Review: Rampage – Big Meets Bigger (Kino)

Das Hauptplakat von "Rampage - Big Meets Bigger" (© 2018 Warner Bros Pictures)

Das Hauptplakat von “Rampage – Big Meets Bigger” (© 2018 Warner Bros Pictures)

Inhalt: Primatenforscher Davis Okoye (Dwayne Johnson, „Jumanji – Willkommen im Dschungel“) ist ein ziemlicher Einzelgänger. Nur wenn er mit seinen Tieren – allen voran dem Albino-Gorilla George – zusammen ist, blüht er auf. Doch dann geht ein Gen-Experiment der skrupellosen Unternehmerin Claire Wyden (Malin Akerman, „Numbers Station“) im Weltall gewaltig schief und einige Proben landen unkontrolliert auf der Erde. Die Tiere, die mit diesen Proben in Berührung kommen, werden riesig, aggressiv und unvorstellbar stark. Auch George beginnt, eine ganz andere Dimension anzunehmen und flüchtet aus seinem Reservat. Im ganzen Land herrscht Angst und Chaos. David probiert, George mit Unterstützung der Gentechnikerin Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris, „Moonlight“) wieder einzufangen und ein Gegenmittel einzusetzen. Doch eine mysteriöse Regierungsorganisation um den windigen Agent Russell (Jeffrey Dean Morgan, „Desierto – Tödliche Hetzjagd“) mischt sich schnell in den Plan ein. Darüber hinaus denkt Wyden gar nicht daran, ihre wertvollen Proben aufzugeben. Es beginnt eine Hetzjagd durch das ganze Land, die eine Schneise der Verwüstung hinterlässt.

Kritik: Brad Peyton dürfte wohl niemand bislang vorgeworfen haben, seine Zuschauer intellektuell überfordert zu haben. Nach seinem bizarren Debüt „Cats & Dogs – Die Rache der Kitty Kahlohr“ und dem Abenteuer-Klamauk „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ folgten zuletzt die Zerstörungsorgie „San Andreas“ und der austauschbare Exorzismus-Horror „Incarnate – Teuflische Besessenheit“. Großen Anspruch dürfte wohl auch niemand erwartet haben, als seine Leinwand-Adaption des Kult-Videospiels „Rampage“ angekündigt wurde. Zuletzt war der Film dann in den Schlagzeilen, da (Ex-)Regisseur Uwe Boll mit einer Klage drohte, da er den „Markennamen“ seiner inhaltlich nicht verwandten „Rampage“-Trilogie gefährdet sah. Aber auch ohne das Zutun von Dr. Boll ist in dem teuren Blockbuster einiges los.

Zwei Kumpels sind unterwegs (© 2018 Warner Bros Pictures)

Zwei Kumpels sind unterwegs (© 2018 Warner Bros Pictures)

Prämisse und Handlungsaufbau erinnern eher an einen Film der 90er und werden derart albern umgesetzt, dass die Lachmuskeln einige Male strapaziert werden. Nach einer explosiven Einleitung im Weltall, in der Marley Shelton und eine riesige Ratte zum Zug kommen, ist die Grundlagenarbeit erledigt. Dann bekommt das Publikum ein wenig die Gelegenheit, die Hauptfiguren im Alltag zu erleben. Hier werden einige Zuschauer froh sein, dass die nervigen Mitarbeiter von Davis nicht sonderlich viel Spielzeit bekommen. Dwayne Johnson ist mittlerweile ein regelrechtes popkulturelles Phänomen geworden. Auch wenn er wohl nie ein tiefgreifender Charaktermime wird, haben seine sympathische Ausstrahlung, sein Charisma und sein komisches Gespür dafür gesorgt, dass er einer der bestbezahlten aktuellen Hollywood-Stars ist. Hier entwickelt sich ein überraschend herzliches – wortloses – Buddy-Gespann mit ihm und dem schick animierten Affen George.

Auf welcher Seite steht Agent Russell? (© 2018 Warner Bros Pictures)

Auf welcher Seite steht Agent Russell? (© 2018 Warner Bros Pictures)

Ansonsten ist die Ansammlung von unterhaltsamen Blödsinn, die hier geboten wird, fast schon sensationell. Mit gutem Timing fügen sich die lachhaft überzogenen Teile des Films erstaunlich gut zusammen. Als tatsächlicher Sidekick von Davis tritt die Oscar-nominierte Naomie Harris auf. Sie hat sichtlich Spaß an ihrer weniger fordernden Rolle und serviert ein paar erstaunlich spritzige Zeilen. Noch knackiger ist der Auftritt von Jeffrey Dean Morgan, der als Agent und verkappter Cowboy zeigt, wie ein gekonnter „Over the Top“-Part aussehen muss. Er nutzt seine Negan-Routine und präsentiert mit schiefem Grinsen einen Einzeiler nach dem anderen, die er allesamt erstklassig landet. Nach ein paar Szenen dürften die meisten Zuschauer ein Lächeln im Gesicht haben, sobald er die Leinwand betritt. Malin Akerman und Jake Lacy („Die Erfindung der Wahrheit“) bekommen als Bösewichter nicht so gutes Material spendiert und bleiben eher unauffällig. Joe Manganiello („Justice League“) und Matt Gerald („Dexter “) sollen als gut trainierte Söldner dafür sorgen, dass der böse Wolf gestoppt wird.

Während des gesamten Films wird ein Gewaltlevel angeschlagen, bei dem eine 12er-Freigabe durchaus verwundert. Es erhöht aber durchaus die Konsequenz der Geschehnisse und wird recht gut eingebunden. Begriffe wie Logik lässt man wohl lieber zu Hause, wenn der Kinobesuch von „Rampage – Big Meets Bigger“ ansteht. Wenn ein 10 Meter großer Wolf einen Helikopter angreift und Dwayne Johnson als Primatenforscher mehr Zerstörungskraft als das gesamte amerikanische Militär hat, sind andere Qualitäten gefragt. Auch wenn die Action-Fantasy-Orgie wohl kein „guter Film“ im klassischen Sinne ist, überdreht der Film auf eine Art, die gut funktioniert. Gut gelaunte Darsteller, recht treffsicherer Humor und schräge Einfälle sorgen dafür, dass diese lose Videospiel-Adaption ein Guilty Pleasure im besten Sinn ist.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, LeinwandreporterTV, YouTube

Rampage - Big Meets Bigger

Originaltitel:Rampage - Big Meets Bigger
Regie:Brad Peyton
Darsteller:Dwayne Johnson, Naomie Harris, Jeffrey Dean Morgan
Genre:Action, Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Warner Bros
Länge:107 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:10.05.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Warner Bros

Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 06.05.2018
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