Review: Ghostbusters (Kino)

Das Kino-Plakat von "Ghostbusters" (© Sony Pictures Germany)

Das Kino-Plakat von “Ghostbusters” (© Sony Pictures Germany)

Inhalt: Erin (Kristen Wiig, „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) steht kurz vor einer Festanstellung als Professorin an der Columbia Universität, als sie ihre Vergangenheit einholt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Abby (Melissa McCarthy, „Taffe Mädels“) hatte sie vor vielen Jahren ein Buch über paranormale Phänomene geschrieben, was einer Karriere als seriöse Physikerin nicht unbedingt zuträglich ist. Abby und ihre Kollegin Jillian (Kate McKinnon) arbeiten seit längerem weiterhin an Erkenntnissen aus der Geisterwelt. Sie überzeugen Erin, mit zu einem alten Haus zu kommen, in dem es spuken soll. Mehr als überraschend rennt ihnen tatsächlich ein Geist vor die Kamera. Nun sehen die drei Frauen eine neue Möglichkeit der Lebensgestaltung: Sie gründen eine Firma, die sich nur rund um die übernatürlichen Phänomene drehen soll. Gemeinsam mit der ehemaligen U-Bahn-Kartenverkäuferin Patty (Leslie Jones) und dem nicht gerade intellektuellen Sekretär Kevin (Chris Hemsworth, „Im Herzen der See“) machen sich die Frauen an eine immer größer werdende Fülle von Aufträgen. Als sie ein Muster erkennen, drängt schon die Zeit, da das Schicksal von komplett New York in ihren Händen liegt.

Kritik: Es gibt wohl kaum einen Film, über den dieses Jahr so viel schon vor Release diskutiert wurde, wie die Neuauflage vom 1984er-Kultfilm „Ghostbusters“. Die Notwendigkeit an sich wurde angezweifelt und auch die Umbesetzung der Geisterjäger in Frauenrollen wurde vielfältig kritisiert. Von anderer Seite wurde im Gegenzug eine heiße Sexismus-Debatte angestoßen. Die Trailer, die wahrlich nicht vielversprechend aussahen, waren weiteres Öl ins Feuer der Kritiker. So wurde der erste Trailer das am häufigsten negativ bewertete Video auf der nicht besonders kleinen Plattform YouTube. Die Darstellerinnen und die Macher wurden teils wüst beschimpft. Im Gegenzug meldeten sich die Stars der alten Filme zu Wort, die für diese Neuauflage einstanden. Auch wenn dieser bunte Zirkus sicherlich seinen unfreiwilligen Unterhaltungswert hatte, erwies sich keine Seite als besonders geschmackssicher. Dabei geriet vor allem ein Fakt in Vergessenheit: Bislang hatte niemand den Film gesehen.

Den Geisterjägerinnen gefällt, was sie sehen  (© Sony Pictures Germany)

Den Geisterjägerinnen gefällt, was sie sehen (© Sony Pictures Germany)

Wo dieses von meiner Seite geschehen ist, geht mir eigentlich nur noch ein altes Sprichwort durch den Kopf: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Dieser Film ist weder der große Wurf, den (Executive Producer) Dan Akroyd unlängst gesehen haben wollte, noch die „Vergewaltigung der Jugend“ oder ähnliches, was zahlreiche Gegner dieses Werks (mit einer offenbar sehr eingeschränkten Jugend) erwarteten. Stattdessen liefert die Fantasy-Komödie einen bunten Mix aus Treffern und Fehlschlägen. In seinen besten Momenten ist der Film urkomisch und stellenweise durchaus spannend. In seinen ebenso vorhandenen, schwächeren Phasen möchte man als Zuschauer verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Zu diesen Momenten gehören sicherlich die erwarteten Cameos von Akroyd, Bill Murray („Rock the Kasbah“) und Co, die weder witzig, noch besonders zielführend sind. Im Gegenzug sind die vier Damen, um die sich die Geschichte dreht, zumindest ordentlich.

Manchmal ist der Job ganz schön anstrengend  (© Sony Pictures Germany)

Manchmal ist der Job ganz schön anstrengend (© Sony Pictures Germany)

Dankenswerter Weise sind weder Melissa McCarthy noch Leslie Jones so laut und aufdringlich, wie sie bereits in anderen Produktionen zu sehen waren. Beide haben sehr amüsante Momente und passen durchaus in das Konzept. Kristen Wiig vereinigt im ersten Drittel die meisten Lacher auf sich und zeigt auch ohne Probleme, dass sie wohl die vielseitigste der Darstellerinnen ist. Die wirkliche Entdeckung des Films ist aber Kate McKinnon. Die „Saturday Night Live“-Komikerin ist zwar durchgängig aufgekratzt und ein bisschen sehr überspitzt, macht das aber mit einem derartigen Timing und Augenzwinkern, dass sie die Szenerie jederzeit dominiert. Ein weiteres Highlight ist der herrlich doofe Chris Hemsworth, der ein erstaunliches komödiantisches Talent zeigt.

Dabei sind die Schauspieler aber natürlich immer abhängig vom Skript, wo es dann doch einige Zeilen und Entscheidungen gibt, die nicht ganz funktionieren. Manchmal scheinen die Macher auch die Angst vor der eigenen Courage zu überkommen. Wenn es eine knackige Anspielung auf Patrick Swayze in „Ghost“ gibt, ist das aufrichtig amüsant. Wenn die Figuren danach dem Publikum den (durchaus verständlichen) Witz erklären, versaut das den Spaß dann doch. Der vorab so negativ beleuchtete technische Aspekt ordnet sich ebenfalls in die Kategorie „solide“ ein. Sicherlich wurden 2016 schon schickere CGIs produziert und das 3D wird doch merklich als Gimmick eingesetzt. Von einem Look eines „Gods of Egypt“ sind wir aber weit entfernt.

Sicherlich haben diejenigen, die den Film nicht mögen wollen, genug Argumente, um ihre Aversion am Leben zu erhalten. Dennoch hat Paul Feigs Adaption von „Ghostbusters“ genug Charme, Witz und gute Ideen, um rein filmisch weit über der antizipierten Enttäuschung zu landen.

3 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Ghostbusters

Originaltitel:Ghostbusters
Regie:Paul Feig
Darsteller: Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones, Chris Hemsworth
Genre:Komödie, Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Sony Pictures Germany
Länge: 116 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 04.08.2016
Homepage:Ghostbusters

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 22.07.2016
Review: Ghostbusters (Kino)

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