Review: The First Avenger – Civil War (Kino)

Das Kino-Plakat von "The First Avenger: Civil War" (© Walt Disney)

Das Kino-Plakat von “The First Avenger: Civil War” (© Walt Disney/Marvel)

Inhalt: Durch ihre Einsätze in Sokovia und New York haben die Avengers zwar zahllose Leben gerettet, aber immer eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Weil S.H.I.E.L.D. nicht mehr existiert, fehlt der Regierung eine Reglementierung für die Vereinigung der übermenschlich starken Helden. Aus diesem Grund stellen sie die Avengers vor die Wahl: Entweder sie ordnen sich der UN unter, oder sie gehen in Ruhestand. Während sich unter anderem Tony „Iron Man“ Stark (Robert Downey Jr.) und Black Widow (Scarlett Johansson, „Hail, Caesar!“) einsichtig zeigen, ist insbesondere Captain Rodgers (Chris Evans, „Snowpiercer“) nicht von bürokratischen Beschränkungen angetan. Die Ereignisse überschlagen sich, als Bucky Barnes (Sebastian Stan, „Apparition – Dunkle Erscheinung“), der ehemals beste Freund von Rodgers, wieder auftaucht. Außerdem scheint ein geheimnisvoller Fremder (Daniel Brühl, „Rush – Alles für den Sieg“) die Avengers ins Visier genommen zu haben. Die Lager innerhalb der Superhelden-Kollaboration spalten sich immer weiter, bis Freunde zu Feinden werden.

Kritik: Erst vor Monatsfrist hatte es bei „Batman v Superman: Dawn of Justice“ eine große Schlacht zwischen Kämpfern für das Gute gegeben. Doch während dieser Film übereilt und nicht immer durchdacht erschien und auch an den Kinokassen den hohen Erwartungen nicht gerecht wurde, liefert dieser inzwischen 13. Film aus der Marvel-Reihe. Unter der Regie von Anthony und Joe Russo eröffnet „Civil War“ einen neuen, kritischeren Blick auf das Wirken der Protagonisten. Kollateralschäden und das Überschreiten gesetzlicher Grenzen lassen das bunte Treiben in einem anderen, ernsthafteren Licht erscheinen. So entwickelt sich nach einem gewohnt hektisch geschnittenen Action-Intro durchaus eine Geschichte mit Substanz. Im Gegensatz zu oben genanntem Film bauen die Regisseure einen glaubhaften Konflikt auf, bei dem die Zuschauer alleine schon wegen der zahlreichen Vorgänger sehr gut mitfiebern können. Auch wenn logisch nicht immer jedes Rädchen ins andere greift, ist die Erzählung so temporeich, spannend und clever, dass der Film trotz der 147 Minuten Spielzeit nur wenig Leerlauf hat.

Da möchte man nicht der Gegenüber sein (© Walt Disney)

Da möchte man nicht der Gegenüber sein (© Walt Disney)

Ein Höhepunkt – nicht nur dieses Filmes, sonder der gesamten Marvel-Reihe – ist die epische Kampf-Szene, die auf dem Leipziger Flughafen entstanden ist. Beim Aufeinandertreffen der Superhelden gibt es natürlich großartige Action zu bewundern. Daneben zeichnet sich die Szene aber vor allem durch ihren charmanten Humor aus, was nach dem eher finsteren „Captain America 2: The Return Of The First Avenger“ keine Selbstverständlichkeit war. So necken sich die Helden gegenseitig und die unerfahreneren Neuzugänge Spiderman (Tom Holland) und Ant-Man (Paul Rudd) outen sich augenzwinkernd als Fans einiger Kollegen. Der Film scheint sich außerdem zur Aufgabe gemacht zu haben, das (berechtigterweise) angekratzte Image von Spiderman deutlich aufzupolieren. Mit Tom Holland („Im Herzen der See“) wurde ein deutlich jüngerer Darsteller besetzt, der der Rolle mit jugendlichem Leichtsinn, großer Klappe und einer Menge Charme in eine hoffentlich große Zukunft führt. Auch Paul Rudd hinterlässt wie in seinem Solofilm deutliche humoristische Spuren. Im Schlussdrittel schlägt der Film dann wieder ernstere, aber deswegen nicht weniger eindrucksvolle Töne an. Ein Marketing-technischer Geniestreich ist den Machern mit der (in den Trailern nicht vorhandenen) Figur von Daniel Brühl gelungen. Ohne an dieser Stelle weiter auf Inhalte einzugehen: Brühl hat seinen Sprung nach Hollywood wohl endgültig geschafft. Sein Bösewicht ist nachvollziehbar, kühl und äußerst charismatisch.

„The First Avenger: Civil War“ platziert sich ohne Probleme auf einen der vorderen Plätze in der Welt der Comic-Verfilmungen. Mit einer erstaunlich realistischen Hintergrundgeschichte, glaubhaften Figuren-Entwicklungen, gewohnt knackiger Action und der angemessenen Prise Humor erweist sich der Film als nahezu optimales Popcorn-Kino, das bis auf ein paar kleine, verzichtbare Elemente vollends überzeugt.

4 von 5 Punkten

Quelle: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

The First Avenger: Civil War

Originaltitel:The First Avenger: Civil War
Regie:Anthony Russo, Joe Russo
Darsteller:Robert Downey Jr, Chris Evans, Scarlett Johansson, Daniel Brühl, Paul Rudd
Genre:Action, Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
Länge: 147 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 28.04.2016

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 22.04.2016
Review: The First Avenger – Civil War (Kino)

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