Review: xXx – Die Rückkehr des Xander Cage (Kino)

Das Kinoplakat von "xXx: Rückkehr des Xander Cage" (© Paramount Pictures Germany)

Das Kinoplakat von „xXx: Rückkehr des Xander Cage“ (© Paramount Pictures Germany)

Inhalt: Gerade erst wurde bei einem bizarren Angriff, bei dem ein Satellit für ein Attentat auf Agent Gibbon zweckentfremdet wurde, eine Waffe namens „Büchse der Pandora“ erstmals eingesetzt, da scheint die Situation schon wieder geklärt. Doch dann muss Agent Marke (Toni Collette, „Imperium“) hilflos mit ansehen, wie Xiang (Donnie Yen, „Rogue One – A Star Wars Story“) und sein Team in einer waghalsigen Aktion den frisch geborgenen Gegenstand wieder stehlen. Schnell ist klar, dass gegen diese Feinde keine normalen Ermittler helfen. Deswegen kann nur einer helfen: Xander Cage (Vin Diesel, „The Last Witch Hunter“). Tatsächlich gelingt es, den totgeglaubten Extremsportler in der Südsee aufzuspüren und mit viel Zureden zu einem Comeback zu überreden. Mit seinen engen Vertrauten Adele (Ruby Rose), Torch (Rory McCann, „Game of Thrones“) und Nicks (Kris Wu) sowie der Technik-Expertin Rebecca (Nina Dobrev) macht sich Cage auf die Jagd nach den äußerst extremen Dieben. Als sich herausstellt, was wirklich hinter der „Büchse“ steckt, gerät die Gruppe in immer größere Gefahr.

Kritik: Mittlerweile sind 15 Jahre ins Land gegangen, seitdem Vin Diesel das erste Mal als Extremsportler Xander Cage Bösewichter vermöbelt hat. Nach der ziemlich missglückten Fortsetzung, bei der Cage abseits der Leinwand sein Leben verlor und sich Ice Cube nicht gerade als geborener Actionheld bewies, schien die Reihe in 2005 beendet. Viele Jahre später sahen es die Macher an der Zeit, die Figuren zu neuem Leben zu erwecken und frei nach dem Motto „Schneller, höher, weiter“ ein ganz auf Teenager zugeschnittenes Action-Abenteuer zu zeigen. Für die Regie wurde D.J. Caruso verpflichtet, der vor einigen Jahren mit „Disturbia“ und „Eagle Eye“ Achtungserfolge verbuchen konnte, aber zuletzt mit (dem in Deutschland unveröffentlichten) „The Disappointments Room“ einen Film zu verantworten hatte, bei dem der Name Programm war. Wirkliche Besserung ist hier nur in Maßen zu erkennen.

Cage und sein Team wollen böse Jungs auseinander nehmen (© Paramount Pictures Germany)

Cage und sein Team wollen böse Jungs auseinander nehmen (© Paramount Pictures Germany)

Nach einer schrägen Einleitungsszene, bei der auch Weltklasse-Fußballer Neymar zugegen ist, gibt es genau die Standard-Elemente, die die meisten bei einem solchen Sequel erwarten dürften. Vollkommen überzogene Stunts, die allen Regeln der Physik trotzen, (Möchtegern-)coole Oneliner und eine Menge Explosionen und schöne Frauen sorgen schon einmal oberflächlich für Unterhaltungswert. Da dieser Film aber auf ein junges Publikum zugeschnitten sein soll, werden die handelsüblichen Tricks benutzt, um einige Verbote zu umgehen. Es stapeln sich zwar schnell die Leichen, die meistens noch von den „Helden“ mit ein paar nicht wirklich geschmackvollen Sprüchen bedacht werden. Da diese Aufräumaktionen ohne einen Tropfen Blut vonstatten gehen, sind die Sorgen aller Jugendschützer aber zerstreut. Im Gegenzug scheinen die Protagonisten nahezu unverwundbar. Dazu wird mit der Hilfe von geschickt platzierten Decken verhindert, dass der Zuschauer von unangebrachter, nackter Haut verstört wird. Die Grundsatzdiskussion, ob solche Stilmittel zur Erlangung einer geringeren Altersfreigabe wirklich zielführend sind, oder ob das Kinovergnügen für ältere Besucher zu sehr gemindert wird, ist beinahe spannender als der Film selbst.

Der originale xXx-Agent hat immer noch einen guten Schlag bei Frauen (© Paramount Pictures Germany)

Der originale xXx-Agent hat immer noch einen guten Schlag bei Frauen (© Paramount Pictures Germany)

Es entwickelt sich eine hauchdünne Story, die manchmal amüsant ist, häufiger aber in nervige, laute Poserei ausartet. Die Karriere auf der A-Liste ist für Vin Diesel – vielleicht mit Ausnahme des „Fast & Furious“-Franchises und seiner stimmlichen Mitwirkung an „Guardians of the Galaxy“ ziemlich zum Erliegen gekommen. So ist auch seine Rückkehr in eine Rolle zu erklären, die er vor gut zehn Jahren noch händeringend abgelehnt hat. Immerhin reicht seine Ausstrahlung, der auch mit 49 noch gestählte Bizeps und eine solide Performance, um den Film zu tragen. Daneben gibt es einen bunten Cast, bei dem zwar keiner wirklich gefordert wird, aber alle zumindest ihren Spaß zu haben scheinen. Ob die Martial Arts-Superstars Donnie Yen und Tony Jaa („Skin Trade“), Rory „The Hound“ McCann, Bollywood-Superstar Deepika Padukone, eine nerdige Nina Dobrev, eine unfreiwillig psychopathisch wirkende Ruby Rose, Charakterdarstellerin Toni Collette oder Samuel L. Jackson: Man merkt den Schauspielern an, dass sie den Film nur bedingt selber ernst genommen haben. Tatsächlich bekommt Ice Cube bei seinem kurzen Auftritt den wohl besten Gag des Films spendiert.

Wer vorher schon seine Zweifel hatte, ob eine Fortsetzung der Reihe Sinn macht, wird von dem aufgedrehten, albernen, restlos unlogischen, dabei aber manchmal ziemlich zynischen Treiben von „xXx: Die Rückkehr des Xander Cage“ wohl eher bestätigt. Wer das verdrängen kann, wird zumindest mit einem temporeichen No-Brainer belohnt.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage

Originaltitel:xXx 3: Return of Xander Cage
Regie:D.J. Caruso
Darsteller:Vin Diesel, Donnie Yen, Tony Jaa, Rory McCann, Ruby Rose, Nina Dobrev
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Paramount Pictures Germany
Länge: 107 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 19.01.2017
Facebook-SeitexXx - Die Rückkehr des Xander Cage

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 20.01.2017
Review: xXx – Die Rückkehr des Xander Cage (Kino)

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