Review: Jurassic Park-Trilogie (Blu-ray)

Jurassic Park:

Jurassic Park

Bildquelle: Universal Pictures

Die Geschichte von Steven Spielbergs Meisterwerk aus dem Jahr 1993 dürfte mittlerweile jedem bekannt sein: Der Milliardär John Hammond (Richard Attenborough, Oscar für die beste Regie und als Produzent in der Kategorie Bester Film für „Gandhi“ ) hat es geschafft, mit Hilfe modernster Gentechnik einen Erlebnispark mit lebenden Dinosauriern zu erschaffen. Er lädt daraufhin eine Gruppe von Spezialisten, bestehend aus dem Paläontologen Dr. Grant (Sam Neill, Alistair Stewart in „Das Piano“), der Paläobotanikerin Dr. Sattler (Laura Dern, oscar-nominiert für die Rolle der Titelheldin in „Die Lust der schönen Rose“) und dem Chaostheoretiker Dr. Malcolm (Jeff Goldblum, debütierte in „Ein Mann sieht rot“ mit Charles Bronson) auf die Insel ein, um den Park zu begutachten. Als ein schwerer Sturm aufzieht müssen er und sein Team sehr bald erkennen, dass die von ihnen reanimierte Spezies schwerer zu kontrollieren ist, als Hammond sich vorher eingestehen wollte.

Die Dinos erwachen zum Leben

„Jurassic Park“ basiert auf dem Roman „DinoPark“ von Michael Crichton aus dem Jahr 1990, der für die Verwertungsrechte 1,5 Millionen US-Dollar bezahlt bekam. Auch wenn sowohl die Geschichte als auch die Figuren über wenig Tiefgang verfügen, ist es Spielberg gelungen, einen der spannendsten und spektakulärsten Filme der Geschichte zu drehen. Dass das so ist, liegt vor allen Dingen an den einmalig lebensecht animierten Dinosauriern von Stan Winston (auch „Terminator“ und „Aliens – Die Rückkehr“), der dafür mit seinem vierten Oscar belohnt wurde. Die Bilder, in denen die Truppe den ersten Brachiosaurus sieht oder der T-Rex seinen ersten Schrei ausstößt, gehören mittlerweile zu klassischen Momenten der Filmgeschichte. Szenen wie der Ausbruch des T-Rex aus seinem Gehege sind perfekt inszeniert und an Spannung nicht mehr zu überbieten. Das die Story recht löchrig ist und die prominente Besetzung nur als Beiwerk fungiert, fällt dabei nicht weiter ins Gewicht.

„Jurassic Park“ bietet auch heute noch herausragende Blockbusterunterhaltung, die ihresgleichen sucht. So verwundert es auch nicht weiter, dass auch 18 Jahre nachdem dieser Film gedreht wurde, die Blu-Ray Fassung ohne irgendwelchen digitalen Veränderungen auskommt. Für dieses Stück Filmgeschichte mit Steven Spielberg auf der Höhe seines Könnens gibt es natürlich

5 von 5 Punkten

 

Vergessene Welt- Jurassic Park 2

Jurassic Park II - Vergessene Welt

Bildquelle: Universal Pictures

Vier Jahre nachdem auf der Isla Nublar vier Menschen durch Dinosaurier getötet wurden, attackieren kleine Dinosaurier eine Familie auf der nahegelegenen Isla Sorna. Wie sich schnell herausstellt, war die Isla Sorna die Zuchtstation des Parks und hat nun ein eigenes, funktionierendes Ökosystem entwickelt. Jurassic Park-Schöpfer John Hammond (Richard Attenborough, Squadron Leader Bartlett aus „Gesprengte Ketten“) will daraufhin ein Forschungsteam auf die Insel schicken, um der Welt die Existenz der Dinosaurier zu offenbaren. Der Isla Nublar-Überlebende Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum, Seth Brundle aus „Die Fliege“) weigert sich zunächst, die Expedition zu begleiten. Als er aber erfährt, dass seine Freundin, die Paläontologin Dr. Sarah Harding (Julianne Moore, Jules in „The Kids are allright“) bereits auf der Insel ist, schließt er sich dem Fotografen Nick Van Owen (Vince Vaughn, Norman Bates im „Psycho“-Remake) und dem Ingenieur Eddie Karr (Richard Schiff, Toby Zeigler aus „The West Wing“) an, um Sarah zu beschützen. Kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel bemerken die Forscher, dass auch Hammonds Neffe Peter Ludlow (Arliss Howard, Private Cowboy aus „Full Metal Jacket“) mit einer Gruppe von Großwildjägern um den rauen Roland Tembo (Pete Postlethwaite, Mr. Kobayashi aus „Die üblichen Verdächtigen“) auf der Insel ist, um Dinosaurier für einen neuen Freizeitpark zu fangen. Sehr schnell bemerken beide Gruppen, dass jeder Eingriff in dieses unergründete ökologische System lebensbedrohliche Nachwirkungen auslösen kann.

