Review: Grand Budapest Hotel (Kino)

Das Kino-Plakat von "Grand Budapest Hotel" (Quelle: 20th Century Fox)

Das Kino-Plakat von „Grand Budapest Hotel“ (Quelle: 20th Century Fox)

Auf einer Reise trifft ein junger Schriftsteller (Jude Law, „Side Effects„) im etwas heruntergekommenen Grand Budapest Hotel den Eigentümer Mr. Moustapha (F. Murray Abraham, „Inside Llewyn Davis„). Da die beiden sich gut verstehen, bietet Mr. Moustapha an, eine unglaubliche Geschichte zu erzählen: In jungen Jahren (jetzt Tony Revolori) arbeitete er als Lobby Boy im hochdekorierten Grand Budapest und wird durch Zufall zum Protegé des gefeierten Concierge Gustave H. (Ralph Fiennes, „Schindlers Liste„). Gustave ist charmant, aufmerksam und beliebt bei den älteren, reichen Damen, die im Hotel ein und ausgehen. Als Madame D. (Tilda Swinton) unter merkwürdigen Umständen ums Leben kommt, erbt Gustave überraschend das unbezahlbare Bild „Junge mit Apfel“, was dem Sohn der Verstorbenen (Adrien Brody) sehr missfällt. Während in Europa der Krieg ausbricht, untersuchen die beiden Hotel-Angestellten den Tod und geraten selbst ins Fadenkreuz der Ermittler. Auf einer Odyssee müssen die beiden ihren Namen reinwaschen und haben die Chance, sich mit etwas Glück eine Zukunft im Luxus zu ermöglichen.

Wes Anderson ist ein Meister des schrägen Kinos, was ihm mittlerweile schon drei Oscar-Nominierungen einbrachte. Zuletzt erhielt er für „Moonrise Kingdom“ die besten Kritiken. Da überraschte es auch nicht, das seine Hommage ans alte Kino bei der Berlinale als Eröffnungsfilm gewählt wurde. Wunderbare, einzigartige Bilder und skurril-schrulliger Charme machen „Grand Budapest Hotel“ zu einem ungewöhnlichen Erlebnis. Der Film ist auf eine angenehme Art altmodisch und erinnert an die Zeit der Stummfilme. Ein immer wieder erwähnter Kritikpunkt an Wes Anderson Filmen trifft aber auch hier wieder voll zu: Bei all den liebenswürdigen, sonderbaren Einzel-Momenten ist der Inhalt recht flach und nicht ganz so clever, wie er sein möchte. Viel mehr als ein solider Crime-Comedy Plot kommt einfach nicht zusammen.

Ralph Fiennes überragt beim munteren Star-Stell-dich-ein

Gustave macht sich einen mächtigen Feind (Quelle: 20th Century Fox)

Gustave macht sich einen mächtigen Feind (Quelle: 20th Century Fox)

Deutlich besser als der Plot sind die Charaktere des Filmes. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Debütant Tony Revolori, der als gutmütig-naiver Zero sein Talent andeutet. Der Star von „Grand Budapest Hotel“ ist aber eindeutig Ralph Fiennes, der hier als eloquenter Gustave nur so vor Charisma sprüht und mit jedem seiner ständig wechselnden Spielpartner gelungene Szenen verzeichnen kann. Adrien Brody zeigt sich als schmieriger Ober-Bösewicht von seiner besten Seite, muss aber Willem Dafoe („Odd Thomas„) in der Rolle seines Handlanger den Vortritt als Fiesling lassen. Dafoe mit schlechten Zähnen, wehendem Ledermantel und dicken Ringen an jedem Finger hätte genauso aus einem Edgar Wallace-Film stammen können. Außerdem haben Jeff Goldblum („Jurassic Park„) als Anwalt, Edward Norton als deutscher Polizist und Saoirse Ronan als Zeros Freundin noch einige richtig schöne Momente. Es war zu befürchten, das die riesige Anzahl von Cameo-Rollen den Film zu stark zerstückeln würde (wie es beispielsweise bei „Machete Kills der Fall war). Wes Anderson schafft es aber, allen Gästen einen netten Auftritt zu geben. Harvey Keitel, Jude Law, Bill Murray, F. Murray Abraham, Jason Schwartzman, Léa Sedoux, Owen Wilson, Tom Wilkinson und Florian Lukas sind hier sicherlich erwähnenswert.

Auch wenn der Film inhaltlich nicht ganz überzeugen kann, hat Wes Andersons neues Werk wieder eine Menge Kreativität und Charme. Die Qualität von seinem Vorgänger erreicht „Grand Budapest Hotel“ nicht ganz, aber die bunten Bilder und die zahlreichen ironischen und auch wehmütigen Momente, sorgen für 97 sehr vergnügliche Minuten für Liebhaber des alten Kinos.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Twentieth Century Fox, YouTube

Grand Budapest Hotel

Originaltitel:Grand Budapest Hotel
Regie:Wes Anderson
Darsteller:Ralph Fiennes, Tony Revolori, Saoirse Ronan, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Jude Law, Bill Murray, Edward Norton, Tilda Swinton
Genre:Tragikomödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Twentieth Century Fox
Länge:97 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:06.03.2014
Homepage:Der Internet-Auftritt von "Grand Budapest Hotel"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 06.03.2014
Review: Grand Budapest Hotel (Kino)

{lang: 'de'}

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *