Review: Incarnate – Teuflische Besessenheit (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Incarnate - Teuflische Besessenheit" (© Concorde Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von “Incarnate – Teuflische Besessenheit” (© Concorde Home Entertainment)

Inhalt: In seinen 20ern hat Dr. Ember (Aaron Eckhart, „Sully“) herausgefunden, dass er Kontakte zu Wesen aus anderen Dimensionen aufnehmen kann. Er hat sich aber entschlossen, ein normales Leben zu führen und eine Familie zu gründen. Das ging so lange gut, bis der Dämon Maggie (Natalija Nogulich) seine Frau und Tochter bei einem Autounfall getötet hat. Er selbst ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt und jagt bei gefährlichen Exorzismen, in denen er in den Geist der Besessenen eindringt, das monströse Wesen. Nach einigen Fehlschlägen such ihn die vom Vatikan geschickte Camilla (Catalina Sandino Moreno, „The Affair“) mit einem neuen Auftrag auf. Der elf Jahre alte Cameron (David Mazouz) ist von einer besonders brutalen und bösartigen Kraft besessen. Weder seine Mutter Lindsey (Carice van Houten, „Game of Thrones“) noch die Kirche weiß Rat. Nach ein wenig Recherche ist sich Ember sicher, dieses Mal wirklich Maggie vor sich zu haben. Doch das Wesen ist stärker und bösartiger, als alles, was der Exorzist bislang erlebt hat. Er stellt sich einem bedingungslosen Kampf, bei dem auch er kaum eine Chance hat, mit seinem Leben davon zu kommen.

Kritik: Mit dem schmerzhaft doofen „Cats & Dogs – Die Rache der Kitty Kahlohr“ und dem solide-austauschbaren „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ feierte Brad Peyton ein eher durchwachsenes Hollywood-Debüt. Für die meisten Zuschauer dürfte er 2015 mit dem – leider auch nur mäßigen – Katastrophen-Abenteuer „San Andreas“ wirklich auf der Bildfläche erschienen sein. Dennoch waren seine Arbeiten erfolgreich genug, um ihm schon neue Aufträge wie zum Beispiel die Videospielverfilmung „Rampage“ im höheren Preissegment zu sichern. Noch vor „San Andreas“ drehte er diesen Exorzismus-Horror, der aber einige Zeit in den Archiven der Produktionsfirma auf einen Release warten durfte. Ganz so furchtbar, wie sich diese Vorgeschichte anhört, ist der Film nicht geworden. Innovation ist im aktuellen Genre-Kino ohnehin eine Rarität, weswegen die wilde Zitate-Sammlung, die von „Der Exorzist“ (teilweise schon fast unverschämt offen), „Blade“ und „Inception“ nur bedingt für Ärger sorgen dürfte. Mit Logik und einem klaren roten Faden nimmt es der Film auch nicht besonders ernst, sondern beschränkt sich lieber darauf, kurzweilig zu sein.

In den Traumwelten ist Ember nicht an den Rollstuhl gebunden (© Concorde Home Entertainment)

In den Traumwelten ist Ember nicht an den Rollstuhl gebunden (© Concorde Home Entertainment)

Dieser Plan geht zum einen auf, weil sich das Geschehen nach groben 80 Minuten Spielzeit in den Abspann verabschiedet. Der andere Grund ist einzig und allein Aaron Eckhart, der schon in ganz anderen Filmen gezeigt hat, dass er eigentlich in die ersten Liga Hollywoods gehört. Dennoch ist Eckhart immer wieder in qualitativ eher fragwürdigen Werken wie „I, Frankenstein“ oder auch „Incarnate“ zu sehen. Doch hier zeigt sich der erstaunliche Charakter des Darstellers. Während einige Kollegen solche Produktionen für einen Gehaltscheck mitnehmen, gibt Eckhart Vollgas, als ob es um eine möglich Oscar-Nominierung gehen würde. Als zorniger Rollstuhlfahrer mit übersinnlichen Fähigkeiten sorgt er praktisch im Alleingang dafür, dass der Film zu jeder Zeit ansehbar bleibt. Mit der Oscar-nominierten Catalina Sandino Moreno und Carice van Houten sind zwei weitere bekannte Namen im Film zu sehen, die aber kaum etwas zu tun bekommen.

Auf diese Art entwickelt sich dieser konventionelle Horror-Geschichte, die merklich auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist und ohne große Überraschungen auskommt. Es bleibt der große Trumpf, hier einen Aaron Eckhart zu haben, der auch aus so einem durchwachsenen Material noch etwas machen kann. Das sorgt dafür, dass sich ein ansonsten einfallsloser „Incarnate – Teuflische Besessenheit“ zumindest noch im unteren Mittelmaß einordnen kann.

Der Film ist ab dem 06.04.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Ist der kleine Cameron noch zu retten? (© Concorde Home Entertainment)

Ist der kleine Cameron noch zu retten? (© Concorde Home Entertainment)

Bild: Der Look des Filmes ist sehr ordentlich ausgefallen, wird aber wohl keinen Anspruch auf Schönheitspreise erheben. Schärfe und Detaildarstellung sind recht gut, obwohl ein großer Teil des Filmes im (Halb-)Dunklen stattfindet. Die Farben sind nicht unbedingt strahlend und kräftig, passen aber zur Atmosphäre und wirken natürlich. Schwarzwert und Kontraste wurden ordentlich eingestellt. Es gibt einen großen Teil der Zeit ein erkennbares Rauschen im Bild, was aber nichts mehr an einem zufriedenstellenden Eindruck ändert.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische DTS-HD MA 5.1-Fassung können auf gehobenem Niveau gefallen. Neben den immer verständlichen Dialogen bietet der Film einen ziemlich dynamischen und räumlichen Sound. Die Hintergrundgeräusche auf den Straßen und in einem Nachtclub klingen sehr natürlich. Der stimmungsvolle Score verteilt sich gut auf die Boxen. Wenn es dann mal Action gibt, ist die Vertonung wuchtig und von ein paar satten Bässen untermalt. Auf diese Art wird beinahe das Optimum aus dem (mäßigen) Ausgangsmaterial geholt.

4 von 5 Punkten

Extras: Bis auf ein paar Trailer gibt es keinen Bonus auf der Blu-ray.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Concorde Home Entertainment, Leinwandreporter TV, YouTube

Incarnate - Teuflische Besessenheit

Originaltitel:Incarnate
Regie:Brad Peyton
Darsteller:Aaron Eckhart, Carice van Houten, Catalina Sandino Moreno
Genre:Horror, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Concorde Home Entertainment
Länge:87 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Facebook-Seite:Incarnate

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.04.2017
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