Review: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (Kino)

Das Plakat von "Maze Runner" (Quelle: 20th Century Fox)

Das Plakat von “Maze Runner” (Quelle: 20th Century Fox)

Thomas (Dylan O’Brien, „Teen Wolf“) erwacht in einem düsteren Lastenaufzug. Bis auf seinen Vornamen weiß er nichts mehr über sich. Als die Fahrt beendet ist und die Tür öffnet erwarten ihn einige Jugendliche auf einer Lichtung, die von einer hohen Mauer umgeben ist. Albie (Aml Ameen), der Anführer der Truppe, klärt ihn darüber auf, dass sie alle seit langer Zeit schon an diesem Ort gefangen sind. Alle 30 Tage kommt ein neuer Jugendlicher an. Hinter der Mauer befindet sich ein Labyrinth, in dem in der Nacht riesige Monster namens „Greaver“ hausen und jeden Eindringling töten. Tagsüber erkunden einige Mitglieder der Gruppe, die „Läufer“, die Gänge und suchen nach Ausgängen. Schon bald bringt sich Thomas aktiv in die Politik in dieser kleinen Welt ein, was bei Gally (Will Poulter) und einigen anderen für Missmut sorgt. Die Situation wird noch merkwürdiger, als mit Teresa (Kaya Scodelario) ein erstes Mädchen auftaucht und Thomas scheinbar kennt. Von nun an ändert sich alles: Sie müssen so schnell wie möglich den Ausgang finden, wenn sie überleben wollen.

Der aktuelle Trend, Jugendbuch-Bestseller auf die große Leinwand zu bringen, wirft gefühlt monatlich neue Werke ab. Trotzdem gehörte die Verfilmung des ersten Romans „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ von James Dashners Roman-Trilogie zu den Filmen, auf die viele Fans sehnsüchtig gewartet haben. Für Nichtkenner des Buches ein kurzes Rezept: „Lost“-ähnliche Mystery trifft auf „Herr der Fliegen“. Das Ganze wird verpackt in eine massentaugliche Dramaturgie im Stil von „Panem“ und „Divergent“. Vor allem in den ersten zwei Dritteln des Filmes ist das Geschehen und auch die geheimnisvolle Welt ungeheuer spannend und kurzweilig. Die Regie von Debütant Wes Ball ist dabei durchaus souverän und lässt kaum einen Grund zur Klage. All zu viel Inhalt wird bis dahin nicht vermittelt, was man in der Hoffnung auf ein starkes Finale aber erträgt. Im Schlussdrittel wird der Film dann aber leider viel zu unübersichtlich und hektisch, nur um mit Serien-artig vielen Cliffhangern und Fragen dann in die Pause zum zweiten Teil geschickt werden.

Mäßige Darsteller im temporeichen Geschehen

Die Truppe erwartet einen Neuzugang im Aufzug (Quelle: 20th Century Fox)

Die Truppe erwartet einen Neuzugang im Aufzug (Quelle: 20th Century Fox)

Etwas eigenartig muten die militanten und moralisch ambivalenten (aber im Vergleich zu William Goldings oben genanntem Romanklassiker deutlich seichteren) Geschehnisse auf der Lichtung. Wirklich stören tut auch das wie so vieles erst in der überdrehten Schlussphase, die sich neben anderen Fehlern noch einiges an nervigem „Lieber auf den Beinen sterben, als auf den Knien leben“-Pathos leistet. Das ist besonders schade angesichts der wirklich fesselnden Ausgangslage und Erzählweise, die Ball dem Zuschauer bis dahin gezeigt hat. Schauspielerisch hat „Maze Runner“ allenfalls mittelmäßiges Niveau, was aber anhand des recht unerfahrenen Casts auch nicht ganz überraschend ist. Hauptdarsteller Dylan O’Brien fehlt es einfach an Profil, um einen ganzen Film tragen zu können.

Da gelingt es eher noch Will Poulter, der im vergangenen Jahr mit einer wirklich amüsanten Rolle in „Wir sind die Millers“ an der Seite von Jennifer Aniston und Emma Roberts gefallen konnte, auf sich aufmerksam zu machen. Hier spielt er den düsteren Gally, der immer wieder mit Thomas aneckt und zeigt dabei etwas Tiefgang. Auch „Game of Thrones“-Nebendarsteller Thomas Brodie-Sangster fällt noch am ehesten positiv auf. Fast schon albern ist die einzige umfangreichere Frauenrolle des Filmes. Neben der Tatsache, das keiner der zahlreichen jungen Männer auch nur ansatzweise Interesse oder Kompetenz im Umgang mit dem anderen Geschlecht zu haben scheint, bekommt Darstellerin Kaya Scodelario kaum Sprechgelegenheiten. Da sie aufgrund mimischer Monotonie auch sonst nicht wirklich auffällt, verkommt ihre Figur zum Maskottchen. In der Schlussphase hat noch eine routinierte weibliche Charakter-Darstellerin eine kleine Rolle, die an dieser Front Hoffnung auf mehr für die Fortsetzung macht.

Insgesamt wirkt „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ wie ein langer Pilot zu einer TV-Serie. Neben einem hohen Spannungsbogen, einem starken Score und stark designten Monstern gönnt sich der Film auf schauspielerischer und dramaturgischer Seite ein paar Durchhänger. Selbst wenn es der Beginn eines Mehrteilers ist: Wenn der Zuschauer gar keine Möglichkeit hat, einen runden Abschluss für das Gezeigte zu sehen, bleibt viel Gutes dann auf der Strecke.

3 von 5 Punkten



Quelle: 20th Century Fox, Leinwandreporter TV, YouTube

Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth

Originaltitel:The Maze Runner
Regie:Wes Bell
Darsteller:Dylan O'Brien, Kaya Scodelario, Thomas Brodie-Sangster, Aml Ameen, Will Poulte
Genre:Fantasy, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:20th Century Fox
Länge:113 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:16.10.2014

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.10.2014
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