Review: Fifty Shades of Grey (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Fifty Shades of Grey" (Quelle: Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von „Fifty Shades of Grey“ (Quelle: Universal Pictures)

Inhalt: Da ihre Mitbewohnerin Kate (Eloise Mumford) krank wird, springt die Literatur-Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson, „Need for Speed“) kurzfristig ein, um den 27 Jahre alten Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan) zu interviewen. Grey ist arrogant, distanziert, aber irgendwie faszinierend, sodass die stille Anastasia ihm sofort verfallen ist. Da auch er Interesse an ihr entwickelt, dauert es nicht lange, ehe sie gemeinsam im Bett landen. Doch im Gegensatz zur unerfahrenen Studentin steht Christian so gar nicht auf Blümchen-Sex. Er genießt es, seine dominante Art auch mit Hilfe von Spielchen auszuleben. Trotz Bedenken lässt sie sich immer mehr auf ihn und seine Welt der Fesseln und Peitschen ein. Nach und nach erfährt sie immer mehr Geheimnisse, die aus dem Milliardär den Mann gemacht haben, der er heute ist.

Kritik: Als Fan Fiction zu der „Twilight“-Reihe entstanden, wurde die „Shades of Grey“-Trilogie von Autorin E.L. James zum internationalen Bestseller und zu einer der eigenartigsten Erfolgswellen moderner Popkultur in den letzten Jahren. Allein in Deutschland gingen 5,7 Millionen Exemplare über die Ladentheke. Obwohl Kritiker an dem Roman auf Trash-Niveau verzweifelten und die Reihe nicht zu Unrecht als „Hausfrauen-Porno“ und „Vergewaltigung von Sprache“ (Leseprobe: „I’m losing all sense of self, every atom of my being concentrating hard on that small, potent powerhouse at the apex of my thighs.“) bezeichnet wurde, war eine Verfilmung selbstverständlich. Nach einem langen Casting-Prozess konnte der Erotikfilm dann von der patenten britischen Regisseurin Sam Taylor-Johnson („Nowhere Boy“) für die Leinwand adaptiert werden. Tatsächlich ist der Film besser als das Buch, was aber auch so zu erwarten war. Taylor-Johnson macht handwerklich nicht wirklich viel falsch und inszeniert eine glatten, stylischen, anstandslos umgesetzten Erotikfilm.

 

Ana und Christian kommen sich näher (Quelle: Universal Pictures)

Ana und Christian kommen sich näher (Quelle: Universal Pictures)

Nach zahllosen Absagen von Darstellerinnen wie Emilia Clarke, Alexandra Daddario und Emma Watson wurde Dakota Johnson, die Tochter von Melanie Griffith und Don Johnson, für die Rolle der devoten Studentin Anastasia Steele (was für ein Name) besetzt. Als Gegenpart des sexuell unkonventionellen Milliardärs Christian Grey wurde mit dem Nordiren Jamie Dornan ein Darsteller gefunden, der sein Können als Serienkiller in der Miniserie „The Fall“ schon unter Beweis gestellt hatte. Beide geben sich alle Mühe, aus dem gegebenen Material eine gute Rolle und eine gute Performance zu machen. Nur leider harmonieren die beiden trotz solider Einzelleistungen überhaupt nicht miteinander. So wird es natürlich schwer, einen Funken zum Überspringen zu bringen. Allgemein wirkt der Film, gemessen an seiner Thematik, ausgesprochen bieder. Wirklicher Sex findet eher in den oft unfreiwillig komischen Dialogen statt, während die körperlichen Sequenzen eher verkrampft als sexy wirken und die Thematik des BDSM auch nur sehr entfernt behandeln.

Ana ist von dem smarten Milliardär fasziniert (Quelle: Universal Pictures)

Ana ist von dem smarten Milliardär fasziniert (Quelle: Universal Pictures)

Aus „Fifty Shades of Grey“ eine verstörende Studie über sexuelle Besessenheit zu machen, ist aufgrund eines derart schlecht geschriebenen Romans ausgeschlossen gewesen. Die merkwürdige Familiengeschichte Greys, die in dem äußerst langatmigen Schlussdrittel im Mittelpunkt steht, ist in egal welcher Welt alles andere als prickelnd. Da wäre es fast besser gewesen, wenn Regisseurin und Hauptdarsteller den Film als das genommen hätten, was es ist: extremer Blödsinn. Es ist beispielsweise auch der „Over the Top“-Performance von Gina Gershon zu verdanken, dass sich „Showgirls“ über die Jahre zum Kult-Hit entwickelt hat. So wurde „Fifty Shades of Grey“ hier zwar zum gewaltigen Box Office-Hit, hatte aber im Prinzip nichts, woran sich zu erinnern lohnt. Die Figuren sind viel zu eindimensional, um ihre Probleme auf den Zuschauer wirken zu lassen. Sich bei Sexszenen nur auf Quantität zu verlassen und die Atmosphäre und Chemie komplett zu vernachlässigen, geht ebenfalls nach hinten los. Bis zum unbefriedigenden Cliffhanger-Ende, welches Lust auf die Fortsetzung wecken soll, dürften die meisten Zuschauer eher gelangweilt sein. So bleibt ein Film, der nie die Chance hatte gut zu werden, aber von den Machern zu ernst genommen wird, um wenigstens als Trash-Perle wirklich Freude zu machen.