Wenn die Messlatte zu hoch hängt…

Nachdem Star-Regisseur Steven Spielberg mit seinen Urzeitmonstern 1993 die Kinowelt revolutionierte, erschien vier Jahre später diese Fortsetzung. Wie so viele Fortsetzungen krankt der Film an der Klasse seines Vorgängers. Während in Teil I die Dinosaurier dem Zuschauer ein vollkommen neues Erlebnis boten, hält sich der zweite Teil doch relativ schlicht an seine Fortsetzungsregeln: Man versucht mit höherer Erzählgeschwindigkeit, mehr Monstern und Effekten sowie mehr Blut einen Vorgänger zu toppen, der nicht mehr zu toppen ist. Dass das Übertrumpfen des ersten Teils natürlich misslungen ist, versteht sich von selbst.

Jetzt zum immer noch zahlreich vorhandenen Guten an dieser Fortsetzung: Die Dinosaurier, die hier in einer viel größeren Anzahl auftreten sind immer noch sensationell animiert und wenn der T-Rex sich durch die Tiefen-Töne der der Heimkinoanlage brüllt, stellen sich dem Zuschauer immer noch die Nackenhaare auf. Die kleinen Compsognathi, die einzigen neuen Dinosaurier, sind in der Anfangsszene, sowie in den gemeinsamen Szenen mit Dauerbösewicht Peter Stormare (Satan aus „Constantine“) ein wirkliches Erlebnis. Der Abschluss mit dem T-Rex in San Diego ist eine wunderbare Hommage an Filmklassiker wie „King Kong“ und „Godzilla“ und führt zu einer der witzigsten Szenen der gesamten Reihe („Mama,Papa, das ist ein Dinosaurier in unserem Garten.“).

Da aber sonst wenig Neues in der Geschichte vorhanden ist, fällt die vernachlässigte Figurenzeichnung Spielbergs ins Gewicht, da fast keine Figur (mit Abstrichen Jeff Goldblums Ian Malcolm) wirklich Profil hat. Somit kommt es auch, dass neben dem souverän aufspielenden Goldblum, hochklassige Darsteller wie Pete Postlethwaite, Julianne Moore und Peter Stormare schlicht und ergreifend unterfordert wirken und ein mit 50 Jahren Filmerfahrung ausgestatteter Richard Attenborough durch seine naiv-senile Figur lächerlich gemacht wird. Trotz dieser deutlichen Schwächen, die vor allem dem extremen Abweichen von der hervorragenden Romanvorlage Crichton’s geschuldet sind, bewegt sich dieses Werk von Qualität und Anspruch noch deutlich über aktuellen Franchise-Filmen wie „Transformers“. Obwohl diese Fortsetzung niemals in die Bestenliste von Steven Spielberg aufgenommen werden dürfte, konnte der Film im Kino beachtliche Einspielergebnisse verbuchen. Es bleibt ein Film, der für einen gemütlichen DVD-Abend geeignet ist und durch einen extrem hohen Spannungsbogen immer noch für gute Unterhaltung sorgt.

