Review: ES (Kino)

Das Plakat von "ES" (© Warner Bros Pictures)

Das Plakat von “ES” (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: Bill Denbrough (Jaeden Lieberher, „Midnight Special“), Richie Tozier (Finn Wolfhard), Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer), Beverly Marsh (Sophia Lillis), Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor), Stanley Uris (Wyatt Oleff) und Mike Hanlon (Chosen Jacobs) wachsen alle in der Kleinstadt Derry auf. Sie gehören nicht unbedingt zu den beliebten Kindern an ihrer Schule und müssen sich gegen teilweise wirklich schlimme Mobbing-Attacken verteidigen. In den vergangenen Wochen und Monaten sind regelmäßig Kinder in der Stadt spurlos verschwunden, darunter auch der kleine Bruder von Bill. Seit einigen Tagen werden auch die sieben Schüler von beängstigenden und sehr realen Albträumen heimgesucht, die sich alle um den Clown Pennywise (Bill Skarsgård, „Hemlock Grove“) drehen. Obwohl alle verständliche Angst haben, rotten sie sich zu einer verschworenen Gemeinschaft, dem „Club der Loser“, zusammen. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, um die Machenschaften von Pennywise zu stoppen.

Kritik: Es gibt wohl kaum einen bekannteren Genre-Autor wie Stephen King. Über seine Jahrzehnte andauernde Karriere hat er zahllose Klassiker verfasst, die beinahe ausnahmslos verfilmt worden. Eines seiner bekanntesten Werke bleibt immer noch „ES“ aus dem Jahr 1986. Im Jahr 1990 gab es dann einen TV-Zweiteiler, der aber abgesehen von dem Auftritt von Tim Curry als Pennywise nur passable Kost bat. Deswegen war schon davon auszugehen, dass die Idee eines Horror-Remakes in diesem Fall positiv aufgenommen wird. Der regelrechte Hype, der seitdem ausgebrochen ist, war aber nicht abzusehen. So hat der Film zunächst rekordverdächtige Klicks auf seine Trailer erhalten, um in der vergangenen Woche mit spektakulären Zahlen ins amerikanische Kino zu starten. Regisseur Andrés Muschietti, der bereits mit „Mama“ einen überraschenden Genre-Erfolg landen konnte, durfte seine Interpretation der King-Geschichte umsetzen.

Der Club der Loser bekommt einen übermächtigen Gegner (© Warner Bros Pictures)

Der Club der Loser bekommt einen übermächtigen Gegner zu tun (© Warner Bros Pictures)

Tatsächlich gelingt es, die Erwartungen fast komplett zu erfüllen. Obwohl der Film nur bedingt gruselig ist, wird so viel richtig gemacht, dass trotzdem kaum Probleme auftreten. Der Jugend-Teil war schon in der 90er-Fassung die deutlich bessere Hälfte gewesen. Hier gelingt Muschietti eine stimmige Coming of Age-Geschichte, die sich mit den Schwierigkeiten der heranwachsenden Protagonisten auseinandersetzt und dabei stellenweise wirklich verstörende Momente bietet. Natürlich könnte kritisiert werden, dass die Figuren relativ wenig Hintergrundgeschichte spendiert bekommen. Dadurch, dass sich die Macher darauf beschränken, nur die Ängste der Protagonisten wirklich zu ergründen, wird der Horror sogar noch intensiver. Ansonsten bleibt das Gerüst einer sympathischen Außenseiter-Story, in der Freundschaft gegen alle Widerstände hilft.

Im Gegensatz zum alten Film, wo der Horror fast nur von dem Clown Pennywise ausging, sorgt die Kreatur in den verschiedensten Formen dafür, dass die Urängste des Loser-Clubs ausgetestet werden. Obwohl Pennywise auf diese Art nur wenig Leinwand-Zeit hat, stand das Casting-Department vor der großen Aufgabe, Tim Curry zu ersetzen. Zunächst war Will Poulter („Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“) für den Part vorgesehen. Nachdem dieser das Projekt verlassen hatte, übernahm Bill Skarsgård die Rolle des ikonischen Gruselclowns. Er wählt einen ziemlich anderen Ansatz an die Figur, der aber ebenfalls absolut fies ist. Die äußerst kompromisslose Georgie-Szene zu Beginn ist hier nur exemplarisch zu nennen.

Magst du etwa keine Clowns? (© Warner Bros Pictures)

Magst du etwa keine Clowns? (© Warner Bros Pictures)

Auch über Skarsgård hinaus wurden die bekannten Rollen exzellent besetzt. Eine der großen Stärken ist es, dass die siebenköpfige Clique ausnahmslos funktioniert, was bei einem Film mit derart jungen Schauspielern keine Selbstverständlichkeit ist. Shootingstar Jaeden Lieberher bekommt als Stotter-Bill mit am meisten zu tun und unterstreicht seine berechtigten Karriere-Ambitionen. Die große Entdeckung des Filmes dürfte aber Sophia Lillis sein, die als misshandelte, aber taffe Beverly Marsh den wohl schwierigsten Part zu spielen hat. Doch auch „Stranger Things“-Star Finn Wolfhard und die weiteren Jung-Darsteller wie Nicholas Hamilton („Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“) als Schul-Fiesling Henry Bowers überzeugen in ihren Rollen.

Auch wenn es die Neuauflage von „ES“ nicht schaffen wird, das Genre nachhaltig zu verändern, so bietet sie doch exzellente Kino-Unterhaltung. Muschietti gelingt hier ein schöner Mix von unangenehmen Horror-Sequenzen und einer starken Jugend-Geschichte, die getragen von ihren tollen Jung-Darstellern und den richtigen Maßen an Nostalgie, Charme und Atmosphäre beweist, dass manche Hypes doch gerechtfertigt sein können. Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wie es – mit einem voraussichtlich höheren Budget – gelingen wird, den schwächeren Erwachsenen-Teil umzusetzen.

4 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, YouTube

ES

Originaltitel:IT
Regie:Andrés Muschietti
Darsteller:Bill Skarsgård, Jaeden Lieberher, Jeremy Ray Taylor, Sophia Lillis
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge: 135 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 28.09.2017

Mehr Informationen gibt es auf der Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 12.09.2017
Review: ES (Kino)

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