Review: Liebe zu Besuch (Kino)

Das Hauptplakat von "Liebe zu Besuch" (© Splendid Film)

Das Hauptplakat von „Liebe zu Besuch“ (© Splendid Film)

Inhalt: Vor ein paar Monaten hat sich Alice (Reese Witherspoon, „Inherent Vice – Natürliche Mängel“) von ihrem Mann Austen (Michael Sheen, „Norman“) getrennt und ist mit ihren Töchtern Isabel (Lola Flanery) und Rosie (Eden Grace Redfield) nach Los Angeles gezogen. An ihrem 40. Geburtstag will die Innenarchitektin mal wieder richtig Dampf ablassen und geht mit Freundinnen feiern. Dabei lernt sie Teddy (Nat Wolff, „Death Note“), Harry (Pico Alexander, „A Most Violent Year“) und George (Jon Rudnitsky) kennen, die in L.A. sind, um einen Investor für ihren ersten eigenen Film zu suchen. Nachdem Harry mit Alice anbandelt und das Trio die Nacht auf ihrer Couch schläft, stellt sich heraus, dass die jungen Filmemacher dringend eine Bleibe benötigen. Mit ein wenig Nachdruck entschließt sich Alice dazu, ihr Gästehaus als Unterschlupf anzubieten. Schon bald gehören die Mittzwanziger fest zum Haushalt. Auch die Affäre mit Harry wird für die alleinerziehende Mutter immer intensiver. Als dann auf einmal Austen vor der Tür steht, bricht in der ungewöhnlichen Wohngemeinschaft das Chaos aus.

 

Kritik: Hallie Meyers-Shyer ist die Tochter der Regisseure Nancy Meyers und Charles Shyer. Da war es nur folgerichtig, dass sie irgendwann in die Fußstapfen ihrer Eltern tritt. Bei „Home Again“ (so der weniger blumige Originaltitel) durfte sie erstmals ein Drehbuch schreiben und dieses gleich selbst verfilmen. Mutter Nancy agierte dabei als Produzentin im Hintergrund. Das Ergebnis zeigt, dass selbst bei guten Genen noch etwas Übung nötig ist, um einen wirklichen Beitrag zur Branche zu leisten. Hier zeigt sie eine komplett harmlose RomCom vom Reißbrett, die aber immerhin nicht so schlecht ist, dass ihr jegliches Talent abgesprochen werden muss. Dennoch ist „Liebe zu Besuch“ kein Film, der sich all zu lange in den Köpfen der Zuschauer halten wird. Viel mehr entwickelt sich eine mäßig lustige und ebenfalls nicht besonders realitätsnahe Geschichte über Freundschaft, Familie, Liebe und Selbstverwirklichung, die die meiste Zeit vor sich hin plätschert.

Eine merkwürdige WG beim Abendessen (© Splendid Film)

Eine merkwürdige WG beim Abendessen (© Splendid Film)

Seit inzwischen über 20 Jahren ist Reese Witherspoon inzwischen ein fester Bestandteil des Hollywood-Kinos. So war sie in Kultfilmen wie „Pleasantville“ und „Eiskalte Engel“ vertreten, gewann ihren Oscar für „Walk the Line“ und zeigte zuletzt beispielsweise in „Der große Trip – Wild“, wie gut sie in Bestform sein kann. Daneben lieferte sie aber immer eine Menge Verschnitt. In diese Kategorie fällt eindeutig ihr Auftritt hier. Sie hat zwar genug Charme, um ihre Alice – die als Tochter eines Star-Regisseurs das Alter Ego für Meyers-Shyer sein dürfte – nie nervig werden zu lassen. Wirklich beeindruckend ist sie in einer Rolle, die mit dem Verlauf der Handlung immer mehr in den Hintergrund rückt, deswegen natürlich nicht. Pico Alexander entpuppt sich als glatte Fehlbesetzung. Ohne Chemie mit Witherspoon und ohne Gespür für Komik spielt er einen Liebhaber, der gefühlt eher ein Kandidat für einen Stalker-/Psychothriller wäre.

Auch der Fokus, den die Handlung auf ihn und seine Kumpels legt, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Immerhin wirken Jon Rudnitsky und Nat Wolff in ihren Parts deutlich nahbarer und witziger. Wie bei Witherspoon ist auch der britische Charakterkopf Michael Sheen recht häufig in Filmen zu sehen, die ihn nicht fordern. Dabei ist es aber anerkennenswert, dass er aus (fast) jedem Material noch das Optimum herausholen möchte. In der Rolle des „Antagonisten“ Austen ist er um ein Vielfaches sympathischer und charismatischer als seine jungen Kollegen.

Das Regiedebüt von Hallie Meyers-Shyer kann mit gutem Willen als „Sonntagnachmittag-Unterhaltung“ bezeichnet werde. Grundsätzlich schafft es der Film, leidlich zu unterhalten. Falsch gesetzte Handlungsschwerpunkte, ein deplatzierter Hauptdarsteller und einige arg süßliche Momente sorgen dann aber dafür, dass „Liebe zu Besuch“ trotz der Anwesenheit von Witherspoon und Sheen deutlich unterdurchschnittlich bleibt.

2 von 5 Punkten


Quelle: Splendid Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Liebe zu Besuch

Originaltitel:Home Again
Regie:Hallie Meyers-Shyer
Darsteller:Reese Witherspoon, Michael Sheen, Candice Bergen, Nat Wolff, Pico Alexander
Genre:Komödie, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Splendid Film
Länge: 98 MinutenFSK: ab 0 Jahren
Kinostart:23.11.2017

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Splendid Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 22.11.2017
Review: Liebe zu Besuch (Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner