Review: Solange ich atme (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Solange ich atme" (© Square One/Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von „Solange ich atme“ (© Square One/Universum Film)

Inhalt: Es ist sofort um Robin Cavendish (Andrew Garfield, „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“) geschehen, als er auf einer Party die schöne Diana (Claire Foy, „The Crown“) trifft. Tatsächlich erwidert diese seine Avancen und schon wenige Wochen später klingeln die Hochzeitsglocken. Als sich auf einer gemeinsamen Reise in Kenia herausstellt, dass Diana schwanger ist, scheint das Glück perfekt. Doch dann bricht Robin eines Tages zusammen. Die Ärzte können ihm nur noch mitteilen, dass er an Polio erkrankt ist, nicht mehr eigenständig atmen kann und vom Hals abwärts gelähmt bleibt. Nachdem Robin am liebsten sofort sterben will, gibt ihm Diana neuen Lebensmut. Gegen der ärztlichen Rat nimmt sie ihn mit nach Hause und beginnt, sich selbst um ihn zu kümmern. Als es dann dem gemeinsamen Freund Teddy (Hugh Bonneville, „Paddington“) gelingt, einen Rollstuhl mit eigenem Beatmungsgerät zu entwerfen, kann Robin sogar wieder am Leben teilnehmen. Das Ehepaar macht es sich zur Aufgabe, weiteren Polio-Kranken ein neues, mobiles Dasein zu ermöglichen.

Kritik: Mit seinen Rollen als Gollum oder zuletzt in der „Planet der Affen“-Trilogie hat Andy Serkis die Motion Capture-Schauspielerei revolutioniert. Im vergangenen Jahr hat er bei diesem Drama erstmals auf dem Regiestuhl Platz genommen. Dabei hat er eng mit seinem engen Freund John Cavendish, dem Sohn der beiden Protagonisten aus dem Film, zusammengearbeitet. Herausgekommen ist ein kompetent inszeniertes, aber arg süßliches Drama, bei dem die positive, persönliche Verbindung zu den Figuren arg offensichtlich wird. Natürlich sind Robin und Diana Cavendish, die wahre Pioniere im Umgang mit der schwersten Behinderung durch Polio waren, hoch interessante Menschen, die eine erzählenswerte Geschichte haben.

Robin genießt jede Sekunde mit seinem Sohn (© Square One/Universum Film)

Robin genießt jede Sekunde mit seinem Sohn (© Square One/Universum Film)

So hat „Solange ich atme“ einige wirklich starke Sequenzen, in denen – positiv wie negativ – die Emotionen verdient hochkochen. Leider wirkt das Geschehen viel zu oft, als ob die Macher mit einer Checkliste die Eckpunkte des Lebens der Figuren abarbeiten. Gerade in der überzuckerten Schlussphase zerstört der Film viel von dem Herz und der Glaubwürdigkeit, die hier eigentlich vorhanden waren. Zum Glück kann sich Serkis auf eine Fülle von hochklassigen Schauspielern verlassen, die das Optimum aus dem eher mittelmäßigen Material holen. Der erneut höchst sympathische Andrew Garfield gibt sichtbar alles, seinem komplexen Charakter Vielschichtigkeit zu verleihen. Dazu harmoniert er prächtig mit Claire Foy, die auch hier unterstreichen kann, weshalb sie zu den aktuell gefragtesten Darstellerinnen im Mainstream-Kino gehört. Britischer Charakteradel wie Tom Hollander („The Night Manager“), der eine etwas skurrile Doppelrolle spielt, und Hugh Bonneville, der als Entwickler des revolutionären Rollstuhls von Cavendish zu sehen ist, geben dem Film weitere Substanz.

Eigentlich hätten Material und Darsteller dafür sorgen können, dass „Solange ich atme“ ein wirklich starker Film wird. Leider ist der Regie-Erstling von Andy Serkis nicht immer geschmackssicher und überschreitet ohne Not – besonders in der Schlussphase – die Grenzen zum Kitsch. Auf diese Art bleibt am Ende ein etwas durchwachsenes Drama, von dem Serkis hoffentlich für folgende Arbeiten lernt.

Die Cavendishs versammeln ihre Freunde um sich (© Square One/Universum Film)

Die Cavendishs versammeln ihre Freunde um sich (© Square One/Universum Film)

Der Film ist ab dem 14.09.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Wenig verwunderlich wird der Film die meiste Zeit in warmen Feelgood-Bildern präsentiert. Schärfe und Detaildarstellung sind immer ordentlich, lassen aber die letzte Brillanz vermissen. Die Farben wirken meistens kräftig und natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind nicht immer ganz makellos, stellen aber zufrieden. Ein leichtes Rauschen in schwach beleuchteten Szenen ist die einzige weitere Auffälligkeit.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton erfüllen die Erwartungen. Natürlich gibt es relativ wenig räumliche Aktivität, da sich die Spur hauptsächlich auf eine problemfreie Dialogwiedergabe fokussiert. Manchmal beziehen Hintergrund-Atmosphäre und Score die äußeren Boxen etwas mit ein. Nennenswerte Effekte sind nicht aufgefallen.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein paar Interviews mit Cast und Crew (23 Minuten) und einige Trailer sind als Bonus auf der Blu-ray zu finden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Square One/Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Solange ich atme

Originaltitel:Breathe
Regie:Andy Serkis
Darsteller:Andrew Garfield, Claire Foy, Diana Rigg, Tom Hollander, Hugh Bonneville
Genre:Drama, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:UK, 2017
Verleih:Universum Film
Länge:118 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.09.2018
Review: Solange ich atme (Blu-ray)

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