Review: Snitch – Ein riskanter Deal (Kino)

Das Teaser-Plakat von "Snitch" (Quelle: Tobis Film)

Das Teaser-Plakat von „Snitch“ (Quelle: Tobis Film)

Inhalt: Das Leben von Vorstadt-Vater und Unternehmer John (Dwayne Johnson, „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“) steht vor einem Scherbenhaufen, als sein Sohn Jason (Rafi Gavron, „Tintenherz“) wegen eines angeblichen Drogenvergehens zu zehn Jahren Haft verurteilt wird. Die gnadenlose Staatsanwältin Joanne Keeghan (Susan Sarandon, „Robot & Frank“) stellt nur Strafmilderung in Aussicht, wenn Jason als Spitzel bei der Verhaftung eines „größeren Fischs“ aus dem Drogenmilieu behilflich ist. Da Jason niemanden kennt, hat sich dieses Schlupfloch auch bald wieder in Luft aufgelöst. Stattdessen hat John, der Chef eines Bauunternehmens ist, eine zündende Idee: Er hat einige Ex-Sträflinge angestellt, von denen einer sicher noch Kontakte ins Metier hat. Der ehemalige Dealer Daniel (Jon Bernthal, „The Walking Dead“) verschafft ihm tatsächlich eine Verbindung zu Drogenboss Malik (Michael Kenneth Williams, „The Wire“). Dadurch ist Keeghan gesprächsbereit und bietet an, Jasons Haftstrafe drastisch zu reduzieren, falls John bei der Verhaftung von Malik hilft. John lässt sich auf den gefährlichen Deal ein und beginnt als Kurierfahrer für den brutalen Kriminellen zu arbeiten. Immer in der Gefahr entdeckt zu werden, tut der Familienvater alles, um seinen ältesten Sohn zu befreien.

 

Kritik: Manche Geschichten sind so überzogen, dass sie wahr sein müssen. Auch „Snitch – Ein riskanter Deal“ von Ex-Stuntman Ric Roman Waugh („True Romance“) wurde, wie es so schön heißt „von wahren Begebenheiten inspiriert“. Der Hintergrund der Geschichte ist äußerst sozialkritisch: Die Macher sprechen sich deutlich gegen die amerikanische Antidrogenpolitik aus, durch die schon einige Unschuldige zum Opfer des Systems wurden. Hierbei sollte sich der Zuschauer keinesfalls davon irritieren lassen, das Muskelberg Dwayne Johnson in der Hauptrolle zu sehen ist. Dieses Werk passt so gar nicht in die Reihe der inhaltsarmen Materialschlachten, in denen der ehemalige Wrestler sonst die Kampfmaschine mimt. Der Film wurde mit einem vergleichsweise kleinen Budget von 15 Millionen US-Dollar inszeniert und in kargen und ruhigen Bildern gehalten. Außerdem hat „The Rock“ nur eine Kampfszene im Film, in der er dann auch noch von ein paar Straßendealern nach Strich und Faden verprügelt wird. Spätestens da wird klar: John Matthews ist kein übermächtiger Superheld, sondern ein Kerl aus der Nachbarschaft, der aus Verzweiflung bis zum Äußersten geht.

John diskutiert mit Staatsanwältin Keeghan - Agent Cooper lauscht (Quelle: Tobis Film)

John diskutiert mit Staatsanwältin Keeghan – Agent Cooper lauscht (Quelle: Tobis Film)

Spannende Story mit lebendigen Charakteren

Diese Veränderung tut Johnson sichtlich gut, da er hier einmal zeigen darf, das ein wirklich guter Schauspieler mit emotionalen Tiefen in ihm steckt. Auch wenn Matthews zu einer Amokfahrt mit einem LKW ansetzt, hat das wenig mit Effekthascherei zu tun. Dieser Mann kann nicht anders handeln, wenn er seinem Kind helfen will, und wir als Zuschauer sind bereit, das zu akzeptieren. Susan Sarandon als gnadenlose Staatsanwältin spielt die mächtige und selbstgefällige Bürokratin mit so viel bissiger Ausstrahlung, wie man der von Grund auf sympathischen Charakterdarstellerin gar nicht zugetraut hätte. Jon Bernthal kann als Aussteiger aus der Drogenszene mit einer vielschichtigen darstellerischen Leistung aufwarten. Auch er wirkt in jeder Szene authentisch.

Malik und Anhang weisen John in seine neue Tätigkeit ein (Quelle: Tobis Film)

Malik und Anhang weisen John in seine neue Tätigkeit ein (Quelle: Tobis Film)

Die vielleicht größte Wucht bringt Malik-Darsteller Michael Kenneth Williams in den Film. Williams, dessen Darstellung des brutalen Straßengangsters Omar Little in „The Wire“ zu den denkwürdigsten der Seriengeschichte gehört, darf sich hier mal wieder in einer Paraderolle zeigen. Wenn er dem zwölf Zentimeter größeren und gefühlt zwei Mal so breiten Johnson gegenübersteht, scheint dieser im Angesicht von Williams Präsenz zu schrumpfen. Auch Barry Pepper („The Green Mile“) als raubeiniger Agent Cooper fällt gegen die Auftritte seiner Kollegen nicht ab.

„Snitch – Ein riskanter Deal“ ist ein kleines, unscheinbares, etwas dialoglastiges Action-Drama, das mit einer intensiven Atmosphäre und gut gespielten Charakteren überzeugt, was besonders bei dem erfrischend anders auftretenden Dwayne Johnson als Quantensprung zu sehen ist.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: TobisFilm, YouTube

Snitch – Ein riskanter Deal

Originaltitel:Snitch
Regie:Ric Roman Waugh
Darsteller:Dwayne Johnson, Jon Bernthal, Susan Sarandon
Genre:Actiondrama
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:TobisFilm
Länge:112 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:06.06.2013
Facebook-Page:Der Facebook-Auftritt von "Snitch – Ein riskanter Deal"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 28.05.2013
Snitch – Ein riskanter Deal(Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.