Review: Colors – Farben der Gewalt (3-Disc Limited Collector’s Edition)

Das Artwork des Mediabooks zu "Colors - Farben der Gewalt" (© Capelight Pictures)

Das Artwork des Mediabooks zu “Colors – Farben der Gewalt” (© Capelight Pictures)

Inhalt: In Los Angeles tobt die Banden-Kriminalität. Fast täglich gibt es durch Drogen und Straßenkriege junge Opfer. Die Polizei versucht verzweifelt, die Gangs auf Abstand zu halten. Deswegen wurde vom LAPD eine Spezialeinheit gegründet, die sich nur um Ganggewalt kümmert. Der Routinier Bob Hodges (Robert Duvall, „Apocalypse Now“), der seit Jahren nach dem Zuckerbrot und Peitsche-Prinzip für Ordnung sorgt, bekommt den unerfahrenen Danny McGavin (Sean Penn, „The Gunman“) als neuen Partner zugeteilt. Danny ist aufbrausend und aggressiv und möchte mit harter Hand gegen die Straßenbanden vorgehen. Auf diese Art bringt er schnell seine Klienten gegen sich auf. Bob versucht, seinem neuen Schützling ein wenig Kompromissbereitschaft beizubringen. Das wird noch wichtiger, als nach einem Mord die schwelende Feindschaft zwischen den Bloods und den Crips eskaliert. Während es auf den Straßen immer gefährlicher wird, geraten Bob und Danny zwischen die Fronten.

Kritik: Der 2010 verstorbene Dennis Hopper ist einer der ganz großen Namen Hollywoods. Seit den 50er-Jahren war er vor der Kamera zu sehen. 1969 gelang ihm mit „Easy Rider“ ein Regie-Debüt, das eine Generation prägte und zum zeitlosen Klassiker wurde. 1988 drehte er mit „Colors – Farben der Gewalt“ seinen insgesamt vierten Film. Die naturalistische Milieu-Studie, die in die wahrlich nicht traumhaften Bereiche von L.A. eintaucht, ist inzwischen auch längst ein Kultfilm. Auch wenn Ganggewalt vielleicht nicht ganz so tiefschürfend und packend dokumentiert wird, wie es beispielsweise in „Boyz n the Hood“ oder auch dem Serienklassiker „The Wire“ der Fall ist, zeigt Hopper hier abermals sein Händchen für Atmosphäre. Die schwülen Aufnahmen von den heruntergekommenen Straßenzügen, die gegenseitige Nervosität, mit der sich Polizei und Gangmitglieder begegnen und das reine Wissen, dass eine Eskalation oft nur einen Klick entfernt ist, machen „Colors“ so effektiv.

Hodges und McGavin könnten kaum unterschiedlicher sein (© Capelight Pictures)

Ansonsten passiert im Film – trotz gut inszenierter Verfolgungsjagden und Schießereien – oft gar nicht viel. Gemeinsam mit den Polizisten darf das Publikum auch den einen oder anderen langweiligen Tag durchstehen, der zum Bild des Filmes einfach dazugehört. Das ist soweit sinnvoll, auch wenn Nebengeschichte wie eine Romanze von Danny mit Louisa (Maria Conchita Alonso, „The Lords of Salem“) eher ablenkend wirken. Natürlich kann sich Dennis Hopper voll auf seine beiden Hauptdarsteller verlassen. Gerade Robert Duvall zeigt hier einen abermals starken Auftritt. Als erfahrener Polizist, der sich mit Intelligenz und stoischer Ruhe den Respekt von allen Seiten erarbeitet hat, ist er das Bindeglied zwischen Staat und Straße. Doch auch der blutjunge Sean Penn, der sich als emotionaler und etwas selbstgerechter Danny Ärger einhandelt, kann hier schon den Verlauf seiner großen Karriere erahnen lassen.

Allgemein konnte durch die Nebenbesetzung ein glaubhaftes Bild der gefährlichen Straßen erstellt werden. Unter den Gangmitgliedern sind die – zu diesem Zeitpunkt noch größtenteils unbekannten – Don Cheadle („The First Avenger – Civil War“), Damon Wayans und Glenn Plummer („Begabt – Die Gleichung eines Lebens“) zu finden.

Selbst wenn „Colors – Farben der Gewalt“ am Ende nicht der ganz große Wurf ist, bleibt der Film auch fast 30 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung absolut sehenswert. Dennis Hopper gelingt eine hoch interessante und fesselnde Milieu-Studie, die in ihrem Naturalismus der Zeit voraus war und den Weg für viele vergleichbare Werke geebnet hat.

Hodges macht sich bereit zum Einsatz (© Capelight Pictures)

Hodges macht sich bereit zum Einsatz (© Capelight Pictures)

Der Film ist ab dem 01.12.2017 auf DVD und in der 3-Disc Limited Collector’s Edition erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch wurde ein recht schönes Ergebnis erzielt. Schärfe und Detaildarstellung sind gemessen am Alter wirklich gut. Die Farben hätten aber kräftiger sein dürfen und sehen stellenweise etwas blass aus. Auch die Einstellung von Kontrasten und Schwarzwert hätte ein bisschen mehr Power vertragen. Dafür wurde das Bild schön gesäubert und wird erstaunlich ruhig präsentiert.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Auf der Blu-ray gibt es den Unrated Cut in der deutschen Fassung mit einer bearbeiteten DTS-HD MA 5.1-Spur. Die englische Originalversion und auch die deutsche Version können darüber hinaus in einer PCM 2.0 Stereo-Vertonung abgespielt werden. Die Kinofassung, die auf der Bonus-Blu-ray zu finden ist, hat in beiden Sprachfassungen nur eine PCM 2.0 Stereo-Spur. Auf der DVD ist der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1, der englische in Dolby Digital 2.0 vertreten. Natürlich bietet das Ausgangsmaterial nicht sonderlich Raum für räumliche Aktivität. So gibt es nur gelegentlich durch Score, Sirenen und abgefeuerte Schüsse etwas Action auf den äußeren Boxen. Dennoch ist die Abmischung recht dynamisch und wird auch von ein paar schönen Bässen untermalt. Das gilt auch bei den Stereo-Spuren. Dazu sind die Dialoge ohnehin gut priorisiert und immer gut verständlich.

4 von 5 Punkten

Extras: Neben der Kinofassung des Films sind als Bonus die Interview-Featurettes „Notruf“ mit Drehbuchautor Michael Schiffer (31 Minuten) und „Räuber & Gendarm“ mit Set-Berater Dennis Fanning (17 Minuten) sowie ein paar Trailer vertreten. Im Mediabook befindet sich ein 24-seitiges Booklet, das mit gut geschriebenen Texten und passenden Bildern eine schöne Ergänzung ist.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Capelight Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Colors – Farben der Gewalt

Originaltitel:Colors
Regie:Dennis Hopper
Darsteller:Sean Penn, Robert Duvall, Maria Conchita Alonso
Genre:Thriller, Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 1988
Verleih:Capelight Pictures
Länge:127 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von KSM Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.12.2017
Review: Colors – Farben der Gewalt (3-Disc Limited Collector’s Edition)

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