Review: Die vierte Art (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Die vierte Art" (© Square One/Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “Die vierte Art” (© Square One/Universum Film)

Inhalt: Bei einem äußerst mysteriösen Vorfall hat Psychologin Dr. Abbey Tyler (Milla Jovovich, „Resident Evil 6 – The Final Chapter“) ihren Ehemann verloren. Sie ist sich beinahe sicher, dass die Antwort in der abgelegenen Kleinstadt Nome in Alaska zu finden ist, wo ihr Mann eigenartige Vorgänge erforscht hat. So setzt sie seine Arbeit fort. Schnell bemerkt sie, dass gleich mehrere Leute von ähnlichen, verstörenden Ereignissen berichtet. Als Abbey mit Tommy (Corey Johnson, „Jackie – Die First Lady“) einen der Befragten in Hypnose versetzt, bekommt dieser noch in ihrer Praxis in eine Panikattacke, die wenige Stunden später zu einem blutigen Amoklauf ausartet. Für Sheriff August (Will Patton, „The November Man“) ist klar, dass die Fremde die Verantwortung für den Zwischenfall trägt. Doch um so mehr Abbey forscht, um so größer wird ihre Gewissheit für eine erschreckende Erkenntnis: Die Gründe für die Vorkommnisse stammen nicht von dieser Welt. Als dann ihre kleine Tochter Ashley (Mia McKenna-Bruce) spurlos verschwindet, muss Abbey alles riskieren.

 

Kritik: Gibt es lebende Wesen außerhalb unserer Vorstellungskraft. Seit jeher suchen Menschen nach Anzeichen für die Existenz von Aliens, Geistern und vergleichbaren Wesen. Immer wieder gab es auch – mehr oder weniger nachvollziehbare – Gerüchte dass Sichtungen von UFOs, Alien-Entführungen oder leibhaftiger Spuk bewiesen werden können. Diese werden dann gerne zur Ausgangslage genommen, wenn es darum geht, einem Genrefilm den Zusatz „Basierend auf wahren Begebenheiten“ zu verpassen. Der amerikanische Autor und Regisseur Olatunde Osunsanmi hat diesen Ansatz noch einen ganzen Schritt weitergeführt, als er 2009 „Die vierte Art“ gedreht hat. Schon zu Beginn durchbricht das Geschehen die vierte Wand (Wortspiel unbeabsichtigt), als Milla Jovovich als sie selbst den Zuschauer auf die folgenden Ereignisse einschwört.

Noch haben Abbey und Ashley ein normales Leben (© Square One/Universum Film)

Noch haben Abbey und Ashley ein normales Leben (© Square One/Universum Film)

So sollen die Spielfilm-Szenen nur dazu dienen, dass „Archivmaterial“ des echten Falles zu unterstützen. Es wurden sogar Spuren im Internet verteilt, die Anzeichen für die Echtheit der Geschichte liefern sollen. Natürlich ist der Wahrheitsgehalt von „Die vierte Art“ ähnlich hoch wie bei „The Blair Witch Project“ einzuschätzen. Viel mehr entwickelt sich hier eine schräge Pseudo-Dokumentation, die stellenweise wirklich spannend wird, sich aber mit hektischen Schnitten, arg überzogenen Beharren auf dem Wahrheitsgehalt und Verschwörungstheorien im Erich von Däniken-Stil immer wieder selbst auf den Füßen steht. Auch wenn der Film an manchen Stellen anstrengend wird, hat der Mockumentary-Ansatz von Osunsanmi durchaus seinen Unterhaltungswert. Dabei wäre es aber wünschenswert gewesen, dass der Film sich nicht ganz so ernst nimmt.

Milla Jovovich kämpft seit längerem um Rollen, die sich nicht auf reinen Sex-Appeal reduzieren. Auch wenn sie hier sicher keinen denkwürdigen Auftritt hinlegt, ist sie doch auch darstellerisch das klare Zentrum des Filmes. Will Patton macht ihr als Sheriff, der nicht sonderlich viel mit Abbeys UFO-Theorien anfangen kann, das Leben schwer. Daneben ist auch noch Elias Koteas („The Killing“) als namhafter Schauspieler in dem Mystery-Thriller vertreten. Er spielt einen Kollegen der Protagonistin, der ihre Forschung unterstützt.

Insgesamt ist dieser eigenwillige Alien-Horror einfach nicht stimmig genug, um wirklich zu funktionieren. Selbst wenn sich die Zuschauer komplett auf die ganzen „realen“ Aspekte einlassen, die der Film einem vorsetzt, ist das Geschehen zu sprunghaft und chaotisch, um wirklich Spaß zu machen. Als merkwürdiger Blödsinn voller kruder Theorien ist „Die vierte Art“ dennoch unterhaltsam und auch originell genug, um trotz all der vorhandenen Probleme einigermaßen passabel zu erscheinen.

Abbey und Abel können nicht glauben, was sie gerade sehen (© Square One/Universum Film)

Abbey und Abel können nicht glauben, was sie gerade sehen (© Square One/Universum Film)

Der Film ist ab dem 27.10.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film bekommt – natürlich abgesehen von dem „Archivmaterial“ – einen sehr sauberen Transfer spendiert. Bei den Spielfilm-Aufnahmen wird eine durchgängig überzeugende Schärfe geboten. Die Farbpalette wirkt natürlich, auch wenn bewusst eine etwas niedrigere Sättigung gewählt wurde. Schwarzwert und Kontraste sind nicht immer ganz ideal, weswegen in den dunklen Szenen leichte Abstriche in der Detaildarstellung gemacht werden müssen. Abgesehen von dem künstlich eingefügten Rauschen sind keine Bildfehler zu erkennen gewesen.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton bieten eine verlustlose und atmosphärische Abmischung. Unangenehme Hintergrundgeräusche, ein fieses Knacken, oder schrille Schreie sorgen noch am ehesten für einen Gruselfaktor. Dabei werden ziemlich präzise die äußeren Boxen eingebunden. Da auch die Dialoge immer gut zu verstehen sind, wird hier ein deutlich überdurchschnittliches Gesamtergebnis geboten.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Featurette (6 Minuten), ein paar entfallene Szenen (23 Minuten) und einige Trailer sind als Bonusmaterial auf der Blu-ray zu finden gewesen.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Moviepilot, YouTube

The Fourth Kind - Die vierte Art

Originaltitel:The Fourth Kind
Regie:Olatunde Osunsanmi
Darsteller:Milla Jovovich, Will Patton, Elias Koteas
Genre:Thriller, Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2009
Verleih:Universum Film
Länge:112 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 28.10.2017
Review: Die vierte Art (Blu-ray)

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