Review: Southpaw (Kino)

Das Kino-Plakat von "Southpaw" (©Concorde Film)

Das Kino-Plakat von “Southpaw” (© Tobis Film)

Inhalt: Nach einer brutalen Jugend, die er zum größten Teil in Heimen verbracht hat, konnte sich Billy Hope (Jake Gyllenhaal, „Enemy“) als Boxer seine Träume erfüllen. Er lebt mit seiner Frau Maureen (Rachel McAdams, „A Most Wanted Man“) und der gemeinsamen Tochter Alice (Clare Foley) in einer gewaltigen Villa und hat außerdem gerade seinen Weltmeister-Titel im Halb-Schwergewicht verteidigt. Eine eigentlich harmlose Streiterei mit einem Kollegen artet dann aber derart aus, dass sein Familienleben vom einen Moment auf den anderen auseinanderbricht. Wegen seinem folgenden exzessive Drogen- und Alkoholkonsum verliert er seine Lizenz, sein Haus und das Sorgerecht für sein Kind. Am Boden angekommen, zieht sich Billy in das renovierungsbedürftige Boxstudio von Trainer-Guru Tick Wills (Forest Whitaker, „Zulu“) zurück. Dort möchte er clean werden, wieder in Form kommen und sich so auch als Vater bewähren. Er muss erst einmal zahlreiche mentale Blockaden bekämpfen, ehe er wieder mit jemand anderem in den Ring steigen kann.

 

 

Maureen gibt Billy Kraft für seine Fights (©Tobis Film)

Maureen gibt Billy Kraft für seine Fights (©Tobis Film)

Kritik: Seit seinem großen Durchbruch mit „Training Day“ (Oscar für Denzel Washington) im Jahr 2001 hat Antoine Fuqua ganz klar seine Thematik gefunden: So beschäftigen sich „Shooter“, „Tränen der Sonne“, „Olympus has fallen“ und „The Equalizer“ mit harten, raubeinigen Männern, die einen Hang zur Gewalt haben, aber (auf die eine oder andere Weise) nach Erlösung suchen. Während die Filme zumeist unterhaltsam waren, zeichnete sich keiner von Fuquas Werken durch Einfallsreichtum oder Tiefgang aus. Auch „Southpaw“ reiht sich hier ohne Umschweife ein. Mit großen Emotionen und einer Menge Urgewalt hängt die Geschichte eines Mannes, der alles wiedergewinnen will, was er verloren hat, nur in wenigen Momenten durch. Dennoch dürften viele Zuschauern zahlreiche Momente im Film aus „Rocky“ und anderen Genre-Werken bekannt vorkommen.

Tick will Billy wieder auf die Spur bringen (© Tobis Film)

Tick will Billy wieder auf die Spur bringen (© Tobis Film)

So mangelt es dem handwerklich sehr ordentlich umgesetzten Film einfach an spannenden Ideen, um aus „Southpaw“ das durchaus mögliche, starke Erlebnis zu machen. Absolut herausragend ist hingegen Jake Gyllenhaal, der sich nach „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“ die nächste körperliche Herausforderung gesucht hat. Er legte reichlich Muskelmasse zu und trainierte Monate wie ein Boxer, um die Rolle so authentisch wie möglich zu spielen. Was er zeigt, ist ein echtes Erlebnis. Er transportiert jede Facette der psychischen und physischen Schmerzen Billys auf die Leinwand und gibt dem Film so die Wucht, die dem Skript etwas abgeht. Gyllenhaal dürfte für die nächste Award-Saison sicherlich ein heißer Anwärter sein. Auch Forest Whitaker ist wieder auf Top-Niveau. Als gehandicapter, ausgefuchster Coach mit reichlich Idealen und einem gewaltigen Alkoholproblem gibt er den idealen Partner für Gyllenhaal. Rachel McAdams fällt nicht nur dadurch auf, dass sie mit wachsendem Alter immer attraktiver zu werden scheint. In der Rolle der Powerfrau Maureen, die die Geschicke ihrer Familie lenkt, gefällt sie dank einer tollen Präsenz und Ausstrahlung. Die Rolle von Curtis „50 Cent“ Jackson („Frozen Ground“) als egozentrischer Box-Promoter Jordan ist eher undankbar ausgefallen.

„Southpaw“ erfüllt eigentlich genau das, was die Zuschauer erwarten durften: Tolle schauspielerische Leistungen rund um den exzellenten Jake Gyllenhaal tragen dieses kurzweilige Sportlerdrama, das aber zu viele Klischees (einschließlich einer ausufernden Trainings-Montage) bemüht und insgesamt zu konventionell ist, um seine kompletten Möglichkeiten auszuschöpfen.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Tobis Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Southpaw

Originaltitel:Southpaw
Regie:Antoine Fuqua
Darsteller:Jake Gyllenhaal, Forest Whitaker, Rachel McAdams, Curtis Jackson
Genre:Sport-Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Kinostart:20.08.2015
Verleih:Tobis Film
Länge:123 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 18.07.2015
Review: Southpaw (Kino)

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