse als reines Gimmick zu verwenden, sondern liefern Inhalte mit Gewicht. Selbst wenn dabei nicht alle Inhalte gleich gut funktionieren, bleibt diese Horror-Comedy-Drama-Liebesgeschichte eine durchaus lohnende Entdeckung für ein experimentierfreudiges Publikum.

3,5 von 5 Punkten

Der Film wird voraussichtlich am Valentinstag 2019 von Birnenblatt im Heimkino veröffentlicht.


Quelle: StudioCanalUK, YouTube

Nina Forever

Originaltitel:Nina Forever
Regie:Ben Blaine, Chris Blaine
Darsteller:Fiona O'Shaughnessy, Abigail Hardingham, Cian Barry
Genre:Horror, Komödie, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:UK, 2015
Verleih:Birnenblatt
Länge:98 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.09.2018
Review: Nina Forever

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