Review: Taffe Mädels (Kino)

Das Plakat von "Taffe Mädels" (Quelle: 20th Century Fox)

Das Plakat von „Taffe Mädels“ (Quelle: 20th Century Fox)

Inhalt: Special Agent Sarah Ashburn (Sandra Bullock, „Blind Side“) hat ihr Leben der Arbeit beim FBI gewidmet. Mit viel Gespür und Talent hat sie schon zahlreiche aussichtslose Fälle gelöst. Im zwischenmenschlichen Verhalten hat sie aber nicht ansatzweise diese Vorzüge: Mit Arroganz, fehlender Empathie und Teamfähigkeit sowie Tollpatschigkeit ist sie verhasst im Kollegenkreis, hat keine Freunde und als einzige Gesellschaft die Katze der Nachbarin, die manchmal vorbei kommt. Deswegen hat ihr Vorgesetzter Hale (Demian Bichir) auch größte Skrupel, sie zu befördern. Als Bewährungsprobe soll sie nach Boston fahren und dort einen noch unbekannten Drogenbaron ausfindig machen, der die Straßen unter Kontrolle hat.

Officer Sharon Mullins (Melissa McCarty, „Voll abgezockt“) arbeitet bei der Bostoner Polizei. Regeln kennt sie nicht, wenn es darum geht, Bösewichter festzunageln. Die resolute Polizistin mit losem Mundwerk liefert Ergebnisse, ist aber wie Ashburn bei Vorgesetzten und Kollegen unbeliebt. Als sie einen kleinen Dealer festnimmt, findet sie so eine Spur zu Ashburns Ziel. Die beiden grundverschiedenen Außenseiterinnen müssen sich zusammenraufen, wenn sie den gefährlichen Drogenboss, der Kontakte bis in die oberen Behörden hat, dingfest machen wollen.

 

Der Polizeichef muss einen handfesten Streit deeskalieren (Quelle: 20th Century Fox)

Der Polizeichef muss einen handfesten Streit deeskalieren (Quelle: 20th Century Fox)

Kritik: Paul Feig hatte 2011 mit „Brautalarm“ eine Riesen-Hit gelandet und Melissa McCarthy sogar zu einer Oscar-Nominierung als „Beste Nebendarstellerin“ verholfen. Nur logisch, dass dieses Duo auch jetzt wieder gemeinsam arbeitet, um an diesen Erfolg anzuknüpfen. Im Stil von 80er-Jahre-Cop-Buddy-Movies wie „Lethal Weapon“ lässt Feig hier zwei herrlich überzeichnete Hauptcharaktere aufeinander los, die sich zunächst das Leben schwer machen, aber nach einiger Zeit zueinander finden. Die halbgare Krimigeschichte ist dabei nur ein loses Gerüst, an dem sich die Protagonistinnen längs hangeln können. Wer hier wirkliche Spannung oder Innovationen sucht, wird sich schnell enttäuscht zeigen. Ansonsten ist „Taffe Mädels“ längst nicht so dämlich, wie der deutsche Titel vermuten lässt.

Two Women-Show

Marlon Wayans gibt den Hahn im Korb (Quelle: 20th Century Fox)

Marlon Wayans gibt den Hahn im Korb (Quelle: 20th Century Fox)

Der Film weiß mit einer ordentlichen Gagdichte zu überzeugen, was hauptsächlich den beiden Stars zu verdanken ist. Seit „Miss Undercover“ (2000) ist Sandra Bullock regelmäßig in Komödien zu sehen. Hier spielt sie den Part der sozial überforderten Top-Agentin mit herrlichem Selbstverständnis und gutem Timing. Dabei harmoniert sie gut mit Melissa McCarthy, die fast alle extremen Szenen für sich beansprucht. Mit absolut spontan wirkenden Schimpftiraden und Ausrastern hat sie die meisten Lacher auf ihrer Seite. Das Niveau der Witze schwankt zwar zwischen flachen Witzchen und echten Brüllern, erreicht aber nie die Peinlichkeit vergangener Filme von Adam Sandler und Freunden. Hier wirkt alles stets menschlich und sympathisch, weswegen der Zuschauer manche Schwächen auch gerne verzeiht.

Was Paul Feig vorgeworfen werden muss, ist, dass er die Qualitäten der durchaus prominenten und für ihr komödiantisches Talent bekannten Nebendarsteller nicht zum Einsatz bringt. Michael Rapaport hat als Hauptdarsteller von „Hinterm Sofa an der Front“ ebenso jahrelange Sitcom-Erfahrung wie Jane Curtin aus „Hinterm Mond gleich links“. Blödelbarde Marlon Wayans gehört zu den erfolgreichsten Komödianten seit der Jahrtausendwende. Alle drei dürfen aber nur Stichwortgeber für Bullock und McCarthy spielen. Auch der 2013 seine Darstellung in „A Better Life“ Oscar-nominierte Demian Bichir hat als Ashburns Chef kaum Zeit, sich auszuzeichnen.

Das „Taffe Mädels“ als etwas nostalgische Actionkomödie funktioniert, ist hauptsächlich den beiden gut aufgelegten Hauptdarstellerinnen zu verdanken, die bestens harmonieren und mit Charme und Esprit auch die mäßigen Pointen gut verkaufen. Besser ausgearbeitete Nebencharaktere und eine etwas bissigere Kriminalstory sind die Hausaufgaben, die man Paul Feig für den bereits angekündigten zweiten Teil mitgeben möchte. Dann könnte aus einer netten, nie nervigen Komödie etwas richtig gutes werden.

3 von 5 Punkten


Quelle:20th Century Fox, YouTube

Taffe Mädels

Originaltitel:The Heat
Regie:Paul Feig
Darsteller:Sandra Bullock, Melissa McCarthy, Michael Rapaport, Marlon Wayans
Genre:Actionkomödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:20th Century Fox
Länge:118 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:04.07.2013

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 02.07.2013
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