Review: Die glorreichen Sieben (Kino)

Das Kino-Plakat von "Die glorreichen Sieben" (© Sony Pictures Germany)

Das Kino-Plakat von „Die glorreichen Sieben“ (© Sony Pictures Germany)

Inhalt: In dem kleinen Farmer-Städtchen Rose Creek herrscht Angst und Schrecken. Der gefürchtete Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard, „Very Good Girls – Die Liebe eines Sommers“) will in der Region nach Gold graben und muss dafür die Leute aus ihren Häusern vertreiben. Nachdem es bereits einige Tote gegeben hat, räumt Bogue den Dorfbewohnern eine Gnadenfrist ein, um freiwillig ihr Hab und Gut aufzugeben. Emma (Hayley Bennett, „Hardcore“), die vor kurzem ihren Mann verloren hat, und Teddy Q (Luke Grimes, „Fifty Shades of Grey“), wollen die Hoffnung noch nicht aufgeben. Sie reiten los, um Hilfe zu holen. Einen ersten Unterstützer finden sie in dem Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington, „The Equalizer“), der schnell ein Team zur Verteidigung von schrägen Vögeln und Revolverhelden zur Verteidigung der Stadt zusammenstellt. Zusammen mit dem Spieler Josh Farraday (Chris Pratt, „Jurassic World“), dem legendären Scharfschützen Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke, „Maggies Plan“) und dessen Weggefährten, dem Messer-Experten Billy Rocks (Byung-Hun Lee, „Terminator Genisys“), dem routinierten Jäger und Fährtenleser Jack Horne (Vincent D’Onofrio, „Gangster Chronicles“), dem Outlaw Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo, „Cake“) und dem Indianer Red Harvest (Martin Sensmeier) macht er sich auf in die kleine Stadt. Dort müssen sie innerhalb kürzester Zeit einen Haufen untrainierter Bauern zu Kriegern machen. Unter Einsatz des eigenen Lebens versuchen die sieben Männer, Rose Creek vor der übermächtigen Gefahr zu retten.

Sam Chisolm soll Rose Creek retten (© Sony Pictures Germany)

Sam Chisolm soll Rose Creek retten (© Sony Pictures Germany)



Kritik: „Die glorreichen Sieben“ aus dem Jahr 1960 gehört (als Remake des legendären Eastern „Die sieben Samurai“) zu den ganz großen Western-Klassikern und wurde mit einer Weltklasse-Besetzung um Yul Brynner, Eli Wallach, James Coburn, Charles Bronson und Steve McQueen zu einem Evergreen. Entsprechend groß waren die Zweifel, als sich auch zu diesem Werk eine Hollywood-Neuauflage ankündigte. Doch während Remakes wie „Ben Hur“ an der Grenze zum Jämmerlichen gestrandet sind, erweist sich Antoine Fuquas Film als positive Überraschung. Nach einer düsteren Einleitung, bei der Peter Sarsgaard all seine Qualitäten als Bösewicht ausspielen darf, findet der Film schnell seinen Ton. Fuqua schafft es, altmodischen Wildwest-Charme zu kreieren, aber auch modernes Blockbuster-Kino zu bieten. Wenn die Helden relativ blind die Fieslinge reihenweise aus den Sätteln schießen, aber selbst dem größten Kugelhagel ausweichen können, ist das wohl eher als Hommage ans alte Kino zu verstehen. Trotz der 133 Minuten Spielzeit ist „Die glorreichen Sieben“ ausgesprochen kurzweilig. Zahlreiche Szenenwechsel, unterhaltsame Rededuelle und lang andauernde, aber ausgesprochen gut in Szene gesetzte Schlachten sorgen für Kino mit kaum einer Verschnaufpause.

Immer bereit zum Kampf (© Sony Pictures Germany)

Immer bereit zum Kampf (© Sony Pictures Germany)

Das dürfte für den aufmerksamen Gucker der gern überlangen Filme von Fuqua eine ähnliche Überraschung sein, wie der doch merklich gedrosselte Gewalt-Anteil. Eine Konstante ist natürlich die erneute Mitarbeit von Denzel Washington, der als gnadenloser Idealist hier aber einen eher unspektakulären Part spielt. Auch sein „Training Day“-Partner Ethan Hawke hält sich mit einer souveränen Darbietung als alternder Meister-Schütze eher im Hintergrund. Chris Pratt gibt wieder einmal den großmäuligen Entertainer, wegen dem er in den letzten Jahren ein derart beliebter Blockbuster-Darsteller geworden ist. Ein heimlicher Star des Filmes ist auf jeden Fall Byung-Hun Lee. In der Rolle des Messer-Künstlers Billy Rocks zeigt er eine extreme Leinwand-Präsenz, die er mit einem erstaunlichen komödiantischen Timing in vereinzelten Szenen paart. Einer dieser Schauspieler, die eigentlich jeden Film ein Stück besser machen, ist Vincent D’Onofrio. Als kauziger Fährtenleser mit unglaublich eigenwilliger Sprechweise sind alle Szenen mit ihm kleine Highlights des Films. In diesem männlich dominierten Film verdient sich die junge Hayley Bennett ein Sonderlob, die mit einem resoluten Auftritt zahlreichen Kollegen die Schau stiehlt.

Antoine Fuqua zeigt mit seiner Interpretation von „Die glorreichen Sieben“, dass es auch aufrichtig gute Remakes geben kann. Unterhaltsam, durchgängig gut inszeniert, altmodisch und modern zugleich, mit einer tollen Besetzung und dem entsprechenden Respekt vor der Vorlage entwickelt sich ein Film, der den klassischen Western ansprechend zurück auf die großen Leinwände bringt.

4 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Die glorreichen Sieben

Originaltitel:The Magnificent 7
Regie:Antoine Fuqua
Darsteller:Denzel Washington, Ethan Hawke, Chris Pratt, Vincent D'Onofrio, Peter Sarsgaard,
Genre:Western
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Sony Pictures Germany
Länge: 133 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 22.09.2016
Homepage:Die glorreichen Sieben

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 22.09.2016
Review: Die glorreichen Sieben (Kino)

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