Review: Criminal Squad (Kino)

Das Hauptplakat von "Criminal Squad" (© Concorde Film)

Das Hauptplakat von „Criminal Squad“ (© Concorde Film)

Inhalt: Ray Merrimen (Pablo Schreiber, „American Gods“) und seine Kumpels Donnie (O’Shea Jackson Jr., „Straight Outta Compton“), Bosco (Evan Jones, „Shot Caller“) und Enson (Curtis Jackson, „Southpaw“) sind ein eingespieltes Team, wenn es darum geht, Banken und Geldtransporter zu übefallen. Als ein Überfall gewaltig schief läuft, erscheinen sie auf dem Radar des routinierten Polizisten Nick Flanagan (Gerard Butler, „Das Glück des Augenblicks“). „Big Nick“ – wie Flanagan von seinen Kollegen genannt wird – ist kein Freund von Dienst nach Vorschrift und knöpft sich die Verdächtigen auch gerne mal handfest vor. Das muss auch ein Mitglied von Merrimens Team sehr bald schmerzlich feststellen. Unbeeindruckt von dem neuen Gegner planen die Gangster ihren bislang größten Coup: Sie möchten die Federal Reserve Bank ausrauben und sich mit der absurd hohen Beute zur Ruhe setzen. Während „Big Nick“ und seine Kollegen die Schlinge langsam zuziehen, versuchen die Profi-Diebe, ihren gewieften Plan in die Tat umzusetzen.

 

Kritik: Bislang dürfte Christian Gudegast allenfalls absoluten Experten etwas sagen. Sein aktuelles Drehbuch zu „London has fallen“ war dann doch seine prominenteste Arbeit. Nun bekam er erstmals die Chance, ein eigenes Skript zu verfilmen. Mit einer geradlinig-simplen Geschichte, einem preisgünstigen Look und einer Besetzung, die nicht (mehr) in der ersten Liga Hollywoods anzusiedeln ist, dürften sich einige Zuschauer schon vorab gewundert haben, weshalb der Action-Thriller einen Kinostart spendiert bekommt. Tatsächlich verdient sich der Film seine Meriten. Das hat mit einem durchaus beachtlichen Stil-Bewusstsein von Gudegast und mit einer spürbar realistischen Einschätzung aller Beteiligten, in welcher Art von Film sie hier arbeiten, zu tun. Es entwickelt sich ein angenehm dreckiges B-Movie, das den Unterhaltungswert deutlich über Realismus stellt, ohne sich dabei zu sehr wie alberne Poserei anzufühlen.

Merrimen und Donnie haben eine Meinungsverschiedenheit (© Concorde Film)

Merrimen und Donnie haben eine Meinungsverschiedenheit (© Concorde Film)

So bekommt das Publikum ein abwechslungsreiches Katz- und Mausspiel zwischen Ganoven und (Anti-)Helden serviert, das sogar mit ein paar cleveren Überraschungen aufwarten kann. Trotz einer erstaunlich langen Laufzeit bleibt „Criminal Squad“ dabei meistens fluffig und kurzweilig. Es gibt weniger reine Action-Szenen und mehr Handlung, als erwartet. Dabei sind die ordentlich inszenierten Schießereien aber nie ein reines Mittel zum Zweck, sondern werden gut ins Gesamtgeschehen eingebunden. Auch wenn die Dialoge ein ganzes Stück von brillant entfernt bleiben, sind sie doch absolut zweckdienlich und stellenweise ziemlich augenzwinkernd. Mittlerweile dürften die meisten Kinogänger mitbekommen haben, dass aus Gerard Butler kein großer Charaktermime mehr wird. Als wunderbar heruntergekommener, skrupelloser Polizist, der gerne über das Ziel hinaus schießt, liefert er aber einen komplett brauchbaren Auftritt. In der Originalfassung gelingt es ihm sogar, seinen oft so präsenten schottischen Akzent zu unterdrücken.

Nicht alle Kollegen können etwas mit "Big Nick" anfangen (© Concorde Film)

Nicht alle Kollegen können etwas mit „Big Nick“ anfangen (© Concorde Film)

O’Shea Jackson Jr scheint es relativ problemlos zu schaffen, die schauspielerischen Fußstapfen seines Vaters Ice Cube zu füllen. Als sympathischer Kneipenwirt und Auto-Enthusiast, der zwischen die Fronten gerät, punktet er auch hier wieder mit einem runden Auftritt. Der beste Schauspieler im Cast dürfte aber Pablo Schreiber sein. Nach zahlreichen starken Serien-Rollen bekommt er hier auch auf der Leinwand einen größeren Part spendiert. Als smarter, einschüchternder Kopf der Gangsterbande zeigt er einen äußerst präsenten und charismatischen Auftritt, mit dem er sich für weitere Aufgaben empfiehlt. Curtis „50 Cent“ Jackson und Evan Jones beschränken sich die meiste Zeit darauf, grimmig durch die Gegend zu gucken.

Es muss nicht immer eine revolutionäre Idee her, um einen gelungenen Film zu drehen. Sicher ist der Action-Thriller von Christian Gudegast weder besonders anspruchsvoll, noch besonders unkonventionell. Dennoch gelingt es ihm, aus „Criminal Squad“ atmosphärische, funktionierende und vor allem kurzweilige Unterhaltung aus dem B-Segment zu machen, die während ihrer zahlreichen Kurven nie aus den Schienen fliegt, was durchaus als positive Überraschung gewertet werden kann.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Concorde Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Criminal Squad

Originaltitel:Den of Thieves
Regie:Christian Gudegast
Darsteller:Gerard Butler, Pablo Schreiber, Curtis '50 Cent' Jackson
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Concorde Film
Länge: 119 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart:01.02.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.01.2018
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