Review: San Andreas (Kino)

Das Kino-Plakat von "San Andreas" (Quelle: Warner Bros Pictures)

Das Kino-Plakat von “San Andreas” (Quelle: Warner Bros Pictures)

Inhalt: Ray (Dwayne Johnson) ist als Hubschrauber-Rettungspilot eine wahre Koryphäe in seinem Job. Eigentlich plant er einen freien Tag mit seiner Tochter Blake (Alexandra Daddario, „True Detective“) zu verbringen, die bei seiner Ex-Frau Emma (Carla Gugino) lebt. Doch dann schmeißt ein vom Erdbeben-Wissenschaftler Lawrence (Paul Giamatti, „The Ides of March – Tage des Verrats“) seit langem erwartetes Naturereignis wahrlich alles durcheinander. Der San Andreas-Graben verschiebt sich und löst eine gewaltige Erdbeben-Serie aus. Während die Gegend so langsam zu Schutt und Asche zerfällt, versucht Ray, seine Familie zu retten. Nachdem er Emma gefunden hat, liegt die schwere Aufgabe noch vor ihm: Er muss von L.A. nach San Francisco, da Blake dort festsitzt. Sie versucht währenddessen, gemeinsam mit den britischen Brüdern Ben (Hugh Johnstone-Burt) und Ollie (Art Parkinson, „Game of Thrones – Season 3“) zu einem sicheren Unterschlupf zu gelangen.

Kritik: Der kanadische Regisseur Brad Peyton hatte in seinem bislang bekanntesten Film „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ schon einmal mit Dwayne Johnson gearbeitet. Diese Kooperation wurde nun bei diesem Katastrophen-Thriller fortgesetzt. Optisch fährt der Film groß auf: Mit spektakulären Effekten werden hier massenhaft Gebäude und vor allem Wahrzeichen zerstört. Das gelungene 3D sorgt hier sicherlich für einen erhöhten Adrenalin-Spiegel. Trotzdem ist „San Andreas“ weit davon entfernt, ein guter Film zu sein. Peyton konzentriert sich in seinem Film auf Einzelschicksale und lässt die weitreichenden Auswirkungen der Naturkatastrophe komplett außen vor. Aus dieser Prämisse könnte immer noch einiges entstehen: Dafür müssten die Charaktere aber mehr als Skizzen sein.

Ray und Emma such ihre Tochter (Quelle: Warner Bros Pictures)

Ray und Emma such ihre Tochter (Quelle: Warner Bros Pictures)

Dwayne Johnson kann gut („Snitch – Ein riskanter Deal“) oder zumindest wirklich amüsant („Pain & Gain“) sein, wenn er nur den Raum bekommt. Sein Rettungspilot Ray hat die emotionale Tiefe einer Action-Puppe und weckt ebenso viel Interesse an seinem Werdegang. Auch Carla Gugino darf nicht viel mehr als ihre Optik einbringen und rennt, fährt und fliegt mit Johnson ohne wirkliche Inhalte durch die zerstörten Städte. Der Hauptjob des Blickfangs geht allerdings an Alexandra Daddario, die nicht wirklich wie eine 18-Jährige aussieht, was aber niemanden weiter stört. Viel mehr versucht Brad Peyton auf dem Niveau von Michael Bay, die üppigen Rundungen seiner Darstellerin möglichst offensichtlich in Szene zu setzen. Paul Giamatti an sich ist eigentlich ein fantastischer Schauspieler. Sein mahnender Experte Lawrence bleibt aber nicht mehr als ein wandelndes Klischee. Das wird nur noch unterboten von Ioan Gruffud, der als neuer Freund von Emma so berechenbar den Armleuchter geben darf, dass es bald schon weh tut.

Blake muss im einstürzenden San Francisco bestehen (Quelle: Warner Bros Pictures)

Blake muss im einstürzenden San Francisco bestehen (Quelle: Warner Bros Pictures)

Die meisten Zuschauer dürften sich in die Zeit zurückversetzt fühlen, in der CGI gerade neu war und den Hauptinhalt jedes Sommerblockbusters war. So punkteten in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre „Armageddon“, „Independence Day“ (die beiden noch ordentlich), „Twister“, „Volcano“, „Dante’s Peak“ (schon weniger) mit Schauwerten und Unterhaltungswert, wiesen aber alle Drehbücher auf, die auf einem Bierdeckel Platz gefunden hätten. Sehr viel anders läuft es hier auch nicht: Es werden interessante Momente wie die Zerstörung des Hoover-Damms recht folgenlos weggeschenkt, während der Verlust von Figuren, die der Zuschauer aus einer Szene kannte (und logischerweise nicht emotional involviert sein kann) zum gefühlsmäßigen Höhepunkt hochstilisiert wird. Dazu ist der Handlungsverlauf vorhersehbar und die Logiklücken einigermaßen hanebüchen.

Wer bereit ist, über diese ganze Ansammlung von Schwächen hinwegzusehen, wird aber immer noch einigermaßen gut unterhalten. So bleibt „San Andreas“ ein visuell durchaus ansprechender Film, der seiner Zeit aber lockere 15 Jahre hinterherhinkt.

2 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros Pictures, YouTube

San Andreas

Originaltitel:San Andreas
Regie:Brad Peyton
Darsteller:Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Kinostart:28.05.2015
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:114 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.05.2015
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