Review: Future World (Fantasy Filmfest)

Das Blu-ray-Cover von "Future World" (©Tiberius Film)

Das Blu-ray-Cover von “Future World” (© Tiberius Film)

Inhalt: Nach einer Klimakatastrophe und zahllosen Epidemien ist die Erde ein unwirtlicher Ort geworden. Die Königin (Lucy Liu, „Kill Bill“) eines friedlichen Volkes in einer Oase liegt mit einem Fieber im Sterben. Ihr Sohn Prince (Jeffrey Wahlberg) macht sich auf eine gefährliche Reise, um Medizin zu besorgen. Schon bald kreuzen sich seine Wege mit dem brutalen Warlord (James Franco, „The Safe – Niemand wird verschont“), der mit seiner ebenso schönen, wie tödlichen Androidin Ash (Suki Waterhouse, „Stolz und Vorurteil & Zombies“) und einer Schlägertruppe die Gegend in Angst und Schrecken versetzt. Prince findet bald heraus, dass Ash weit mehr als das willenlose Spielzeug eines Gangsters ist. Beide machen sich gemeinsam auf den Weg, werden aber kurz vor ihrem Ziel von der Bandenchefin Druglord (Milla Jovovich, „Die vierte Art“) als Geisel genommen. Schafft es Prince noch, das Leben seiner Mutter zu retten?

Kritik: Auch wenn sein Ruf zuletzt im Zuge der MeToo-Bewegung sicherlich etwas gelitten hat, gehört Schauspieler, Regisseur und Autor James Franco zu den meistbeschäftigten Filmschaffenden Hollywoods. Allein in diesem Jahr wurden in Deutschland mit der brillanten Komödie „The Disaster Artist“ und der stargespickten John Steinbeck-Adaption „Stürmische Ernte – In Dubious Battle“ zwei Filme veröffentlicht, in denen er zeitgleich als Regisseur und Hauptdarsteller aktiv war. Da ist seine Mitwirkung an „Future World“, bei dem er die Co-Regie übernommen hat und den Bösewicht spielt, fast schon zurückhaltend. Es ist zu vermuten, dass sein Mitwirken hier hauptsächlich als Gefallen an Bruce Thierry Cheung zu verstehen ist, der bereits einige Male als Kameramann mit Franco gearbeitet hat. Hier durfte sich Cheung als Co-Regisseur und Co-Autor beweisen. Unabhängig davon, wer jetzt mehr kreative Kraft in den Film einbringen durfte, entpuppt sich der Endzeit-Film als Trash von einer ziemlich üblen Sorte.

Der Warlord schätzt die Gesellschaft von Ash (©Tiberius Film)

Der Warlord schätzt die Gesellschaft von Ash (© Tiberius Film)

Zu behaupten, „Future World“ würde Anleihen bei „Mad Max“ nehmen, wäre eine schlichte Untertreibung. Obwohl sich Cheung und Franco betreffend Ton, Ästhetik und Figuren deutlich von der Kult-Reihe inspirieren lassen, gelingt es nicht im Ansatz, die wuchtige Kraft des Vorbilds zu erreichen. Das ist sicherlich zu großen Teilen einem Skript anzulasten, das den Namen kaum verdient hat. Eine löchrige und sprunghafte Grundgeschichte macht es schon schwierig, „Future World“ als zusammenhängenden Film zu betrachten. Wenn dann auch noch zentrale Handlungsaspekte nie erklärt werden, entsteht äußerst unbefriedigende Kost. Hinzu kommt, dass der Film trotz des Arbeitshintergrunds von Cheung als Kameramann optisch erstaunlich uninspiriert wirkt.

Da ist es schon beachtlich, wie viel Herz die beiden Hauptdarsteller in ihre Auftritte stecken. Jeffrey Wahlberg – der Neffe von Donnie und Mark Wahlberg – versucht merklich, als Adliger, der seine Mutter retten möchte, zum emotionalen Zentrum des Films zu werden. Auch das englische Topmodel Suki Waterhouse, die als mörderischer Android auf der Such nach Menschlichkeit ist, versucht aufrichtig, das Optimum aus ihrem Part zu holen. Das kann nicht von James Franco und Milla Jovovich behauptet werden, die als Fieslinge bizarr chargieren. Die sonderbaren Auftritte wirken, als ob die beiden ungefragt ein Casting für die Besetzung als nächster Joker veranstalten – und sich dabei möglichst schnell eine Absage einhandeln wollen. Die Auftritte von Lucy Liu, Snoop Dogg („Scary Movie 5“), Method Man („Garden State“) und Rumer Willis sind kaum einer Erwähnung wert.

Es dürfte sicherlich kaum jemand bahnbrechendes Kino von diesem „Mad Max“-esken B-Film erwartet haben. Spaßige Unterhaltung wäre aber sicherlich in Anbetracht der beteiligten Personen problemlos möglich gewesen. Leider bildet das krude Drehbuch von „Future World“ nur die Grundlage für einen einfallslosen und erstaunlich trägen Film, bei dem einzig die engagierten Jeffrey Wahlberg und Suki Waterhouse von der Pauschalkritik ausgenommen werden können.

1,5 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2018 und wird von Tiberius Film am 22.11.2018 auf DVD, Blu-ray und im 2-Disc-Steelbook veröffentlicht.


Quelle: Lionsgate Movies, YouTube

Future World

Originaltitel:Future World
Regie:James Franco, Bruce Thierry Cheung
Darsteller:
James Franco, Suki Waterhouse, Milla Jovovich, Method Man, Lucy Liu, Snoop Dogg, Rumer Willis
Genre:Action, SciFi
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Tiberius Film
Länge:87 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Tiberius Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 08.09.2018
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