3,5 von 5 Punkten

 

Jurassic Park III:

Jurassic Park III

Bildquelle: Universal Pictures

Der Paläontologe Dr. Alan Grant (Sam Neill, siehe Teil 1) hat die die Ereignisse auf der Isla Nublar auch nach Jahren noch nicht überwunden. Trotzdem lässt er sich von dem scheinbar reichen Kirby-Ehepaar Paul (William H. Macy, Jerry aus Fargo) und Amanda (Téa Leoni, Special Agent Denham in „Aushilfsgangster“)überreden, diese als Touristenführer auf einem Rundflug über die Isla Sorna zu begleiten. Als diese das Flugzeug aber trotz der Bedenken von Grant landen wollen, findet Grant heraus, dass der eigentliche Grund ihres Inselbesuches die Suche nach dem zwölfjährigen Sohn der Kirbys (Trevor Morgan) ist. Dieser war auf einem Paragliding-Ausflug mit einem Freund auf der Insel abgestürzt. Kaum ist der Flieger gelandet, geschieht das Unvermeidliche. Ein riesiger Dinosaurier attackiert die insgesamt siebenköpfige Gruppe und zerstört das Flugzeug. Ein erneuter Kampf ums Überleben beginnt.

Bei der zweiten Fortsetzung der Dinosaurier-Reihe führte Steven Spielberg nicht mehr Regie. Er war nur noch als ausführender Produzent beteiligt und überließ Joe Johnston („Jumanji“) den Regiestuhl. „Jurassic Park“-Erfinder Michael Crichton war an der Entstehung des dritten Teils nicht mehr beteiligt. So ist es auch kaum verwunderlich, dass dieser Teil der deutlich Schwächste der gesamten Reihe ist.

Die Dinos und ihr Frühstück

Die Rahmenhandlung (und mehr ist es auch nicht) verfolgt nur ein einziges Ziel: Die Figuren für die Dino-Jagd zurecht zu legen. Das ist mal wieder unterhaltsam und an manchen Stellen auch einigermaßen lustig. Da eine Figurenentwicklung oder Tiefe eines Charakters nicht einmal in Ansätzen vorhanden ist, will aber keine wirkliche Spannung aufkommen und eine Identifizierung des Zuschauers mit den Figuren bleibt komplett aus. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf eine Bewertung der schauspielerischen Leistungen komplett verzichten. Es dürfte jedem Filmfan klar sein, dass einige der Darsteller (z.B. William H. Macy) über hinreichendes Talent verfügen. Dieses muss aber von keinem Mitglied der Besetzung abgerufen werden.

„Jurassic Park III“ ist ein Film in gewohntem Fahrwasser, der sich einzig und allein auf Stan Winstons‘ brillante Urzeit-Monster verlässt. Die Wirkung der Dinosaurier ist gewohnt effektiv und es gibt ein neues Riesentier namens Spinosaurus zu bestaunen. Dass reicht zwar aus, um 92 halbwegs unterhaltsame Minuten auf die Leinwand zu bekommen. Ein guter Film ist „Jurassic Park III“ deswegen noch lange nicht.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Auch wenn das Bild in manchen Szenen etwas körnig ist, wird es pünktlich zum Einsatz der Dinosaurier deutlich besser und erhöht die Schauwerte im ersten Teil im Vergleich zur DVD-Fassung erheblich. Die Bilder sind dann zumeist sehr klar und scharf und lassen Stan Winstons Dinosaurier (zumindest in Teil 1) noch lebensechter wirken. In den Fortsetzungen ist die Bildqualität ziemlich schwankend, was doch als negativ bewertet werden muss, da hier das schier endlose Potenzial von Spielbergs Dino-Welten nicht voll ausgeschöpft wird.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der perfekte DTS-HD Master Audio 7.1 Tonmix, dürfte jedem, der eine kompatible Anlage besitzt, noch Wochen nach dem anschauen, durch die Dinosaurier-Schreie ein Klingeln in den hinterlassen. Der Ton ist absolut spektakulär und mustergültig und rechtfertigt alleine schon die Veröffentlichung dieser Blu-Ray-Box.

5 von 5 Punkten

Extras: Es sind zahlreiche Featurettes zu den einzelnen Teilen vorhanden. Dabei gibt es Informationen über Michael Crichton, Stan Winston, die Musik von John Williams, die Entstehung der Dinosaurier und vieles mehr. Zusätzlich sind noch zahlreiche Archivaufnahmen vorhanden. Das Highlight der Box sind aber die ausführlichen und neu aufgenommenen Interviews mit Steven Spielberg und Produzentin Kathleen Kennedy. Mit den Extras bietet Universal Pictures eine fast endlose Flut an tollen Informationen an, die einen enormen Mehrwert für die Box darstellen.

5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten

Quelle: Universal Pictures, YouTube

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 11.01.2012
Review: Jurassic Park-Trilogie (Blu-ray)

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