Christian hat ein dunkles Geheimnis (Quelle: Universal Pictures)

Christian hat ein dunkles Geheimnis (Quelle: Universal Pictures)

Der Film ist ab dem 18.06.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Die Hochglanz-Inszenierung sorgt für ein der technisch besten Blu-ray-Transfers dieses Jahres. Die vielseitigen Aufnahmen sind immer scharf und bilden jedes Detail perfekt ab. Gerade bei den Close Ups wird die Qualität der Arri Alexa voll ausgenutzt. Die Farbpalette ist enorm vielseitig, wirkt dabei aber nie künstlich gefiltert. Viel mehr sind alle Töne auf den Punkt natürlich. Der Schwarzwert und die sehr gut abgestimmten Kontraste sorgen für mit für eine extreme Tiefe in dem sauberen, rauschfreien Bild. Da auch sonst keine Fehler zu finden sind, präsentiert sich „Fifty Shades of Grey“ zumindest hier als sehr hohem Level.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Während die englische DTS-HD MA 5.1-Fassung nahezu makellos ist, hält sich der deutsche DTS 5.1-Ton etwas mehr zurück. Aber auch in der deutschen Vertonung sind die Dialoge immer gut zu verstehen und klingen jederzeit sauber und natürlich. Der allgegenwärtige Soundtrack wird sehr dynamisch auf alle Boxen verteilt. Wenn Hintergrundgeräusche vorhanden sind (beispielsweise bei der Abschlussfeier) werden diese ebenfalls sehr gut abgemischt. Alles in allem erreicht so auch die DTS 5.1-Fassung oberen Standard.

4 von 5 Punkten

Extras: Der Film liegt in der Kinofassung und einer drei Minuten längeren, bislang unveröffentlichten Version vor. Auch ansonsten werden die Fans mit kurzen, aber abwechslungsreichen Bonusmaterialien versorgt. Ein „Hinter den Kulissen“ (19 Minuten), die Featurettes „E.L. James & Fifty Shades“ (6 Minuten) und „Fifty Shades: Die Lust am Schmerz“ (9 Minuten), sowie die Musikvideos „I know you“ von Skylar Grey und „Earned it“ von The Weekend einschließlich einem „Hinter den Kulissen“-Clip (5 Minuten) sowie eine 360°-Set-Tour bieten schon einen guten Mehrwert zum Film. In vielen kleinen Beiträgen kann der Zuschauer mehr über Die Welt von „Fifty Shades of Grey“ erfahren. So gibt es zu Christian Grey die Featurettes „Christian Grey Profil“ (3 Minuten), „Jamie Dornan Profil“ (2 Minuten), „Christians Wohnung“ (8 Minuten), „Christians Kleidung“ (3 Minuten) und „Das Spielzeug eines reichen Mannes“ (3 Minuten). Wer mehr über Anastasia erfahren möchte, wird in den Clips „Alles über Ana“ (2 Minuten), „Dakota Johnson Profil“ (3 Minuten), „Anas Welt“ (5 Minuten) und „Anas Kleidung“ (4 Minuten) fündig. Zusätzlich gibt es noch Beiträge über die Nebendarsteller Eloise Mumford (2 Minuten), Max Martini (2 Minuten), Marcia Gay Harden (2 Minuten), Luke Grimes (2 Minuten), Jennifer Ehle(2 Minuten), Victor Rasuk (2 Minuten) und Rita Ora (2 Minuten).

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

50 Shades of Grey - Geheimes Verlangen

Originaltitel:50 Shades of Grey
Regie:Sam Taylor-Johnson
Darsteller:Dakota Johnson, Jamie Dornan, Jennifer Ehle, Max Martini, Eloise Mumford
Genre:Erotik-Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Universal Pictures
Länge:125 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.06.2015
Review: Fifty Shades of Grey (Blu-ray)

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2 comments on “Review: Fifty Shades of Grey (Blu-ray)”

  1. Olessia Antworten

    Harmlos und kitschig…und viel Lärm und nichts. Ich kann immer noch nicht die Aufregung verstehen und finde es bedenklich, dass die Autorin des Buches, die offensichtlich keine Ahnung von der Materie hat, so erfolgreich ist. In unserer Escortagentur hatten wir neulich eine besondere Anfrage: ein Kunde wollte einzelne Szenen nachspielen. Herzlichen Glückwunsch!

    • Thomas Antworten

      Ganz meine Meinung. Ich fand es erstaunlich, wie bieder ein Film mit einer solchen Thematik tatsächlich sein kann. Aber wenn es doch noch reicht, um bei einigen die Fantasien anzuregen…bei uns in Köln sagt man so schön: „Jeder Jeck ist anders.“ 🙂

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