Review: Ghost In The Shell (Kino)

Das Hauptplakat von "Ghost in the Shell" (© Paramount Pictures Germany)

Das Hauptplakat von “Ghost in the Shell” (© Paramount Pictures Germany)

Inhalt: Inzwischen ist es zur Normalität geworden, dass sich Menschen durch technische Aufbesserungen optimieren lassen. So jemanden wie Major (Scarlett Johansson, „Under the Skin – Tödliche Verführung“) hat es aber bislang noch nie gegeben: Nach einem verheerenden Unfall wurde ihr voll funktionsfähiges Gehirn in einen Roboter verpflanzt. Seitdem wird sie als äußerst effektive Waffe zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt. Gemeinsam mit ihrem menschlichen Kollegen Batou (Pilou Asbaek, „9. April – Angriff auf Dänemark“) soll sie den Cyber-Terroristen Kuze (Michael Pitt, „Die Träumer“) zur Strecke bringen, der mittels perfider Hacker-Attacken dafür sorgt, dass Anschläge auf Experten für Roboter-Technik verübt werden. Während Major sich auf die Suche nach dem gefährlichen Attentäter macht, kommt sie einer schrecklichen Wahrheit rund um ihre eigene Vergangenheit auf die Spur. Sie versucht, so viel wie möglich über ihr Leben als Mensch zu erfahren und muss dabei feststellen, dass ihre komplette Existenz in Frage steht. Schon bald weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann.

Kritik: Ursprünglich war „Ghost in the Shell“ ein japanischer Manga, der Im Jahr 1989 erstmals veröffentlicht wurde. Bereits mehrmals wurde die Geschichte in Anime-Filmen umgesetzt. Dabei dürfte besonders die Version aus dem Jahr 1995 von Mamoru Oshii bekannt sein, die für den gesamten Anime-Bereich ein deutlicher Popularitätsgewinn gewesen ist. Nun hat Regisseur Rupert Sanders, dessen Karriere nach einer Affäre mit Kristen Stewart, der Hauptdarstellerin seines letzten Films „Snow White and the Huntsman“, etwas ins Stocken gekommen war, die Hollywood-Real-Version der Geschichte verfilmt. Auch wenn sich der Film einige künstlerische Freiheiten nimmt, ist das Endergebnis sehenswert. Vor allem eine großartige – wenn auch merklich von „Blade Runner“ inspirierte – Optik macht diese Verfilmung aus. Selbst wenn die Geschichte bei weitem nicht so tiefsinnig ist, wie sie erscheinen möchte, dürfte sich wohl kein Zuschauer so schnell an dem Film von Sanders satt sehen. Eigentlich ist dieses „Ghost in the Shell“ eine nahezu ideale Einleitung in ein Franchise. Es stehen weder die Action, noch eine besonders ausgefeilte Story hier im Zentrum.

Major möchte mehr über die eigene Vergangenheit erfahren (© Paramount Pictures Germany)

Major möchte mehr über die eigene Vergangenheit erfahren (© Paramount Pictures Germany)

Dennoch gelingt es, den Zuschauer so sehr für die Welt zu interessieren, dass er/sie gerne mehr sehen möchte. So fokussiert sich die Geschichte auf die Identitätsfindung der Protagonistin Major, die vor schicken Sets und mit coolen Gimmicks wie äußerst verstörend designeten Roboters stattfindet. Vor der Veröffentlichung hat es auch hier eine „White Washing“-Debatte gegeben, da Hauptdarstellerin Scarlett Johansson alles andere als asiatisch ist. Wer darüber hinweg sehen kann, bekommt eine vollkommen überzeugende Leistung von Johansson geboten, die sowohl den Cyborg, als auch die menschliche Komponente von Major zu einer interessanten Protagonistin verarbeitet.

An ihrer Seite ist nach „Lucy“ zum zweiten Mal Pilou Asbaek zu sehen. Der vielseitige dänische Schauspieler gibt hier den coolen, loyalen Sidekick, der mit einem ungewöhnlich Augenset ausgestattet ist. Die japanische Kinolegende Takeshi Kitano spielt den kompromisslosen Abteilungsleiter der Protagonisten. Der leider viel zu selten in großen Produktionen besetzte Michael Pitt schafft es trotz recht weniger Szenen, in dem Film einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Gerade seine erste gemeinsame Szene mit Scarlett Johansson gehört zu den besten Momenten von „Ghost in the Shell“. Juliette Binoche („Words and Pictures“) muss als Entwicklerin/Mutter von Major wahrlich nicht an ihre Leistungsgrenze gehen.

Obwohl inhaltlich noch Luft nach oben gewesen wäre, hat Rupert Sanders es geschafft, eine adäquate Real-Version des Manga-Klassikers auf die Leinwand zu bringen. Neben einer soliden, absolut funktionstüchtigen Story und guten Schauspielern sorgt vor allem der fantastische Look des Filmes dafür, dass die Geschichte von „Ghost in the Shell“ (hoffentlich) gerade erst angefangen hat.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Ghost In The Shell

Originaltitel:Ghost In The Shell
Regie:Rupert Sanders
Darsteller:Scarlett Johansson, Pilou Asbæk, Michael Pitt, Juliette Binoche
Genre:Action, Science Fiction
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Paramount Pictures Germany
Länge: 106 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 30.03.2017
Facebook-Seite:Ghost In The Shell

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 30.03.2017
Review: Ghost In The Shell (Kino)

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